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28. August 2011
Trauriges Datum: 25. Geburtstag von Gilad Shalit
Der israelische Soldat Gilad Shalit, der sich seit über fünf Jahren in der Geiselhaft der Hamas befindet, wird an diesem Sonntag, den 28. August, 25 Jahre alt. Er wurde am 25. Juni 2006 während seines Dienstes von Terroristen der Hamas auf der israelischen Seite des Gaza-Streifens bei Kerem Shalom entführt und in den Gaza-Streifen verschleppt. Am 28. August 2011 wird Gilad Shalit 25 Jahre alt. Es ist sein sechster Geburtstag in Gefangenschaft.
Knobloch: Zivilisierte Welt ist gefodert Gilads Freilassung zu erwirken
Charlotte Knobloch appelliert aus diesem Anlass erneut an die internationale Saatengemeinschaft, diese inakzeptable Situation zu beenden. Knobloch hat in der Vergangenheit mehrfach verurteil, dass das Vorgehen der Terroristen der Hamas sämtliche Grundsätze der Genfer Konvention missachte. Dies betrifft insbesondere die Tatsache, dass die Terrororganisation Gilad seine essentiellen Menschenrechte verweigert – einschließlich Besuche des Internationalen Roten Kreuzes.
Knobloch fordert seit Jahren die sofortige und bedingungslose Freilassung von Gilad Shalit: „Mit der Entführung und der politischen Instrumentalisierung des jungen Israelis demonstriert die Hamas ihre Unmenschlichkeit. Ich rufe die zivilisierte Welt dazu auf, gemeinsam mit Israel von der Terrororganisation Hamas zu verlangen, Gilad Shalit endlich freizulassen.“
Lesen Sie hier einen Beitrag aus Jerusalem von Ulrich W. Sahm.
Unser lieber Gilad…
Anlässlich seines Geburtstages haben Gilads Eltern, Noam und Aviva Shalit, einen offenen Brief an ihren Sohn geschrieben (Übersetzung: Botschaft des Staates Israel):
Unser lieber Gilad,
in der drückenden Sonne sitzen wir auf dem Bürgersteig gegenüber dem Haus von Ministerpräsident Netanyahu und versuchen die Tatsache zu verdauen, dass bereits 1.890 Tage vergangen sind und du immer noch nicht bei uns bist. Wir sitzen schon seit mehr als einem Jahr hier auf dem Bürgersteig und versuchen mit ganzer Kraft, mit allen Mitteln, die uns zur Verfügung stehen, die Mauer zu zerstören, die zwischen uns und denen steht, die immer noch nicht verstanden habe, dass nach so vielen Tagen, Monaten und Jahren, nach so vielen Fehlern, es an der Zeit ist, dich nach Hause zu holen.
Wir sind hier. Wir haben nicht aufgegeben, wir haben nicht kapituliert, wir sind nicht unter der Last zerbrochen. Und wir sind nicht allein. Unser lieber Gilad, viele viele Menschen, die Fremde für dich sind, die du nie getroffen hast, denken wie wir, denken dass es unbegreiflich ist, wie man von sozialer Solidarität, nationaler Stärke und Vertrauen in den Staat sprechen kann, während man dich deinem Schicksal überlässt, Tag für Tag, einsam und verlassen, in den Verliesen der Hamas, seit mehr als einem halben Jahrzehnt.
Im letzten Sommer sind Zehntausende für dich auf die Straßen gegangen, in dem Glauben daran, dass dies deine Freilassung beschleunigen würde. In diesem Sommer gehen Zehntausende auf die Straßen und protestieren für soziale Gerechtigkeit, das Recht auf ein würdevolles Leben, und wir und viele andere haben die Forderung nach deinem Recht zu leben hinzugefügt, dein ach so grundlegendes Menschenrecht auf Freiheit und Unabhängigkeit.
Unser lieber Gilad, wir wissen, dass jeder weitere Tag der vergeht ein weiterer albtraumhafter Tag ist, ein Tag des unglaublichen Leids, Tage und Nächte in erstickender endloser Einsamkeit. Aber du musst uns glauben, dass wir dich nicht vergessen, wir vergessen nicht die Tatsache, dass du an diesem Sonntag 25 Jahre alt wirst, dass dies dein sechster Geburtstag in Gefangenschaft ist, dass du mehr als ein Fünftel deines Lebens in einem Kerker verbracht hast, in einem Verlies der Hamas.
Wir wissen, dass du nicht verstehst, warum dieser Albtraum noch nicht zu Ende ist, warum unsere Bemühungen noch keine Früchte getragen haben. Wir versuchen, an unserem Leben festzuhalten, obwohl wir es nicht mehr wiedererkennen.
Dein Bruder Yoel hat sein Studium am Technion abgeschlossen, und Hadas, deine jüngere Schwester, wird bald ihren Militärdienst beenden. Und obwohl dies freudige und glückliche Ereignisse sein sollten, sind unsere Herzen schwer, weil du davon abgehalten wirst, sie mit uns zu erleben.
Mit jedem Moment der vergeht, versuchen wir eine Antwort zu finden, einen Ratschlag was wir noch tun können. Was können wir noch versuchen? Wie können wir die Leute davon überzeugen, dass du nicht nur ein Poster, ein Pappaufsteller oder ein Aufkleber bist, den man überall in Israel sieht, wie können wir alle in Israel und im Ausland daran erinnern, dass du immer noch da bist?
Sie geben uns oft neue kleine Hoffnungsschimmer, sagen uns, dass sie Fortschritte in den Verhandlungen machen, doch jedes Mal sehen wir wieder, wie hunderte und tausende Häftlinge aus israelischen Gefängnissen nach Hause entlassen werden. Wir sehen, wie Geld und Güter in die Hände derjenigen fließen, die dich seit Jahren brutal gefangen halten, dass die Haftbedingungen für Hamas-Mitglieder ständig verbessert werden und keiner etwas daran ändert. Ja, für die Mitglieder aus der zynischen Organisation, die dich als Geheimwaffe gefangen hält. Und unsere Herzen sind schwer. Wie lange soll das noch so weitergehen? Während immer mehr Tage ins Land gehen, steigt unsere Sorge um deine Gesundheit, dein Leben.
Wahrscheinlich wird das Büro des Ministerpräsidenten wieder irgendwelche wiederverwerteten Statements verlauten lassen, zusätzlich zu den üblichen Kommentaren, die von verschiedenen „Terrorismus-Experten“ veröffentlich werden. In diesen Veröffentlichungen werden sie sagen, dass sie „alles in ihrer Macht stehende tun werden“ um dich zu befreien (sie haben jetzt fünf Jahre lang alles in ihrer Macht stehende getan) und werden weiterhin Angst in der israelischen Öffentlichkeit verbreiten – als ob ein Austausch zu deiner Befreiung den Terror zurück nach Israel bringen würde. Als ob dich deinem Schicksal in Gaza zu überlassen, dutzende oder hunderte zukünftiger Terroropfer verhindern könnte.
Traurigerweise gehen die Terroranschläge und die Versuche, Terroranschläge zu verüben unaufhörlich weiter, auch während du dort festgehalten wirst. Dein Opfer ändert nichts in dieser empfindlichen und instabilen Situation in unserem kleinen Staat. Viel mehr sehen wir an der jungen Generation, die jetzt ihren Armeedienst beginnt und an ihren Eltern, dass über die letzten Jahre der nationale Sinn für Sicherheit schwächer geworden ist angesichts des Bruchs mit dem ungeschriebenen Gesetz zwischen dem Staat und seinen Soldaten – seiner wichtigsten Pflicht – jeden Soldaten zurück nach Hause zu holen.
Doch wir werden nicht verzagen, und du musst durchhalten, denn wir müssen einen Weg finden, dich nach Hause zu uns zu holen, bald, morgen!
In tiefer Liebe und unendlicher Sehnsucht
Mama und Papa
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Aktuelle Veranstaltungen
Do. 05.03.2026 | 16. Adar 5786
Kultur
»Wie rettet man das Tote Meer?«
Vorstellung eines Dokumentarfilmprojekts und Vortrag im Rahmen der 17. Jüdischen Filmtage
Initiatoren: Florentinfilm, Herzliya / Israel
Das Tote Meer stirbt. Es verliert anderthalb Meter pro Jahr. Der Wasserspiegel sinkt, die Strände verschwinden, Erdfälle öffnen sich. Wenn das so weitergeht, ist es in 30 Jahren verschwunden.
Der in Entstehung befindliche Film will die Geschichte dieses Binnenmeeres aus der Perspektive von drei Personen erzählen: Mosche Bernstein, einem orthodoxen jungen Mann, der statt in der Jeschiwa zu lernen, mit seiner Kamera die Salzschichten, Rückzugslinien, sich ändernden Farben, dokumentiert; Oded Rahav, Umweltaktivist , Extremsportler und Gründer der Initiative Dead Sea Guardians; Jackie ben Zaken, ehem. Marine-Soldat, der dort seine innere Ruhe wiederfand und nun Bewußtseins-Touren leitet, mit Blick auf die sich ändernden Landschaften und seltene geologische Phänomene, die das zurückweichende Wasser freigibt.
Präsentation des Film-Teasers zur in Vorbereitung befindlichen Film-Dokumentation mit den Filmemachern Harel Yana und Mordechai Malka
»Last chance to save the Dead Sea«
Vortrag des Umweltaktivisten Oded Rahav
in engl. Sprache mit Powerpoint-Präsentation
Moderation: Emanuel Rotstein
Eintritt frei.
Anmeldung erbeten unter karten@ikg-m.de oder (089) 202 400 4i91
Veranstalter: Kulturzentrum der IKG München & Oberbayern mit freundlicher Unterstützung von florentinfilm
Veranstaltungsort: Jüdisches Gemeindezentrum, St.-Jakobs-Platz 18
Di. 10.03.2026 | 21. Adar 5786
Kultur
„Lieber Gott als nochmals Jesus“ – eine humoristische Beichte mit Ilja Richter
Beginn 19:00Buchpräsentation
Dienstag, 10. März 2026, 19 Uhr
Teil der Woche der Brüderlichkeit
Ilja Richter nimmt seine Zuhörerschaft mit auf (s)eine Suche nach religiöser Heimat und Zugehörigkeit. Dabei umkreist er das Thema Judentum / Christentum in bitter-komischen Geschichten, pointierten Glossen, mit Fakten und Zitaten – und Musik. Damit eröffnet er seinen ganz eigenen, ungewöhnlichen Blick in die Welt des Glaubens.
Ilja Richter, 1952 in Ost-Berlin geboren, ist das Kind einer jüdischen Mutter und eines nichtjüdischen Vaters, der als Kommunist 9 ½ Jahre in Zuchthaus und KZ verbrachte. Er gehört zu den vielseitigsten Künstlern in jeder nur denkbaren Sparte: als Schauspieler, Synchron- und Hörfunksprecher, Sänger, Autor, Theater- und Musical-Regisseur und -Darsteller. Frühe Berühmtheit erlangte er als jüngster TV-Moderator mit der Sendung »Disco« im ZDF. Weiterlesen »
Do. 12.03.2026 | 23. Adar 5786
Kultur
Ephraim Kishon. Ein Leben für den Humor
Beginn 19:00Ein Abend mit der Biographin Silja Behre
Donnerstag, 12. März 2026, 19 Uhr
Teil der Woche der Brüderlichkeit
Seit den 1960er-Jahren führten Ephraim Kishons Bücher immer wieder die Bestseller-Listen an, wurden teilweise auch verfilm, inklusive zwei Oscar-Nominierungen. Wie kam es dazu, dass der aus Budapest stammende Israeli Ephraim Kishon (1924-2005) mit seinen Humoresken gerade beim deutschen Publikum seinen größten Erfolg hatte? Ausgehend von Kishons eigenen Aufzeichnungen, Erinnerungen von Zeitzeugen und Weggefährten sowie Presseberichten und Archivmaterial beschreibt die Biographin Silja Behre seine Erfolgsgeschichte im Spannungsfeld von Literatur, Humor und Politik. Weiterlesen »
Israelitische Kultusgemeinde
München und Oberbayern K.d.ö.R.
St.-Jakobs-Platz 18
80331 München
Tel: +49 (0)89 20 24 00 -100
Fax: +49 (0)89 20 24 00 -170
E-Mail: empfang@ikg-m.de
