Israelitische Kultusgemeinde München und Oberbayern

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3. Mai 2018

Trauer um Johanna Angermeier

Die Verwalterin des Israelitischen Friedhofs in der Thalkirchner Straße verstarb im Alter von 78 Jahren. Ein Nachruf Helmut Reister, erschienen in der Jüdischen Allgemeinen vom 3.5.2018.

Vor zwei Jahren feierte die Israelitische Kultusgemeinde das 50-jährige Dienstjubiläum von Johanna Angermeier im Gemeindezentrum am Jakobsplatz. In der vergangenen Woche nahmen ihre Freunde und Bekannten an gleicher Stelle Abschied von ihr. Die »Hüterin« des Alten Israelitischen Friedhofs in der Thalkirchner Straße starb im Alter von 78 Jahren.

Johanna Angermeier sel. A. mit Kater Felix. © Marina Maisel

Johanna Angermeier sel. A. mit Kater Felix. © Marina Maisel

 

IKG-Präsidentin Charlotte Knobloch nannte Johanna Angermeier einmal »eine Institution« und meinte damit die mehr als fünf Jahrzehnte lange Dienstzeit als Verwalterin des 200 Jahre alten Friedhofs im Süden Münchens, aber auch die vorbildliche Weise, in der sie die wichtige Aufgabe wahrgenommen habe. »Die Pflege der jüdischen Friedhofskultur«, sagt die IKG-Präsidentin, »ist auch für die Historie der Gemeinde ein wichtiger Teil. Immerhin spiegelt sich im Alten Israelitischen Friedhof auch ein Stück der Geschichte Münchens wider.«

Kontakt

Die Trauerrede im Gemeindezentrum hielt Ellen Presser, die Leiterin der IKG-Kulturabteilung. Sie unterhielt seit vielen Jahren einen engen Kontakt zu Johanna Angermeier, hatte oft mit ihr beruflich zu tun, freute sich aber noch mehr, wenn »die Seele des Alten Friedhofs« auch ohne bestimmten Anlass zu einer Tasse Kaffee bei ihr im Büro vorbeischaute.

Johanna Angermeier kannte jeden Winkel des Friedhofs, jede der fünfeinhalbtausend Grabstätten, jeden Namen auf den Grabsteinen, jede damit verbundene Familiengeschichte. Ellen Presser beschrieb die Nähe der Verstorbenen zu ihrem Beruf und dem Alten Israelitischen Friedhof in der Trauerrede sehr anschaulich: »Wenn Johanna Angermeier an den Gräbern vorbeiging, häufig begleitet von ihrem Kater Felix, war es, als ob sie alte, vertraute Bekannte besuchte.«

Bäume

Auf dem Friedhof unterwegs war Johanna Angermeier nahezu jeden Tag. Die Standfestigkeit von Grabsteinen und Bäumen galt es zu kontrollieren, die Arbeitsabläufe zu organisieren, Gräber zu pflegen, Briefwechsel mit Angehörigen in aller Welt zu führen und und und. »Ihr ging es auch darum, den Charakter des Waldfriedhofs zu erhalten«, blickt Ellen Presser zurück.

Zum Abschied von Johanna Angermeier ertönte bei der Trauerfeier im Gemeindezentrum das Lied »Don’t Think Twice«, gesungen von der amerikanischen Folk-Legende Joan Baez. Es war der Wunsch von Tochter Angela. Sie und ihre Mutter hatten vor vielen Jahren gemeinsam ein Konzert der Sängerin besucht und den Tag nie vergessen.

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Aktuelle Veranstaltungen


Mi. 14.11.2018 | 6. Kislew 5779

Kulturzentrum

„Vor Antisemitismus ist man nur noch auf dem Monde sicher“: Gesprächsabend über Judenfeindlichkeit und Rassismus heute

Beginn 19:00

Das berühmte Zitat von Hannah Arendt ist immer noch aktuell. Über die Situation in Deutschland mit Blick auf Antisemitismus, Rassismus, Sündenbock-Suche und Staatsverdrossenheit diskutieren

Prof. Dr. Dr. Michel Friedman, Jurist, Publizist, Fernsehmoderator, lehrt seit 2016 Immobilien- und Medienrecht an der Frankfurt University of Applied Scienes,

Dr. Felix Klein, Beauftragter der Bundesregierung für jüdisches Leben in Deutschland und den Kampf gegen Antisemitismus, und

Dr. Ludwig Spaenle, Staatsminister a.D.

 

Moderation:
Dr. Elio Adler, Vorstandsvorsitzender der WerteInitiative – jüdisch-deutsche Positionen e.V. 

Begrüßung:
Dr. h. c. Charlotte Knobloch, Präsidentin der IKG München und Oberbayern

Schlusswort:
Yehoshua Chmiel, Vizepräsident der IKG München und Oberbayern

 

Der Eintritt ist frei.

Anmeldung unter (089) 202400-491 oder per E-Mail an karten@ikg-m.de.

Veranstalter
Israelitische Kultusgemeinde München und Oberbayern K.d.ö.R.

Organisation
Kulturzentrum der IKG

Veranstaltungsort
Jüdisches Gemeindezentrum, St.-Jakobs-Platz 18

Do. 22.11.2018 | 14. Kislew 5779

Kulturzentrum

„Der neu-deutsche Antisemit. Gehören Juden heute zu Deutschland?“ – eine persönliche Analyse von Arye Sharuz Shalicar

Beginn 19:00

Gerade einmal drei Generationen sind seit der Schoah vergangen. Deutschland ist heute ein anderes Land. Die Deutschen haben aus der Vergangenheit gelernt. Ist es wirklich so?

Der Politologe und Publizist Arye Sharuz Shalicar, 1977 in Göttingen geboren,  war IDF-Presseoffizier und ist seit 2017 Mitarbeiter der israelischen Regierung im Ministerium für Nachrichtendienste. 2010 veröffentlichte er bei dtv „Ein nasser Hund ist besser als ein trockener Jude: Die Geschichte eines Deutsch-Iraners, der Israeli wurde„.

Im Beruf trifft er auf deutsche Spitzenpolitiker, Vertreter von NGOs, Journalisten, Polizisten, Bundeswehrsoldaten, Akademiker und Pilgergruppen. Nach unzähligen Gesprächen und Begegnungen gelangt er in seinem neuen bei Hentrich & Hentrich erschienenen Buch zu der bitteren Erkenntnis: Antisemitismus ist in Deutschland, nicht selten getarnt als „Israel-Kritik“, weiterhin tief verwurzelt. „Neu-deutsche“ Antisemiten treten ihm mit unsäglichen Kommentaren unverhohlen in seinem Blog entgegen.

 

Moderation: Nelly Kranz, Koordinatorin deutsch-israelischer Begegnungen

Eintritt 5,- Euro. Für Schüler, Studenten, Münchenpass-Inhaber mit Nachweis Eintritt frei.

Anmeldung unter (089) 202400-491 oder per E-Mail an karten@ikg-m.de.

Veranstalter
Kultur­zentrum der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern

Veranstaltungsort
Jüdisches Gemeindezentrum, St.-Jakobs-Platz 18

 

Di. 27.11.2018 | 19. Kislew 5779

Kulturzentrum

„Die Pfefferfälscher – Geschichte einer Familie“ – Gespräch mit der Autorin Monika Sznajderman

Beginn 19:00

Buchpräsentation und Gespräch

Moderation:
Judith Leister, Journalistin

Lesung:
Lennard Eger, Otto Falckenberg Schule, Fachakademie für darstellende Kunst der LHSt München

Monika Sznajderman © Radek Polak / Suhrkamp Verlag

Jahrzehnte nach dem Zweiten Weltkrieg macht sich die 1958 geborene polnische Verlegerin und Autorin Monika Sznajderman auf, die Geschichte ihrer ermordeten jüdischen Familie zu rekonstruieren. Ihr Vater hatte über seine Odyssee durch die Konzentrations- und Vernichtungslager, seine Flucht und die Rückkehr nach Warschau nie sprechen wollen. Die Erzählung über ihre jüdischen Vorfahren kontrastiert mit der Familiensaga ihrer polnisch-katholischen Oberschichtfamilie mütterlicherseits, die vom Verschwinden der Juden in ihrer direkten Umgebung praktisch keine Notiz nimmt. Deutlich wird die Tragik des jahrhundertelangen polnisch-jüdischen Zusammenlebens, die nicht nur ihre Familie, sondern die ganze Gesellschaft bis heute nicht loslässt.

Der Eintritt ist frei.

Veranstalter
NS-Dokumentationszentrum München, Kulturzentrum der Israelitischen Kultusgemeinde und Deutsch-Polnische Gesellschaft München

Veranstaltungsort
NS-Dokumentationszentrum München, Max-Mannheimer-Platz 1, 80333 München

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Kontakt
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München und Oberbayern K.d.ö.R.
St.-Jakobs-Platz 18
80331 München
Tel: +49 (0)89 20 24 00 -100
Fax: +49 (0)89 20 24 00 -170
E-Mail: info@ikg-m.de