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20. April 2015
Flüchtlingskatastrophe im Mittelmeer – „Europa muss das Massensterben vor seinen Türen beenden.“
Mit großer Trauer und Bestürzung hat Dr. Charlotte Knobloch, Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern, die Nachricht von der neuen Flüchtlingskatastrophe im Mittelmeer aufgenommen.
„Als Europäer dürfen wir nicht zulassen, dass das Mittelmeer zur opferreichsten Grenze der Welt wird. Wir dürfen die verzweifelten Flüchtlinge, die sich auf einen gefährlichen Weg begeben, um in unseren Ländern Sicherheit zu finden, nicht im Stich lassen. Die schreckliche Katastrophe vom Wochenende ist ein weiteres Glied in dieser allzu langen Kette des elenden Sterbens. Es stellt unser Selbstverständnis als Kontinent der Zivilisation und Menschlichkeit ernsthaft in Frage, wenn die Staatengemeinschaft nicht endlich ein wirkungsvolles Rettungssystem nach dem Beispiel von ‚Mare Nostrum‘ einrichtet.
Knobloch weiter: „Mit unseren Gedanken und Gebeten sind wir bei den Opfern und ihren Angehörigen. Doch aus der Trauer muss schnelles und langfristiges Handeln erwachsen. Es braucht politische Maßnahmen, die den kriminellen Schleppern das Handwerk legen und die Ursachen für die großen Fluchtbewegungen langfristig bekämpfen. Auch hier muss Europa ent- und geschlossen handeln. Das sind wir unserer Vergangenheit schuldig, an die wir gerade in diesen Wochen so intensiv erinnern. Unser Anspruch ‘Nie wieder!‘ fordert heute nichts anderes als ‚Seht hin und helft jetzt!‘.“
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Di. 24.02.2026 | 7. Adar 5786
Kultur
„Russische Spezialitäten“ von und mit Dmitrij Kapitelman
Beginn 19:00Buchpräsentation und Gespräch
Dienstag, 24. Februar 2026, 19 Uhr
Moderation: Ellen Presser
Eine ukrainisch-jüdisch-moldawische Familie, lebt in Leipzig, wo sie russische Spezialitäten verkauft. Und zwar an Osteuropäer, die sich zwischen russischen Flusskrebsen, ukrainischem Wodka und georgischen Sonnenblumenkernen zuhause fühlen. Doch seit dem Krieg Russlands gegen die Ukraine ist nichts mehr wie zuvor. Die Mutter glaubt den Propagandasendungen des russischen Fernsehens. Ihr Sohn, der keine Sprache mehr liebt als die russische, keinen Menschen mehr als seine Mutter, keine Stadt mehr als Kyjiw, verzweifelt. Um seine Mutter zur Vernunft zu bringen, begibt er sich per Flixbus nach Kiew. Oder wie man inzwischen liest: Kyjiw, von wo er ihr die Wahrheit mitzubringen hofft.
Dmitrij Kapitelman, geb. 28.08.1986 in Kiew, kam achtjährig als »jüdischer Kontingentflüchtling« mit seiner Familie nach Deutschland. Heute lebt er als freier Publizist in Berlin. Zudem macht er unter dem Künstlernamen Dheema Musik. Schon seine beiden vorherigen Bücher »Das Lächeln meines unsichtbaren Vaters« (2016) und »Eine Formalie in Kiew« (2021), bei Hanser Berlin erschienen, zeichnet politischer Scharfsinn und tiefgründiger Humor aus. Weiterlesen »
Israelitische Kultusgemeinde
München und Oberbayern K.d.ö.R.
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80331 München
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