Pressemitteilung
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14. Juli 2014
Israelhass in Deutschland | Knobloch entsetzt über antiisraelische Demonstrationen: „Lupenreiner Antisemitismus“
München, 14.7.2014. Am vergangenen Wochenende hat es überall in Deutschland Demonstrationen gegen Israel gegeben. Die Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern, Dr. h.c. Charlotte Knobloch, zeigte sich entsetzt über den „beängstigend hohen Grad an Israelfeindlichkeit“ in der Bundesrepublik: „Es ist unerträglich, dass auf deutschen Straßen offen antisemitische und volksverhetzende Parolen und Bilder skandiert und präsentiert werden“.
Knobloch: „Wir erleben, dass sich Islamisten, Linksextreme und rechte Neonazis auf dem kleinsten gemeinsamen Nenner, ihrem Hass auf Israel, verbünden. Sie demonstrieren unter Überschriften wie ‚Free-Palestine’ und suggerieren geschickt, sich für Menschenrechte einzusetzen. In Wahrheit wird widerlichste islamistische, antizionistische Hass-Propaganda verbreitet. Diese findet tragischerweise in Deutschland einen hallenden Resonanzboden. Der antiisraelische Mainstream in unserem Land hat ein unerträgliches Niveau erreicht. Was hier passiert, hat mit legitimer Kritik an der israelischen Regierung, der Armee oder an einzelnen Extremisten nichts zu tun. In den Demonstrationszügen werden massenhaft Hitler-Glorifizierungen, Holocaust-Relativierungen sowie Aufrufe zu Hass und Gewalt gegen Juden und den jüdischen Staat skandiert. Das ist blanke Menschenverachtung. Das ist lupenreiner Antisemitismus, der gesellschaftlich geächtet werden muss.“
Knobloch brachte ihre Angst zum Ausdruck: „In mehreren Ländern Europas kam es bereits zu gewalttätigen Demonstrationen und antisemitischen Übergriffen. Juden trauen sich vereinzelt kaum noch auf die Straße. Ich will nicht erleben, dass sich die Situation auch in Deutschland weiter zuspitzt. Auch die Politik muss auf die antiisraelische Stimmungslage endlich reagieren. Hassparolen wie ‚Juden ins Gas‘ in einem Atemzug mit ‚Allah u akbar‘ dürfen auf deutschen Straßen nicht toleriert werden. Angesichts derartiger verbaler Exzesse ist es nur eine Frage der Zeit, dass auf jüdische Menschen und Einrichtungen auch in Deutschland Anschläge verübt werden. Schon am Wochenende wurde gemeldet, dass Synagogen geschändet wurden. Das hat mit Israel nichts zu tun. Hier entlädt sich blanker Judenhass.“
Knobloch erläutere: „Besonders gängig ist die Parole ‚Kindermörder-Israel’, wie sie immer wieder auch bei Demonstrationen am ‚Al-Kuds-Tag’ oder am ‚Nakba-Tag’ ungestraft gerufen und plakatiert wird. Das ist nicht nur eine unerträgliche Beleidigung der Menschen in Israel und aller Juden in der Welt. Es ist vor allem eine nicht hinnehmbare Verkehrung der Tatsachen. Die Hamas missbraucht Zivilisten als menschliche Schutzschilder. Waffenlager und Abschussrampen befinden sich in Wohngebieten, zum Teil ein Stockwerk unter oder über von Familien bewohnten Räumen. Auf diese Weise provoziert die Hamas ganz bewusst Tote und Verletzte in der Zivilbevölkerung. Sie benötigt diese Fotos und Videos für den Krieg der Bilder, den sie Tag für Tag auch in den deutschen Medien gewinnt.“
„Die israelische Administration und die Armee haben sich nach der grausamen Ermordung der drei israelischen Jugendlichen und der abscheulichen Rachetat an einem jungen Palästinenser lange zurückgehalten“, so Knobloch weiter. „Aber die Hamas hat mit dem anhaltenden und immer massiveren Beschuss israelischer Städte der israelischen Regierung keine Wahl gelassen. Wie sonst soll ein Staat, der täglich hundertfach mit Raketen beschossen wird und seine Bevölkerung schützen muss, reagieren?! Über hochmoderne Tunnelsysteme schleust die Hamas Hundertschaften von Terroristen nach Israel, um dort Anschläge zu verüben. Der Raketenbeschuss ist intensiver denn je. Die Hamas hat sich die Vernichtung des jüdischen Staates in ihre Charta geschrieben und verfolgt dieses Ziel unerbittlich und ohne Rücksicht auf das Volk der Palästinenser. Alles Geld und alle Energie werden für die Realisierung dieser Vernichtungsphantasie aufgewendet. So werden unschuldige Zivilsten, Kinder, Frauen, Senioren und Schwache zu Geiseln einer Terrororganisation, in deren Ideologie der Tod der Juden wichtiger ist als das Leben ihrer eigenen Bevölkerung.“
Knobloch: „Israel will keinen Krieg. Israel will keine toten Zivilisten. Aber Israel muss seine Bevölkerung und seine blanke Existenz verteidigen. Die Menschen in Israel wollen endlich in Frieden und Sicherheit leben – keinen Tag seit der Staatsgründung war ihnen das vergönnt. Keine andere souveräne Demokratie auf der Welt muss mit dieser dauerhaften existenziellen Bedrohung leben. Ich kann nicht verstehen, woher die Genugtuung und die Obsession ihre Leidenschaft schöpft, mit der Israel an den rechten und linken Rändern der Gesellschaft ebenso wie in ihrer breiten Mitte diffamiert und delegitimiert wird.“
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So. 18.01.2026 | 29. Tewet 5786
Kulturzentrum
„Balagan“ von und mit Mirna Funk
Beginn 17:00Buchpräsentation und Gespräch
Sonntag, 18. Januar 2026, 17 Uhr
Moderation: Ellen Presser
Mirna Funk, eine der mutigsten und unkonventionellsten jüdischen Stimmen Deutschlands erzählt von Recht und Unrecht in der Kunstwelt, von schwieriger Restitution und von der Suche einer jungen Frau nach einem Weg durch das Chaos (hebr. »Balagan«), das die deutsch-jüdische Geschichte im Allgemeinen und in ihrer Familie angerichtet hat.
Mirna Funk, 1981 in Ost-Berlin geboren, studierte Philosophie und arbeitet als Autorin sowie freie Journalistin u. a. für NZZ, DIE WELT und Die ZEIT. Für ihr Romandebüt »Winternähe« wurde sie mit dem Uwe-Johnson-Förderpreis ausgezeichnet. Mirna Funk lebt in Berlin und Tel Aviv.
Mi. 21.01.2026 | 3. Schwat 5786
Kultur
Dan Ariely x Guy Katz: About the Path to Hate
Beginn 19:00Gespräch in Englisch
Mittwoch, 21. Januar 2026, 19 Uhr
An Evening on the Psychology of Antisemitism
Antisemitism is growing, raising the painful question: why? Join world-renowned behavioral scientist Dan Ariely to explore the psychological mechanisms behind hatred and how we might break these destructive cycles. His work reveals predictable patterns in human behavior, even harmful. Weiterlesen »
Do. 29.01.2026 | 11. Schwat 5786
Kultur
Hommage: „Ein Abend für Gertrud Kolmar“
Beginn 19:00Donnerstag, 29. Januar 2026, 19 Uhr
Mit Friederike Heimann und Anette Daugardt (Rezitation)
Gertrud Kolmar – geboren 1894 in Berlin, 1943 in Auschwitz ermordet – verleiht in ihren dichten, manchmal archaischen und doch oft überraschend modernen Bildwelten immer wieder dem Fremden und Ungekannten, dem Stummen und Sprachlosen, eine Stimme. Dabei durchdringen sich das Weibliche und das Jüdische in ihrer Poetik auf vielfache Weise. Nun seh‘ ich mich seltsam und kann mich nicht kennen / Da ich vor Rom, vor Karthago schon war, heißt es in „Die Jüdin“, die eine Forscherreise rüsten möchte in ihr eigenes uraltes Land.
Durch die Gedichtlesung führt Friederike Heimann, Literaturwissenschaftlerin und Autorin einer Biographie über Gertrud Kolmar» In der Feuerkette der Epoche« (Suhrkamp 2023).. Die Gedichte werden von der Berliner Schauspielerin Anette Daugardt vorgetragen. Weiterlesen »
Israelitische Kultusgemeinde
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