Israelitische Kultusgemeinde München und Oberbayern

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So. 03.06.2012 | 13. Siwan 5772

Beginn 18:00

Münchner Kammerspiele: Über Leben (Leas Hochzeit. Heftgarn. Simon.)

Als Gastspiel zeigt das Deutsche Theater Berlin im Schauspielhaus der Münchner Kammerspiele eine Trilogie der niederländischen Dramatikerin und Dichterin Judith Herzberg.

Regie: Stephan Kimmig, Bühne: Katja Haß, Kostüme: Anja Rabes, Musik: Michael Verhovec, Dramaturgie: Sonja Anders

Mit: Meike Droste, Maren Eggert, Claudia Eisinger, Michael Gerber, Christian Grashof, Johanna Griebel, Moritz Grove, Daniel Hoevels, Leonie Kleinadam, Peter Moltzen, Markwart Müller-Elmau, Jörg Pose, Christine Schorn, Paul Schröder, Simone von Zglinicki, Karolin Wiegers, Susanne Wolff, Almut Zilcher

Judith Herzberg erzählt die Geschichte einer jüdischen Familie über 26 Jahre – sie zeigt Menschen, die für ein erfülltes Leben und gegen die Vergangenheit kämpfen, die voller Humor und Kraft, aber auch Labilität und Trauer sind. 1972 feiert Lea im Haus ihrer Eltern Ada und Simon ihre dritte Hochzeit; Verwandte, Freunde, Ex-Ehemänner sind anwesend und die Familienverhältnisse selbst für Eingeweihte kaum zu durchschauen.

Trotz des Trubels, der Liebesgeschichten und kleinen Skandale lassen sich aber die Geister der Vergangenheit nicht verjagen: Ada und Simon haben das Konzentrationslager überlebt, Lea hat diese Zeit bei einer „Kriegsmutter“ verbracht, Zwarts Frau und sein Sohn wurden ermordet, wie auch Dorys Eltern, Hans’ Eltern… Und wenn nach dieser Hochzeit weiter geheiratet und sich verlassen wird, wenn Menschen sterben, Kinder geboren werden, diese sich verlieben und sich wieder verlassen, so ist der Holocaust doch präsent. Bis in die Generation der Enkel existiert das Trauma, setzen sich Angst, Verunsicherung und Wut fort.

Das dreiteilige Familienepos, bestehend aus LEAS HOCHZEIT, HEFTGARN und SIMON, wird in dieser Inszenierung zum ersten Mal an einem Abend gezeigt.

Karten unter Tel. 089/ 233 966 99 und an der Abendkasse.

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Aktuelle Veranstaltungen


Mo. 15.06.2026 | 30. Siwan 5786

Kultur

Buchvorstellung mit Tuvia Tenenbom: „Wie nennt Ihr dieses Land hier? Unter Siedlern“

Beginn 19:00

Buchpräsentation und Gespräch
Mit Fotos von Isi Tenenbom
Montag, 15. Juni 2026, 19 Uhr

Nach seinen Expeditionen »Allein unter Deutschen«, war er allein unter Juden, Amerikanern, Flüchtlingen und orthodoxen Juden. Inzwischen verbrachte Tenenbom acht Monate im Westjordanland unter Siedlern und sprach mit allen: religiösen Zionisten, politisch engagierten Siedlern, antizionistischen Charedim, mit Menschen, die aus wirtschaftlichen Gründen dort leben, mit Aktivisten, Journalisten, Politikern und Palästinensern.

Je mehr Gespräche er führte, desto deutlicher wurde: Ein einheitliches Bild lässt sich angesichts dieser komplexen Gemengelage nicht zeichnen. Gewalt verschweigt er nicht: »Ich gebe niemandem einen ›Rabatt‹. Ich weise nur darauf hin, dass dies ein kleiner Teil einer äußerst komplexen Geschichte ist – einer Geschichte mit vielen Schichten.« Weiterlesen »

Mi. 17.06.2026 | 2. Tamusz 5786

Kultur

Scholem-Alejchem-Vortrag: „ביכער פֿאַר אַלע“ – „Bücher für alle – populäre jiddische Literatur in Osteuropa, 1860 – 1914“

Beginn 18:15

Scholem-Alejchem-Vortrag in ondenk fun Evita Wiecki s“l
Mittwoch, 17. Juni 2026, 18:15 Uhr

Vortrag in jiddischer Sprache

  • Begrüßung: Prof. Dr. Martina Niedhammer
  • Einführung: Dr. Dasha Vakhrushova

Seit der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurde der jiddische Buchmarkt in Osteuropa neben traditionell-religiöser chassidischer Literatur immer mehr auch von weltlichen Publikationen geprägt. Diese neuen Texte richteten sich an ein breiteres jiddischsprachiges Lesepublikum, das tatsächlich großes Interesse an den neuen Formen und Inhalten zeigte. In dieser Zeit erschienen auch die ersten jiddischen Zeitungen, ein erschwingliches und leicht zugängliches Mittel der Verbreitung allgemeinen Wissens und aufklärerischer Ideen. Allmählich wurden diese Zeitungen zu einer wichtigen Bühne für literarische Werke unterschiedlichster Qualität. Der Vortrag möchte die große Bandbreite jiddischer Publikationen aufzeigen, zu denen jiddische Leser von der Mitte des 19. Jahrhunderts bis zum Ausbruch des Ersten Weltkriegs Zugang hatten, und stellt eine repräsentative Auswahl dieser Werke vor. Dazu gehören belletristische Werke diverser Genres und Stilrichtungen von verschiedener Qualität, darunter die sogenannte shund-literatur [Trivialliteratur] sowie populärwissenschaftliche Werke, die auf die Bedürfnisse der osteuropäischen jiddischen Leserschaft zugeschnitten waren. Weiterlesen »

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