Israelitische Kultusgemeinde München und Oberbayern

Pressemitteilung

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13. Oktober 2015

9. November 2015: Öffentliche Namenslesung (15 bis 18 Uhr) und Gedenkveranstaltung (19 Uhr) erinnern an die „Reichskristallnacht“ 1938

PRESSE-EINLADUNG UND TERMINHINWEIS: Gedenken an den 9. November 1938  – Jeder Mensch hat einen Namen – München, 13.10.2014.

Am Montag, 9. November 2015, gedenkt München auch in diesem Jahr der jüdischen Münchnerinnen und Münchner, die in der „Reichskristallnacht“ 1938 und den darauf folgenden Jahren entrechtet, deportiert und ermordet wurden.

Vor dem Hintergrund des 70. Jahrestages des Kriegsendes und der Befreiung des Konzentrationslagers Dachau erinnern die diesjährigen Gedenkveranstaltungen an jene Menschen, die durch das Novemberpogrom ihr Leben verloren. Sie wurden in das nahegelegene KZ verschleppt und ermordet, andere wurden in den Suizid getrieben. Auch ihre Familien waren Leidtragende der Gewalt.

Die Arbeitsgruppe „Gedenken an den 9. November 1938“ will gemeinsam mit der Münchner Stadtgesellschaft ihrer gedenken und ihre Namen nennen.

Bei der diesjährigen Lesung werden die Namen sowie kurze Biographien verlesen. Die Lebensgeschichten dieser Menschen und ihrer Familien zeugen davon, wie tief verwurzelt sie in der Münchner Stadtgesellschaft waren. Ihr Leben nahm mit dem 9. November 1938 eine unumkehrbare Wendung. Wie es ihnen und ihren Lieben erging, daran wollen wir mit der Lesung am 9. November 2015 erinnern.

Über eine Terminankündigung vorab und  Ihre Berichterstattung würden wir uns freuen.

Folgende Veranstaltungen finden am 9. November 2015 statt:

Öffentliche Namenslesung
zur Erinnerung an die Münchner Todesopfer der nationalsozialistischen „Schutzhaftaktion“ nach dem
9. November 1938

15:00–18:00 Uhr
am Gedenkstein der ehemaligen Hauptsynagoge in der Herzog-Max-Straße (hinter dem Künstlerhaus)

Im Mittelpunkt der Lesung stehen die Münchner Opfer der „Reichskristallnacht“, die den Misshandlungen vor Ort bzw. ihren Verletzungen nach der Verschleppung ins KZ Dachau erlagen oder sich unter dem Eindruck der Ereignisse in ihrer Verzweiflung das Leben nahmen. Verlesen werden ihre Namen und die ihrer nächsten Familienangehörigen sowie kurze Biographien, die ihre Lebensgeschichte wiederspiegeln. Wo wohnten sie, was arbeiteten sie, wer waren diese Familien – und wie ist es ihnen und ihren Lieben ergangen?

Gedenkstein am Ort der ehemaligen Hauptsynagoge, Herzog-Max-Straße. Foto: Laurent Soussana. Porträtfotos aus "Biographi sches Gedenkbuch der Münchner Juden 1933–1945", herausgegeben vom Stadtarchiv München.Programm

Einleitung
Ilse Macek
»Gegen Vergessen – Für Demokratie e. V.«

Es lesen Münchner Schülerinnen und Schüler.

Zwischentexte
Eva König
Arbeitsgruppe »Gedenken an den 9. November 1938«

Schlusswort
Aaron Buck
Israelitische Kultusgemeinde München und Oberbayern

El Mole Rachamim (Gedenk-Gebet)
Kantor Moshe Fishel
Israelitische Kultusgemeinde München und Oberbayern

Gedenkstunde zum 77. Jahrestag
der „Reichskristallnacht“

im Saal des Alten Rathauses am Marienplatz
19:00 Uhr

Programm

Aus dem Trio op. 10 für Streicher von Paul Ben-Haim
Shalom-Ensemble München

Ansprachen

  • Dieter Reiter
    Oberbürgermeister der Landeshauptstadt München
  • Dr. h. c. Charlotte Knobloch
    Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde
    München und Oberbayern

Vortrag
„Der Wandel des Gedenkens an den 9. November 1938 seit Kriegsende“
Dr. Andreas Heusler
Historiker, Stadtarchiv München

Psalm 91
Rabbiner Yehuda A. Horovitz
Israelitische Kultusgemeinde München und Oberbayern

Die Arbeitsgruppe „Gedenken an den 9. November 1938“ ruft die gesamte Münchner Stadtgesellschaft auf, an der Namenslesung und der Gedenkstunde teilzunehmen.
Zu den Gedenkveranstaltungen sind Sie herzlich eingeladen.

Um eine Akkreditierung wird gebeten.
E-Mail an a.buck@ikg-m.de

Weitere Informationen finden Sie laufend aktualisiert unter www.ikg-m.de.

Hintergrund:

„Reichskristallnacht“ – das Wort steht für eingeworfene Schaufenster von Geschäften jüdischer Eigentümer. Diese Zerstörungen waren jedoch nur die äußerlich sichtbaren Spuren der nationalsozialistischen Aggression. Dahinter verbirgt sich weit mehr. „Kristallnacht“, das bedeutet auch und vor allem: geplante und spontane Gewaltausbrüche und Mordaktionen gegen Menschen – also: Terror jenseits materieller Zerstörungen.

Der Kaufmann Joachim Both wurde in der Lindwurmstraße kaltblütig ermordet. Etwa 1.000 Männer aus München wurden als „Aktions-Häftlinge“ in das Konzentrationslager Dachau verschleppt. Über 30 von ihnen kamen nachweislich ums Leben. 22 jüdische Münchnerinnen und Münchner nahmen sich in diesen Tagen das Leben; für sie war Suizid ein letzter, verzweifelter Ausweg.

77 Jahre danach erinnert die Namenslesung an jene Menschen, die durch das Novemberpogrom ihr Leben verloren. Sie wurden entrechtet und verfolgt, gedemütigt und beraubt. Sie wurden in das nahegelegene Konzentrationslager Dachau verschleppt und ermordet, andere wurden in den Suizid getrieben. Auch ihre Familien waren Leidtragende der Gewalt. Selbst wenn sie sich ins Ausland retten konnten, so blieben doch die traumatisierenden Erfahrungen von Staatsterror, von Schutzlosigkeit und der schmerzhafte Verlust nahestehender Menschen. Sie alle waren Bürger dieser Stadt. Wir wollen ihrer gedenken und ihre Namen nennen.

Veranstalter: Arbeitsgruppe „Gedenken an den 9. November 1938“

Eine Kooperation von: BayernForum der Friedrich-Ebert-Stiftung, „Gegen Vergessen – Für Demokratie e.V.“ – regionale Arbeitsgruppe München, Israelitische Kultusgemeinde München und Oberbayern K.d.ö.R., Kulturreferat der Landeshauptstadt München, NS-Dokumentationszentrum München, Stadtarchiv München, Stiftung Bayerische Gedenkstätten

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Aktuelle Veranstaltungen


Di. 28.01.2020 | 2. Schwat 5780

Kultur

Jüdische Filmtage: »Ein Abend für Beyle Schaechter-Gottesman«

Beginn 19:00

Film und Konzert

Dokumentarfilm: »BEYLE: The Artist and Her Legacy«

Regie: Liz Walber, Christa Whitney
Produzenten
: Robin und Danny Greenspun
Cinematographie
: Christa Whitney, Heather Daniles Pusey, Amanda Lundquist, Liz Walber
Color & Sound Mix
: Rikk Desgres
Mitwirkende
: Beyle Schaechter-Gottesman, Itzik Gottesman, Gitl Schaechter-Viswanath, Rukhl Schaechter, Esther Gottesman, Asya Vaisman-Schulman
USA, 2019, jidd. / engl. OF mit engl. Untertiteln
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Dienstag, 28. Januar, 19 Uhr Weiterlesen »

Do. 30.01.2020 | 4. Schwat 5780

Kultur

Jüdische Filmtage: »Refugee Lullaby«

Beginn 19:00

Film und Gespräch

Dokumentarfilm

Regie/Buch/Schnitt: Ronit Kerstner
Produktion: WILDart Film
Koproduktion: Ronit Kerstner Productions
Kamera: Shalom Rufeisen, Jerzy Palacz
Musik: Hans Breuer
Originalton: Johannes Bültermann, David Almeida-Ribeiro, Nora Czamler
Mitwirkende: Hans Breuer, Verena Krausneker, Mingo Georgi, Louis Georgi, Rosa Georgi, Efe Turumtay, Nikola Zaric
Österreich, Israel 2019, 73 Min., engl. / dt. / jidd. OF mit dt. Untertiteln
Link zum Trailer

Donnerstag, 30. Januar, 19 Uhr Weiterlesen »

So. 02.02.2020 | 7. Schwat 5780

Kultur

Jüdische Filmtage »Wie ich lernte, bei mir selbst Kind zu sein«

Beginn 17:00

Spielfilm

Regie: Rupert Henning
Drehbuch: Uli Brée, Rupert Henning
Produzenten: Danny Krausz, Kurt Stocker
Ausführende Produzentin: Isabelle Welter
Kamera: Josef Mittendorfer (AAC)
Montage: Alarich Lenz (AEA)
Ausstattung: Katharina Wöppermann (Szenenbild), Christine Ludwig (Kostümbild), Helene Lang, Roman Braunhofer (Maskenbild)
Musik: Kyrre Kvam
Darsteller: Karl Markovics, Sabine Timoteo, Valentin Hagg, André Wilms, Udo Samel, Werner Friedl u. a.
Österreich 2019, 134 Min.
Link zum Trailer

Sonntag, 2. Februar, 17 Uhr Weiterlesen »

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