Israelitische Kultusgemeinde München und Oberbayern

Pressemitteilung

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10. Oktober 2012

Knobloch: Wichtiger Schritt aus der Rechtsunsicherheit

Kabinett beschließt Beschneidungsgesetz: Dr. h.c. Charlotte Knobloch, Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern und Vizepräsidentin des Jüdischen Weltkongresses bezeichnet die rasche Entscheidung des Bundeskabinetts als wichtigen und richtigen Schritt.

Knobloch: „Es war sehr wichtig, dass unsere Regierung so schnell und verantwortungsbewusst gehandelt hat. Der vorliegende Gesetzentwurf ist ausgewogen und geeignet, die entstandene Rechtsunsicherheit zu beseitigen. Ich wünsche mir, dass das Gesetz in dieser Form so schnell wie möglich auch den Bundestag passiert.“

Knobloch zeigte sich erleichtert, „dass Deutschland nicht das erste und einzige Land auf der Welt wird, in dem Juden ihre Religion nicht mehr ausüben können.“ Sie verbindet mit der raschen Entscheidung die Hoffnung, „dass dieses Thema endlich aus der öffentlichen Diskussion verschwindet“. In der Vergangenheit hatte Knobloch die Art und Weise der Debatte beklagt. Es sei unerträglich gewesen, „wie mit der Beschneidung ein für jüdische Menschen zentrales, konstitutives Kernelement ihrer Religion leichtfertig zum Spielball selbst ernannter Experten geworden ist“. Auf diesem Wege seien eindeutig antisemitische Argumentationsmuster vermeintlich salonfähig in den öffentlichen Raum zurückgekehrt.

Demgegenüber freute sich Knobloch über „das entschlossene und deutliche Signal der Politik, dass die Beschneidung legal ist und jüdische Menschen in der Bundesrepublik weiterhin willkommen sind“.

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Aktuelle Veranstaltungen


So. 18.01.2026 | 29. Tewet 5786

Kulturzentrum

„Balagan“ von und mit Mirna Funk

Beginn 17:00

Buchpräsentation und Gespräch
Sonntag, 18. Januar 2026, 17 Uhr

Moderation: Ellen Presser

Mirna Funk, eine der mutigsten und unkonventionellsten jüdischen Stimmen Deutschlands erzählt von Recht und Unrecht in der Kunstwelt, von schwieriger Restitution und von der Suche einer jungen Frau nach einem Weg durch das Chaos (hebr. »Balagan«), das die deutsch-jüdische Geschichte im Allgemeinen und in ihrer Familie angerichtet hat.

Mirna Funk, 1981 in Ost-Berlin geboren, studierte Philosophie und arbeitet als Autorin sowie freie Journalistin u. a. für NZZ, DIE WELT und Die ZEIT. Für ihr Romandebüt »Winternähe« wurde sie mit dem Uwe-Johnson-Förderpreis ausgezeichnet. Mirna Funk lebt in Berlin und Tel Aviv.

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Mi. 21.01.2026 | 3. Schwat 5786

Kultur

Dan Ariely x Guy Katz: About the Path to Hate

Beginn 19:00

Gespräch in Englisch
Mittwoch, 21. Januar 2026, 19 Uhr

 

An Evening on the Psychology of Antisemitism

Antisemitism is growing, raising the painful question: why? Join world-renowned behavioral scientist Dan Ariely to explore the psychological mechanisms behind hatred and how we might break these destructive cycles. His work reveals predictable patterns in human behavior, even harmful. Weiterlesen »

Do. 29.01.2026 | 11. Schwat 5786

Kultur

Hommage: „Ein Abend für Gertrud Kolmar“

Beginn 19:00

Donnerstag, 29. Januar 2026, 19 Uhr

Mit Friederike Heimann und Anette Daugardt (Rezitation)

Gertrud Kolmar – geboren 1894 in Berlin, 1943 in Auschwitz ermordet – verleiht in ihren dichten, manchmal archaischen und doch oft überraschend modernen Bildwelten immer wieder dem Fremden und Ungekannten, dem Stummen und Sprachlosen, eine Stimme. Dabei durchdringen sich das Weibliche und das Jüdische in ihrer Poetik auf vielfache Weise. Nun seh‘ ich mich seltsam und kann mich nicht kennen / Da ich vor Rom, vor Karthago schon war, heißt es in „Die Jüdin“, die eine Forscherreise rüsten möchte in ihr eigenes uraltes Land.

Durch die Gedichtlesung führt Friederike Heimann, Literaturwissenschaftlerin und Autorin einer Biographie über Gertrud Kolmar» In der Feuerkette der Epoche« (Suhrkamp 2023).. Die Gedichte werden von der Berliner Schauspielerin Anette Daugardt vorgetragen. Weiterlesen »

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