Nachrichten
« Zurück
24. September 2012
Iran droht Israel offen mit einem Erstschlag
Erschienen auf Die Welt Online, 23.09.12. Im Streit um seine Atomanlagen hat der Iran seine Drohgebärden verstärkt: Für den Fall eines bevorstehenden Angriffs auf die Atomanlagen haben Militärs Israel mit einem Erstschlag gedroht. Vergeltung wird auch den USA angekündigt.
Ein iranischer Luftwaffengeneral hat Israel offen mit einem Erstschlag gedroht. Ein solcher Präventivangriff sei für den Fall möglich, dass Israel alle Vorbereitungen für einen Militärschlag gegen den Iran getroffen habe, sagte der Befehlshaber der Luftwaffe in den Revolutionsgarden, Amir-Ali Hajizadeh, nach Angaben der Nachrichtenagentur Isna am Sonntag, 23.9.2012.
Hajizadeh kündigte zudem an, dass die Streitkräfte auch US-Stützpunkte in Bahrain, Katar und Afghanistan angreifen würden. Die Militärlager seien legitime Ziele, da ein israelischer Angriff ohne Beteiligung der USA undenkbar sei.
Kein Teil Israels sicher
Zuvor hatte bereits der Oberkommandierende der iranischen Revolutionsgarden, General Mohammed-Ali Jafari, Israel vor den Konsequenzen eines möglichen Angriffs gewarnt. „Bei einem Gegenschlag des Iran nach einem israelischen Angriff würde kein Teil Israels sicher sein, und von dem Land würde nichts übrigbleiben“, sagte Jafari.
Im Falle eines Militärschlages gegen sein Land werde der Iran zudem die Straße von Hormus schließen. Diese Meerenge ist strategisch wichtig, weil durch sie nach unterschiedlichen Quellen bis zu 40 Prozent des weltweit auf Schiffen transportierten Öls nach Europa, Fernost und in die USA gelangen.
Der Westen verdächtigt den Iran, unter dem Deckmantel eines zivilen Forschungsprogramms Atomwaffen zu entwickeln. Israel betrachtet das Atomprogramm als größte Bedrohung seiner Existenz und hat indirekt mit einem Militärschlag gegen iranische Atomanlagen gedroht. Der Iran weist die Vorwürfe des Westens zurück.
EU plant härtere Sanktionen
Derweil haben Deutschland, Frankreich und Großbritannien neue europäische Sanktionen gegen den Iran gefordert. Entsprechend hätten sich die Außenminister Guido Westerwelle, Laurent Fabius und William Hague in einem Schreiben an die EU-Außenbeauftragte Catherine Ashton geäußert, sagte ein EU-Diplomat in New York. Details der möglichen neuen Strafmaßnahmen würden noch ausgearbeitet. Die EU-Außenminister sollten bei ihrem Treffen in Brüssel am 15. Oktober über das Thema beraten.
„Wir wollen eine diplomatische und politische Lösung im Atomstreit mit dem Iran, aber die bisher erzielten Verhandlungsfortschritte sind nicht befriedigend“, bestätigte Außenminister Guido Westerwelle in der „Rheinischen Post“ die neuen Bemühungen. „Deswegen ist es notwendig, dass wir die Sanktionen weiter verschärfen.“
Ein zweiter westlicher Diplomat ergänzte, es sei notwendig, im Atomstreit mit dem Iran die Sanktionen zu verschärfen. „Es ist immer noch Zeit für eine politische Lösung, eine diplomatische Lösung, und das ist es, wofür wir arbeiten“, sagte er weiter. „Aber wir können keine Atomwaffen in den Händen des Iran akzeptieren.“
Kaum Akzeptanz für Militärschlag gegen Iran
Trotz der akuten Bedrohungslage vertreten 80 Prozent der Israelis und Palästinenser die Auffassung, dass ein Militärschlag Israels gegen Atomanlagen im Iran zu einem größeren Krieg im Nahen Osten führen würde.
Das ergab eine unter anderem von der CDU-nahen Konrad Adenauer-Stiftung geförderte Umfrage, die am Sonntag in Jerusalem und Ramallah veröffentlicht wurde.
70 Prozent der Israelis glaubt demnach allerdings nicht an einen Militärschlag ohne Unterstützung der USA. Zudem lehnt die Mehrheit grundsätzlich eine militärische Aktion ab.
Für die Erhebung hatte das „Harry S. Truman Research Institute for the Advancement of Peace“ an der Hebräischen Universität Jerusalem und am „Palestinian Center for Policy and Survey Research“ in Ramallah 1270 erwachsene Palästinenser aus dem Westjordanland, aus Ostjerusalem und dem Gazastreifen sowie 600 erwachsene Israelis befragt.
„Israel ist eine minimale Störung, die beseitigt wird“
Erschienen auf Focus Online, 24.09.2012. Im Konflikt zwischen Israel und dem Iran werden offene Kriegsdrohungen ausgesprochen. Der iranische Präsident Mahmud Ahmadinedschad sieht Israel in einer Sackgasse und hat angekündigt, sein Land werde sich mit allen Mitteln verteidigen.
Iran nimmt die israelischen Angriffsdrohungen nach den Worten von Präsident Mahmud Ahmadinedschad nicht ernst, ist aber auf eine Verteidigung des Landes vorbereitet. „Wir haben alle Mittel zu unserer Verteidigung zur Verfügung, und wir sind dazu bereit“, sagte Ahmadinedschad am Montag in New York, wo er auf der UN-Vollversammlung sprechen will.
Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu zog offen die Möglichkeit in Betracht, dass sein Land iranische Atomanlagen angreifen könnte, um den Bau von Waffen dort zu verhindern. Der Iran bestreitet, nach Atomwaffen zu streben, und pocht auf sein Recht zur friedlichen Nutzung der Atomenergie. Gleichzeitig legt Teheran sein Forschungsprogramm aber nicht offen und nährt damit den Verdacht.
Ahmadinedschad: Israel als Fußnote der Geschichte
Ahmadinedschad charakterisierte Israel als eine Fußnote der Geschichte. „Den Iran gibt es seit sieben, zehntausend Jahren“, sagte er. „Sie (die Israelis) halten dieses Gebiet seit 60 bis 70 Jahren besetzt mit Unterstützung und Gewalt des Westens. Sie haben hier keine historischen Wurzeln.“ Der Staat Israel wurde 1948 gegründet. Israel befinde sich in einer Sackgasse und versuche mit immer neuen Abenteuern, daraus zu entkommen, sagte Ahmadinedschad. „In einer Phase der Geschichte stellen sie eine minimale Störung dar, die ins Bild kommt und dann beseitigt wird.“
Am Sonntag hatte ein General der iranischen Revolutionsgarden einen militärischen Erstschlag gegen Israel nicht ausgeschlossen. Sollte der Iran sicher sein, dass Israel einen Angriff vorbereite, könnte es zu einem Präventivschlag kommen, sagte Amir Ali Hadschisadeh. Ebenfalls am Vortag hatte sich der Kommandeur der Revolutionsgarden, Mohammad Ali Dschafari, überzeugt gezeigt, dass Israel letztendlich den Iran angreifen werde. „Es wird einen Krieg geben, es ist nur nicht klar, wo und wann es sein wird.“ Israel betrachte derzeit Krieg als einzigen Weg der Konfrontation.
Neue Sanktionen gegen das Atomprogramm
Das Vorgehen der im UN-Sicherheitsrat vertretenen westlichen Staaten gegen sein Land verurteilte Ahmadinedschad scharf. Den USA, Frankreich und Großbritannien warf er vor, etwa mit ihrem Einsatz für internationale Sanktionen wegen des Atomprogramms „die Rechte und Freiheiten anderer Staaten“ zu verletzen. „Das diskriminierende Vetoprivileg, das einige Mitglieder des Sicherheitsrats genießen, ist nicht gerechtfertigt“, sagte Ahmadinedschad.
Mit Blick auf Israel, das über Atomwaffen verfügt, dies aber nicht offiziell bestätigt, sagte der Staatchef, die westlichen Mitglieder des Sicherheitsrats schwiegen zu diesem Thema, „während sie sich gleichzeitig dem wissenschaftlichen Fortschritt anderer Nationen in den Weg stellen“.
Die EU-Außenminister hatten sich bereits Anfang September im Grundsatz darauf verständigt, die Sanktionen gegen den Iran erneut zu verschärfen. In einem Schreiben an ihre EU-Kollegen forderten die Außenminister von Deutschland, Frankreich und Großbritannien, neue Sanktionen in den Bereichen Energie, Finanzen, Handel und Verkehr zu verhängen. Diese vier Bereiche seien „von besonderer Bedeutung für das iranische Atomprogramm und seine Finanzierung durch das iranische Regime“.
Westerwelle kündigt verschärfte Sanktionen gegen den Iran an
dapd, 24.9.2012. Außenminister Guido Westerwelle (FDP) hat sich für härtere Sanktionen gegen den Iran ausgesprochen. „Wir wollen eine diplomatische und politische Lösung im Atomstreit mit dem Iran, aber die bisher erzielten Verhandlungsfortschritte sind nicht befriedigend“, sagte Außenminister Guido Westerwelle (FDP) der Düsseldorfer Rheinischen Post (Montagausgabe) laut Vorabbericht. „Deswegen ist es notwendig, dass wir die Sanktionen weiter verschärfen.“
Seiten: 1 2
VeranstaltungenÜberblick »
Februar 2026 | Schwat-Adar I
- So
- Mo
- Di
- Mi
- Do
- Fr
- Sa
- 1
- 2
- 3
- 4
- 5
- 6
- 7
- 8
- 9
- 10
- 11
- 12
- 13
- 14
- 15
- 16
- 17
- 18
- 19
- 20
- 21
- 22
- 23
- 24
- 25
- 26
- 27
- 28
Aktuelle Veranstaltungen
Do. 05.03.2026 | 16. Adar 5786
Kultur
»Wie rettet man das Tote Meer?«
Vorstellung eines Dokumentarfilmprojekts und Vortrag im Rahmen der 17. Jüdischen Filmtage
Initiatoren: Florentinfilm, Herzliya / Israel
Das Tote Meer stirbt. Es verliert anderthalb Meter pro Jahr. Der Wasserspiegel sinkt, die Strände verschwinden, Erdfälle öffnen sich. Wenn das so weitergeht, ist es in 30 Jahren verschwunden.
Der in Entstehung befindliche Film will die Geschichte dieses Binnenmeeres aus der Perspektive von drei Personen erzählen: Mosche Bernstein, einem orthodoxen jungen Mann, der statt in der Jeschiwa zu lernen, mit seiner Kamera die Salzschichten, Rückzugslinien, sich ändernden Farben, dokumentiert; Oded Rahav, Umweltaktivist , Extremsportler und Gründer der Initiative Dead Sea Guardians; Jackie ben Zaken, ehem. Marine-Soldat, der dort seine innere Ruhe wiederfand und nun Bewußtseins-Touren leitet, mit Blick auf die sich ändernden Landschaften und seltene geologische Phänomene, die das zurückweichende Wasser freigibt.
Präsentation des Film-Teasers zur in Vorbereitung befindlichen Film-Dokumentation mit den Filmemachern Harel Yana und Mordechai Malka
»Last chance to save the Dead Sea«
Vortrag des Umweltaktivisten Oded Rahav
in engl. Sprache mit Powerpoint-Präsentation
Moderation: Emanuel Rotstein
Eintritt frei.
Anmeldung erbeten unter karten@ikg-m.de oder (089) 202 400 4i91
Veranstalter: Kulturzentrum der IKG München & Oberbayern mit freundlicher Unterstützung von florentinfilm
Veranstaltungsort: Jüdisches Gemeindezentrum, St.-Jakobs-Platz 18
Di. 10.03.2026 | 21. Adar 5786
Kultur
„Lieber Gott als nochmals Jesus“ – eine humoristische Beichte mit Ilja Richter
Beginn 19:00Buchpräsentation
Dienstag, 10. März 2026, 19 Uhr
Teil der Woche der Brüderlichkeit
Ilja Richter nimmt seine Zuhörerschaft mit auf (s)eine Suche nach religiöser Heimat und Zugehörigkeit. Dabei umkreist er das Thema Judentum / Christentum in bitter-komischen Geschichten, pointierten Glossen, mit Fakten und Zitaten – und Musik. Damit eröffnet er seinen ganz eigenen, ungewöhnlichen Blick in die Welt des Glaubens.
Ilja Richter, 1952 in Ost-Berlin geboren, ist das Kind einer jüdischen Mutter und eines nichtjüdischen Vaters, der als Kommunist 9 ½ Jahre in Zuchthaus und KZ verbrachte. Er gehört zu den vielseitigsten Künstlern in jeder nur denkbaren Sparte: als Schauspieler, Synchron- und Hörfunksprecher, Sänger, Autor, Theater- und Musical-Regisseur und -Darsteller. Frühe Berühmtheit erlangte er als jüngster TV-Moderator mit der Sendung »Disco« im ZDF. Weiterlesen »
Do. 12.03.2026 | 23. Adar 5786
Kultur
Ephraim Kishon. Ein Leben für den Humor
Beginn 19:00Ein Abend mit der Biographin Silja Behre
Donnerstag, 12. März 2026, 19 Uhr
Teil der Woche der Brüderlichkeit
Seit den 1960er-Jahren führten Ephraim Kishons Bücher immer wieder die Bestseller-Listen an, wurden teilweise auch verfilm, inklusive zwei Oscar-Nominierungen. Wie kam es dazu, dass der aus Budapest stammende Israeli Ephraim Kishon (1924-2005) mit seinen Humoresken gerade beim deutschen Publikum seinen größten Erfolg hatte? Ausgehend von Kishons eigenen Aufzeichnungen, Erinnerungen von Zeitzeugen und Weggefährten sowie Presseberichten und Archivmaterial beschreibt die Biographin Silja Behre seine Erfolgsgeschichte im Spannungsfeld von Literatur, Humor und Politik. Weiterlesen »
Israelitische Kultusgemeinde
München und Oberbayern K.d.ö.R.
St.-Jakobs-Platz 18
80331 München
Tel: +49 (0)89 20 24 00 -100
Fax: +49 (0)89 20 24 00 -170
E-Mail: empfang@ikg-m.de
