Israelitische Kultusgemeinde München und Oberbayern

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6. November 2014

Kunst und Kinder

Beim Neujahrsbrunch informierten die Freunde des Tel Aviv Museum of Art über ihre sozialen Projekte. Von Miryam Gümbel, erschienen in der Jüdischen Allgemeinen, 6.11.2014.  Die Kunst als Botschafter auf dem Weg zum Frieden – diese Vision prägt die Arbeit der Freunde des Tel Aviv Museum of Art Deutschland (TAMAD).

Hélène Gleitman, Charlotte Knobloch, William E. Moeller und Samy Gleitman im Gemeindezentrum. © Daniel Schvarcz

Ein wichtiges Projekt läuft unter dem Motto »The Art Road to Peace« und bringt im Museum jüdische und arabische Kinder zusammen. Heute nehmen jährlich über 2000 Kinder an den Programmen teil.

Um dieses Engagement für ein von Akzeptanz und gegenseitigem Respekt geprägtes Miteinander einmal mehr zu unterstreichen und zu fördern, hatte der Verein am Dienstag vergangener Woche zu einem Neujahrsbrunch ins Restaurant Einstein im Gemeindezentrum am Jakobsplatz eingeladen.

GROSSZÜGIG

Gesponsert hatte den Israelischen Brunch der Münchner Gastronom Gerd Käfer. Ihn begrüßte der Freundeskreis-Vorsitzende Samy Gleitman besonders herzlich. Käfer gehört dem Kuratorium von TAMAD an »und engagiert sich in großzügiger Weise«, wie Samy Gleitman betonte. Sein Gruß galt auch allen anderen engagierten Gästen, darunter die Generalkonsule der USA und Israels, William E. Moeller und Dan Shaham.

Als Hausherrin hieß Präsidentin Charlotte Knobloch, ebenfalls Mitglied im TAMAD-Kuratorium, den Sponsor willkommen. »Niemals seit den verheerenden Jahren der beiden Weltkriege war unsere Welt so dringend auf der Suche nach Wegen zum Frieden wie jetzt«, erinnerte sie und bezeichnete »The Art Road to Peace« von TAMAD als überzeugende Antwort darauf. Sie hob hervor, dass Käfer sich als Mitstreiter auf diesen Weg begeben habe und sich stark engagiere.

Mit seinem beeindruckenden und unvergleichlichen Lebenswerk sei es Käfer zudem gelungen, München in ungeahnte Dimensionen des Genusses und des Luxus zu katapultieren, unterstrich Knobloch. Seine Gourmet-Institution sei ein essenzielles Stück München, mit der er international berühmt und beliebt wurde.

PARTNER

Gleichwohl sei Gerd Käfer nie abgehoben und blind geworden für die Nöte dieser Welt. Hinzu komme, so die Präsidentin, »dass er seit Langem ein leidenschaftlicher Fan des Staates Israel und ein verlässlicher Partner an der Seite der jüdischen Gemeinschaft ist«. Dabei reiche sein Engagement »weit über den kulinarischen Bereich hinaus. Er ist immer auf der Suche nach neuen Inspirationen – eben gerade auch auf sozialem, politischem und gesellschaftlichem Terrain.« Mit TAMAD schließe er sich nun jenen Freunden an, die Israel und das israelische Lebensgefühl über die Kunst vermitteln.

Käfer selbst erklärte sein Engagement in einer kurzen Ansprache. Als Gastronom habe er viele unterschiedliche Menschen kennengelernt und mit seiner Firma auch jüdische Familienfeiern ausgerichtet. »Über Freunde, die oft nach Israel reisen, habe ich mehr über das Land, die Menschen und die Kultur dort erfahren«, erzählte er. »Natürlich blieb die Auseinandersetzung mit der politischen Situation nicht aus. Als friedliebender Mensch stellte ich mir, wie viele, die Frage, warum diese Region nicht zur Ruhe kommen kann. Ich bekam auch die Ohnmacht der Bevölkerung mit, die sich auf beiden Seiten nichts mehr als Frieden und Sicherheit sehnlich wünscht.«

Seine Schlussfolgerung war, dass Frieden nur durch Verhandlungen erreicht werden kann, »aber dazu müssen sich beide Seiten als gleichberechtige Partner gegenübersitzen«. Mit einer Generation, die der anderen gegenüber mit Vorurteilen behaftet ist, könne das schwierig werden. So wurde Gerd Käfer schnell klar, »dass man bei den Kindern anfangen muss, die geistigen Barrieren erst gar nicht entstehen zu lassen«.

BRÜCKENBAUER

Als der Gastronom bei TAMAD von deren Projekt »The Art Road to Peace« erfuhr, war Käfer sofort begeistert und wollte sich einbringen: »Mein Ziel ist es, durch die Kunsterziehung bei den Kindern zu bewirken, dass ihr Menschenbild geprägt wird durch Gleichheit und Gerechtigkeit, Mitmenschlichkeit, Toleranz, Fairness und Respekt.« Mit großem Applaus dankten die Gäste dem engagierten Spender.

Die »Freunde des Tel Aviv Museum of Art Deutschland« sind ein gemeinnütziger Verein. Mit 130 Mitgliedern verstehen sie sich als Unterstützer Israels, insbesondere des Art Museums in Tel Aviv. »Mit ›The Art Road to Peace‹ sind wir auf der Ebene der Kunst Brückenbauer zwischen jüdischen und arabischen Kindern in Israel«, erklärte Samy Gleitman.

Und auch die deutsch-israelischen Beziehungen liegen TAMAD am Herzen. Hélène Gleitman informierte über die Tätigkeitsfelder und ließ die Gäste mit einem kurzen Film die Arbeit anschaulich erleben. Da sah man die begeisterten Kinder ebenso wie den neuen Museumsflügel, der mithilfe der Freunde des Museums realisiert werden konnte.

FÄHIGKEITEN

Innerhalb des Friedensprojekts gibt es unterschiedliche Programme, bei denen sich immer arabische und jüdische Kinder begegnen. In einem Schnuppertag unter dem Motto »A Taste of Art in the Museum« etwa kommen Kinder zusammen, vornehmlich aus Schulen im Umland. Bei Führungen und Workshops erleben die meisten hier eine ihnen bislang unbekannte Kultur.

Speziell für arabische und jüdische Kindergärten im jüdischen Staat ist eines der vielen weiteren Programme gedacht: »First Steps on the Art Road to Peace« bietet mit vier Treffen während eines Kindergartenjahres die Möglichkeit, dass die Kleinen durch die Kombination von Betrachten, Beschreiben und schöpferischem Handeln auf spielerische Weise ihre Fähigkeiten entwickeln und dabei den anderen mit Interesse und Toleranz in einer kreativen Umgebung kennenlernen.

Sich selbst ein Bild machen können die Mitglieder von TAMAD bei den vom Verein angebotenen Kunstreisen nach Israel, von denen so mancher Gast beim anschließenden Brunch im Gemeindezentrum berichten konnte.

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Aktuelle Veranstaltungen


Do. 05.03.2026 | 16. Adar 5786

Kultur

WIRD VERSCHOBEN: „Wie rettet man das Tote Meer?“

Aufgrund der derzeitigen Lage in Israel und des Ausfalls etlicher Flugverbindungen kann diese Veranstaltung leider nicht wie geplant stattfinden. Ein neuer Termin wird rechtzeitig bekanntgegeben.

Vorstellung eines Dokumentarfilmprojekts und Vortrag im Rahmen der 17. Jüdischen Filmtage

Initiatoren: Florentinfilm, Herzliya / Israel

Das Tote Meer stirbt. Es verliert anderthalb Meter pro Jahr. Der Wasserspiegel sinkt, die Strände verschwinden, Erdfälle öffnen sich. Wenn das so weitergeht, ist es in 30 Jahren verschwunden.

Der in Entstehung befindliche Film will die Geschichte dieses Binnenmeeres aus der Perspektive von drei Personen erzählen: Mosche Bernstein, einem orthodoxen jungen Mann, der statt in der Jeschiwa zu lernen, mit seiner Kamera die Salzschichten, Rückzugslinien, sich ändernden Farben, dokumentiert; Oded Rahav, Umweltaktivist , Extremsportler und Gründer der Initiative Dead Sea Guardians; Jackie ben Zaken, ehem. Marine-Soldat, der dort seine innere Ruhe wiederfand und nun Bewußtseins-Touren leitet, mit Blick auf die sich ändernden Landschaften und seltene geologische Phänomene, die das zurückweichende Wasser freigibt.

Präsentation des Film-Teasers zur in Vorbereitung befindlichen Film-Dokumentation mit den Filmemachern Harel Yana und Mordechai Malka

»Last chance to save the Dead Sea«
Vortrag des Umweltaktivisten Oded Rahav
in engl. Sprache mit Powerpoint-Präsentation

Moderation: Emanuel Rotstein

Eintritt frei.

Anmeldung erbeten unter karten@ikg-m.de oder (089) 202 400 491

Veranstalter: Kulturzentrum der IKG München & Oberbayern mit freundlicher Unterstützung von florentinfilm

Veranstaltungsort: Jüdisches Gemeindezentrum, St.-Jakobs-Platz 18

Di. 10.03.2026 | 21. Adar 5786

Kultur

„Lieber Gott als nochmals Jesus“ – eine humoristische Beichte mit Ilja Richter

Beginn 19:00

Buchpräsentation

Dienstag, 10. März 2026, 19 Uhr
Teil der Woche der Brüderlichkeit

Ilja Richter nimmt seine Zuhörerschaft mit auf (s)eine Suche nach religiöser Heimat und Zugehörigkeit. Dabei umkreist er das Thema Judentum / Christentum in bitter-komischen Geschichten, pointierten Glossen, mit Fakten und Zitaten – und Musik. Damit eröffnet er seinen ganz eigenen, ungewöhnlichen Blick in die Welt des Glaubens.

Ilja Richter, 1952 in Ost-Berlin geboren, ist das Kind einer jüdischen Mutter und eines nichtjüdischen Vaters, der als Kommunist 9 ½ Jahre in Zuchthaus und KZ verbrachte. Er gehört zu den vielseitigsten Künstlern in jeder nur denkbaren Sparte: als Schauspieler, Synchron- und Hörfunksprecher, Sänger, Autor, Theater- und Musical-Regisseur und -Darsteller. Frühe Berühmtheit erlangte er als jüngster TV-Moderator mit der Sendung »Disco« im ZDF. Weiterlesen »

Do. 12.03.2026 | 23. Adar 5786

Kultur

WIRD VERSCHOBEN: Ephraim Kishon. Ein Leben für den Humor

Beginn 19:00

Aufgrund der derzeitigen Lage in Israel und des Ausfalls etlicher Flugverbindungen kann diese Veranstaltung leider nicht wie geplant stattfinden. Ein neuer Termin wird rechtzeitig bekanntgegeben.

Ein Abend mit der Biographin Silja Behre
Donnerstag, 12. März 2026, 19 Uhr
Teil der 
Woche der Brüderlichkeit

Seit den 1960er-Jahren führten Ephraim Kishons Bücher immer wieder die Bestseller-Listen an, wurden teilweise auch verfilm, inklusive zwei Oscar-Nominierungen. Wie kam es dazu, dass der aus Budapest stammende Israeli Ephraim Kishon (1924-2005) mit seinen Humoresken gerade beim deutschen Publikum seinen größten Erfolg hatte? Ausgehend von Kishons eigenen Aufzeichnungen, Erinnerungen von Zeitzeugen und Weggefährten sowie Presseberichten und Archivmaterial beschreibt die Biographin Silja Behre seine Erfolgsgeschichte im Spannungsfeld von Literatur, Humor und Politik. Weiterlesen »

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