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24. Oktober 2013
„Jeder Mensch hat einen Namen“ – Gedenkveranstaltungen anlässlich des 75. Jahrestages der „Reichskristallnacht“
Gedenken in München am
Samstag, 9. November 2013
Informationen zum Gedenkakt im Alten Rathaus (19 Uhr) und der Namenslesung am Gedenkstein der ehemaligen Hauptsynagoge in der Herzog-Max-Straße (ab 21.30 Uhr)
Der Bayerische Rundfunk überträgt die Namenslesung ab 21.30 Uhr live im Internet und ab 1.30 Uhr im Bayerischen Fernsehen. Weitere Informationen unter www.br.de.
- Gedenkveranstaltung im Alten Rathaus ab 19 Uhr
Es sprechen: der Oberbürgermeister der Landeshauptstadt München, Christian Ude; die Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern, Dr. h.c. Charlotte Knobloch, der Bayerische Staatsminister für Bildung und Kultus, Dr. Ludwig Spaenle (i.V. des Ministerpräsidenten Horst Seehofer); Dr. Reinhard Kardinal Marx; Regionalbischöfin Susanne Breit-Keßler und Polizeipräsident Hubertus Andrä.
Die Gedenkrede hält in diesem Jahr der Gründungsdirektor des NS-Dokumentationszentrums München, Prof. Dr. Winfried Nerdinger.
- Durch die Nacht ab 21.30 Uhr: Lesung der Namen aller 4587 Münchner Bürger – Männer, Frauen und Kinder – die als Juden mit tödlicher Konsequenz verfolgt wurden. Ab 21.30 Uhr am Gedenkstein der ehemaligen Hauptsynagoge in der Herzog-Max-Straße (hinter dem Künstlerhaus).
- Die gesamte Münchner Stadtgesellschaft ist aufgerufen, an der Namenslesung teilzunehmen – für Sitzmöglichkeiten, WC-Einrichtungen, Decken und Heizstrahler sowie Verpflegung ist gesorgt.
- Weitere Informationen erhalten Sie im Booklet (PDF-Download).

Auch in diesem Jahr gedenkt München am 9. November der Münchner Jüdinnen und Juden, die in der „Reichspogromnacht“ und den darauf folgenden Jahren entrechtet, deportiert und ermordet wurden oder unter ungeklärten Umständen ihr Leben verloren haben.
Aus Anlass des diesjährigen 75. Jahrestages werden der zentrale Gedenkakt im Alten Rathaus sowie die anschließende traditionelle Namenslesung am Gedenkstein der ehemaligen Hauptsynagoge hinter dem Künstlerhaus am Lenbachplatz in ganz besonderer Weise gestaltet.
Bei der generations-, religions- und parteiübergreifenden gemeinsamen Gedenkstunde im Alten Rathaussaal werden der Oberbürgermeister Christian Ude, die Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern, Dr. h.c. Charlotte Knobloch, und der Bayerische Staatsminister für Bildung und Kultus, Dr. Ludwig Spaenle (i.V. des Ministerpräsidenten Horst Seehofer) sowie Reinhard Kardinal Marx, Regionalbischöfin Susanne Breit-Keßler und Polizeipräsident Hubertus Andrä sprechen. Die Gedenkrede hält in diesem Jahr der Gründungsdirektor des NS-Dokumentationszentrums München, Professor Winfried Nerdinger.
Die anschließende Namenslesung wird sich ab 21.30 Uhr als „Echtzeit-Lesung“ analog zu den damaligen Ereignissen über mehrere Stunden durch die ganze Nacht hindurch erstrecken. In diesem Jahr werden wieder alle viereinhalbtausend Namen der Opfer verlesen und anhand der historischen Quellen sollen die Ereignisse quasi-live nachgezeichnet werden.
Als Zwischentexte werden Auszüge aus den Polizeiprotokollen sowie Zeitungsmeldungen vom 10. November 1938 vorgetragen
Der 9. November 1938 ist ein zentrales Datum: Die „Reichskristallnacht“ gilt als Ausgangspunkt des Holocaust. Die Namenslesung ist ein zentraler Bestandteil der Erinnerungskultur unserer Stadt. Sie gibt den Opfern Ihren Namen, Ihre Geschichte und Ihren Platz in unserer Erinnerung zurück. Aus diesem Grund ist die gesamte Münchner Stadtgesellschaft aufgerufen, zu der Namenslesung zu kommen. Die ganze Nacht hindurch ist für ausreichend Sitzmöglichkeiten, WC-Einrichtungen, Decken und Heizstrahler sowie für Verpflegung gesorgt.
Mit möglichst großer Präsenz und Öffentlichkeit soll im Alten Rathaus sowie am Gedenkstein ein sichtbares Zeichen wider das Vergessen gesetzt werden. An diesem Tag soll es gelingen, möglichst viele Münchnerinnen und Münchner aus allen gesellschaftlichen Bereichen zu diesen Gedenkveranstaltungen zusammenzuführen – als Abbild unserer verantwortungsbewussten Stadtgesellschaft und unserer lebendigen und zukunftsgerichteten Erinnerungskultur.
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Aktuelle Veranstaltungen
Do. 01.10.2026 | 20. Tischri 5787
Kultur
„Bruno – Der junge Kreisky“
Beginn 20:Filmvorführung
Donnerstag, 1. Oktober 2026, 20 Uhr
Spielfilm, Österreich/ Deutschland 2026, 116 Min.
Regie: Harald Scheritz
Drehbuch: Harald Sicheritz, Fritz Schindlecker, Helene Maimann
Produktion: DOR Film, Wien
Darsteller: Nils Arztmann (Bruno), Maya Unger Adele Holzer), Soi Schüssler (Sissi Nesvadba), Noah Perktold (Roman Felleis) Juergen Maurer und Marie-Therese Futterknecht (Eltern Kreisky), Tobias Resch (Paul Kreisky) u. v. a.
Wien in den späten 1920er Jahren: Als Schüler aus wohlhabendem jüdischen Elternhaus wird Bruno Kreisky von der sozialistischen Arbeiterjugend nur widerwillig aufgenommen. Als die politischen Spannungen im Land eskalieren, organisieren Bruno und seine Kameraden und Kameradinnen verbotene Treffen, verteilen Widerstandspamphlete und setzen bei ihrer Revolte gegen reaktionäre Kräfte, die dem Anschluss Österreichs ans Dritte Reich entgegenfiebern, ihr Leben auf Spiel. Während sein Bruder Paul seine Rettung in der Alijah nach Palästina sieht, führt der Weg des jugendlichen Rebellen Bruno ins schwedische Exil und später als österreichischer Spitzenpolitiker auf die Weltbühne. Weiterlesen »
Mi. 07.10.2026 | 26. Tischri 5787
Kultur
»Sie kamen, um uns zu töten. Mein Leben als Jüdin vor und nach dem 7. Oktober« – Ein Abend mit Dafna Gerstner
Beginn 19:00Buchpräsentation & Gespräch mit der Autorin
Mittwoch, 7. Oktober 2026, 19 Uhr
Lesung: Ulla Wagener
Moderation: Richard Volkmann
Dafna Gerstner stammt aus Israel und lebt seit 2011 in Deutschland. 2023 wurde sie Zeugin des brutalen Massakers der Hamas vom 7. Oktober im Kibbuz Be’eri. Wie durch ein Wunder überlebte sie in einem nicht abschließbaren Schutzraum in der Wohnung ihres Bruders Eitan. Dreißig Menschen von dort, darunter Kleinkinder, wurden nach Gaza verschleppt – nicht alle haben die Geiselhaft überlebt. Es starben insgesamt 102 aus dem Kibbuz Be‘eri, darunter auch Dafnas Bruder Eitan, der als Mitglied der Bereitschaftseinheit das Leben zahlreicher Kibbuz-Mitglieder rettete im für ihn tödlichen Kampf gegen die Terroristen.
In ihrem Buch erzählt die Überlebende Dafna Gerstner vom Leben im Kibbuz vor und nach dem Massaker, aber auch davon, was es heißt zu überleben. Sie berichtet von den traumatischen Folgen des Terrorangriffs – sowohl für sie persönlich als auch für die israelische Gesellschaft. Doch auch die Spaltung der deutschen Gesellschaft hat ihr Leben als Jüdin in Deutschland verändert.
Sa. 17.10.2026 | 6. Cheschwan 5787
Kultur
Zum 27. Mal: »Die lange Nacht der Münchner Museen
Beginn 20:30 Uhr:Beitrag der IKG München und Oberbayern
Auf einen Blick:
Vorträge (je 30 Min.)
20:30 Uhr Dinah Zenker
22:00 Uhr Ellen Presser
Konzerte des Synagogenchors »Schma Kaulenu«
unter Leitung von David Rees
21:15 Uhr und 22:30 Uhr (ca. 30 Min.)
Eine Synagoge, wörtlich Ort der Zusammenkunft (zum Gebet), ist von zentraler Bedeutung für jüdisches Leben. Der Vortrag erläutert, woher der Name »Ohel Jakob kommt, ferner architektonische Besonderheiten und die Rolle der Musik.
Musikalische Begleitung: Luisa Pertsovska
Veranstaltungsort: Synagoge »Ohel Jakob«, St.-Jakobs-Platz 18, 80331 München
Das Restaurant Einstein im Jüdischen Gemeindezentrum bietet koschere Köstlichkeiten.
Das Ticket kostet 20 Euro und berechtigt zum Eintritt in über 100 beteiligte Häuser.
Weitere Informationen unter www.muenchner.de und www.ikg-m.de
Israelitische Kultusgemeinde
München und Oberbayern K.d.ö.R.
St.-Jakobs-Platz 18
80331 München
Tel: +49 (0)89 20 24 00 -100
Fax: +49 (0)89 20 24 00 -170
E-Mail: empfang@ikg-m.de
