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13. Februar 2012
Verwirrung um angebliche Ermittlungsskandal beim BKA
Von Johann Tischewski, dapd. Das Bundeskriminalamt (BKA) wehrt sich gegen den Vorwurf, bei den Ermittlungen zur rechten Zwickauer Terrorzelle absichtlich Beweismittel vernichtet zu haben. Seine Behörde habe weder Material „unterdrückt, noch manipuliert, noch vernichtet“, sagte der BKA-Präsident, Jörg Ziercke, am 12.2.2012. Nach einem Bericht der Bild am Sonntag soll das BKA heimlich Daten eines sichergestellten Mobiltelefons des mutmaßlichen Terrorhelfers André E. gelöscht haben. Das Innenministerium und mehrere Politiker verlangten Aufklärung.
Die Löschaktion soll laut Bild am Sonntag am 8. Dezember vergangenen Jahres durch einen IT-Experten der Bundespolizei auf Bitten einer BKA-Mitarbeiterin erfolgt sein. Die Datenauswertung sei dann jedoch nicht zu den Ermittlungsakten genommen und damit den Justizbehörden vorenthalten worden, schreibt die Zeitung. In dem Bericht werden zudem nicht näher benannte Polizeiexperten aufgeführt, die es den Angaben zufolge für möglich halten, „dass das BKA Informanten im Umfeld der Neonazi-Bande schützen will“.
Politik und Ministerium fordern Aufklärung
Die Reaktion aus der Politik kam prompt: „Es kann ja wohl nicht sein, dass die Behörde, die am lautesten nach Vorratsdatenspeicherung ruft, jetzt absichtlich Verbindungsdaten gelöscht hat, die mithelfen sollten ein Verbrechen aufzuklären“, sagte der Obmann der FDP im NSU-Untersuchungsausschuss, Hartfrid Wolff. Das BKA habe sich da „ins eigene Knie geschossen“. Linke-Politikerin Petra Pau erklärte: „Die große Aufklärung war versprochen. Nun riecht es nach großer Vertuschung.“
Zudem schreibt die Bild am Sonntag unter Berufung auf einen Sprecher des Bundesinnenministeriums, dass Staatssekretär Klaus-Dieter Fritsche „eine umfassende Erklärung durch die Amtsleitung des BKA angefordert“ habe. Auch Innenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) sei alarmiert, heißt es in dem Bericht.
Innenministerium fordert umfassende BKA-Erklärung
Das Innenministerium erwartet eine umfassende Erklärung des Bundeskriminalamts. Geklärt werden sollen auch „generelle Verfahrensabläufe“, sagte ein Sprecher des Ministeriums. Die BKA-Leitung sei nach wie vor aufgefordert, dem Ministerium einen umfassenden Bericht vorzulegen.
Zugleich betonte das Ministerium jedoch, dass nach jetzigem Stand die Ermittlungen zu keinem Zeitpunkt gefährdet gewesen seien. Das BKA habe die Bundespolizei lediglich gebeten, ausgelesene Handy-Daten, die als Dublette vorhanden waren, wieder zu löschen. Auch das BKA hatte am Wochenende betont, es habe weder Material „unterdrückt, noch manipuliert, noch vernichtet“.
BKA weist Vorwürfe entschieden zurück
Das BKA reagierte empört: „Dieser Vorwurf ist absurd“, heißt es in einer Mitteilung der Sicherheitsbehörde. Alle in der Berichterstattung der Bild am Sonntag vorgenommenen „Mutmaßungen und getroffenen Schlussfolgerungen“ seien unzutreffend. Seine Behörde schützte „weder Neonazis, noch Informanten aus der rechten Szene“, betonte Ziercke.
Nach Übergabe der Daten an das BKA sei die Bundespolizei um Löschung der dort noch als Kopie vorhandenen Daten gebeten worden, um in diesem sensiblen Ermittlungsverfahren die Datenbestände an einer Stelle zu konzentrieren, heißt es in der Mitteilung. Dies sei in völligem Einvernehmen mit der Bundesanwaltschaft erfolgt. Insofern sei der Vorwurf einer „Nacht-und-Nebel-Aktion“ und die Vermutung, Daten würden dem Generalbundesanwalt vorenthalten, nicht haltbar. Die zuständige BKA-Mitarbeiterin stehe im übrigen „als Zeugin der Maßnahme – auch für ein mögliches gerichtliches Verfahren – uneingeschränkt zur Verfügung.“
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Do. 05.03.2026 | 16. Adar 5786
Kultur
»Wie rettet man das Tote Meer?«
Vorstellung eines Dokumentarfilmprojekts und Vortrag im Rahmen der 17. Jüdischen Filmtage
Initiatoren: Florentinfilm, Herzliya / Israel
Das Tote Meer stirbt. Es verliert anderthalb Meter pro Jahr. Der Wasserspiegel sinkt, die Strände verschwinden, Erdfälle öffnen sich. Wenn das so weitergeht, ist es in 30 Jahren verschwunden.
Der in Entstehung befindliche Film will die Geschichte dieses Binnenmeeres aus der Perspektive von drei Personen erzählen: Mosche Bernstein, einem orthodoxen jungen Mann, der statt in der Jeschiwa zu lernen, mit seiner Kamera die Salzschichten, Rückzugslinien, sich ändernden Farben, dokumentiert; Oded Rahav, Umweltaktivist , Extremsportler und Gründer der Initiative Dead Sea Guardians; Jackie ben Zaken, ehem. Marine-Soldat, der dort seine innere Ruhe wiederfand und nun Bewußtseins-Touren leitet, mit Blick auf die sich ändernden Landschaften und seltene geologische Phänomene, die das zurückweichende Wasser freigibt.
Präsentation des Film-Teasers zur in Vorbereitung befindlichen Film-Dokumentation mit den Filmemachern Harel Yana und Mordechai Malka
»Last chance to save the Dead Sea«
Vortrag des Umweltaktivisten Oded Rahav
in engl. Sprache mit Powerpoint-Präsentation
Moderation: Emanuel Rotstein
Eintritt frei.
Anmeldung erbeten unter karten@ikg-m.de oder (089) 202 400 4i91
Veranstalter: Kulturzentrum der IKG München & Oberbayern mit freundlicher Unterstützung von florentinfilm
Veranstaltungsort: Jüdisches Gemeindezentrum, St.-Jakobs-Platz 18
Di. 10.03.2026 | 21. Adar 5786
Kultur
„Lieber Gott als nochmals Jesus“ – eine humoristische Beichte mit Ilja Richter
Beginn 19:00Buchpräsentation
Dienstag, 10. März 2026, 19 Uhr
Teil der Woche der Brüderlichkeit
Ilja Richter nimmt seine Zuhörerschaft mit auf (s)eine Suche nach religiöser Heimat und Zugehörigkeit. Dabei umkreist er das Thema Judentum / Christentum in bitter-komischen Geschichten, pointierten Glossen, mit Fakten und Zitaten – und Musik. Damit eröffnet er seinen ganz eigenen, ungewöhnlichen Blick in die Welt des Glaubens.
Ilja Richter, 1952 in Ost-Berlin geboren, ist das Kind einer jüdischen Mutter und eines nichtjüdischen Vaters, der als Kommunist 9 ½ Jahre in Zuchthaus und KZ verbrachte. Er gehört zu den vielseitigsten Künstlern in jeder nur denkbaren Sparte: als Schauspieler, Synchron- und Hörfunksprecher, Sänger, Autor, Theater- und Musical-Regisseur und -Darsteller. Frühe Berühmtheit erlangte er als jüngster TV-Moderator mit der Sendung »Disco« im ZDF. Weiterlesen »
Do. 12.03.2026 | 23. Adar 5786
Kultur
Ephraim Kishon. Ein Leben für den Humor
Beginn 19:00Ein Abend mit der Biographin Silja Behre
Donnerstag, 12. März 2026, 19 Uhr
Teil der Woche der Brüderlichkeit
Seit den 1960er-Jahren führten Ephraim Kishons Bücher immer wieder die Bestseller-Listen an, wurden teilweise auch verfilm, inklusive zwei Oscar-Nominierungen. Wie kam es dazu, dass der aus Budapest stammende Israeli Ephraim Kishon (1924-2005) mit seinen Humoresken gerade beim deutschen Publikum seinen größten Erfolg hatte? Ausgehend von Kishons eigenen Aufzeichnungen, Erinnerungen von Zeitzeugen und Weggefährten sowie Presseberichten und Archivmaterial beschreibt die Biographin Silja Behre seine Erfolgsgeschichte im Spannungsfeld von Literatur, Humor und Politik. Weiterlesen »
Israelitische Kultusgemeinde
München und Oberbayern K.d.ö.R.
St.-Jakobs-Platz 18
80331 München
Tel: +49 (0)89 20 24 00 -100
Fax: +49 (0)89 20 24 00 -170
E-Mail: empfang@ikg-m.de
