Pressemitteilung
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11. Mai 2014
Feierlichkeiten zum „Tag des Sieges“ in Anwesenheit der Generalkonsuln von Russland, Weißrussland und der Ukraine
Knobloch: „Krieg ist kein gangbarer Weg sondern eine Sackgasse, die in die Katastrophe führt“ | München, 11.5.2014. Anlässlich des Jahrestags der Befreiung von der NS-Gewaltherrschaft und des russischen Feiertags „Tag des Sieges“ hat die Israelitische Kultusgemeinde München und Oberbayern (IKG) am Freitag, 9. Mai 2014, eine Gedenkveranstaltung auf dem Neuen Israelitischen Friedhof sowie am Sonntag, 11. Mai 2014, eine Veranstaltung im Gemeindezentrum für die jüdischen, russischen Veteranen des Zweiten Weltkrieges ausgerichtet. Jeweils beteiligten sich die Generalkonsuln der Russischen Föderation, Andrey Grozov, der Republik Belarus, Aliaksandr Ganevich, sowie der Ukraine, Vadym Kostiuk. IKG-Präsidentin Charlotte Knobloch dankte den Veteranen für ihren Einsatz bei der Befreiung Deutschlands. Sie erinnerte an die Notwendigkeit, aus der Vergangenheit zu lernen. Vor dem Hintergrund der Situation in der Ukraine appellierten sie und die Generalkonsuln an die Vernunft und die Dialogbereitschaft aller Beteiligten.
Seit einigen Jahren gehört die Begehung des russischen „Tag des Sieges“ zu den festen Traditionen in der IKG. Im Jahr 2010 wurde auf dem Neuen Israelitischen Friedhof ein Denkmal für die im Zweiten Weltkrieg gefallenen jüdischen Soldaten errichtet. In diesem Jahr standen die Veranstaltungen unter dem besonderen Eindruck der jüngsten Entwicklungen in der Ukraine – der ursprünglichen Heimat vieler Gemeindemitglieder.
Daher verband Knobloch ihren Dank an die Veteranen und ihre Erinnerung an das schreckliche Leid der russischen Soldaten sowie der Zivilbevölkerung im Zweiten Weltkrieg mit dem sorgenvollen Blick in die Ukraine. „Die Lage im Osten und im Süden ist furchtbar. Über die Medien werden wir Zeugen der schrecklichen Ereignisse. Die Bilder aus Odessa machen uns fassungslos. […] Die Menschen bangen um ihr Leben, ihre Familien, ihre Kinder – ihre Zukunft.“
An die Generalkonsuln adressierte Knobloch: „Lassen Sie uns gemeinsam daran arbeiten, dass unser Kontinent ein Kontinent der Partner ist. Das ist doch unser Wunsch. Nie wieder soll unser Kontinent Krieg erleben! Krieg ist keine Lösung. Diese Lehre gehört zu den unmissverständlichen Vermächtnissen unserer Geschichte.“
In diesem Sinne äußerten sich auch die Repräsentanten der betroffenen Staaten. „Es ist ein wichtiges Zeichen, dass die Generalkonsuln von Russland, Weißrussland und der Ukraine unter uns sind“ so Knobloch. „Gemeinsam zeigen wir, dass der einzige gangbare Weg der des Dialogs ist. Krieg ist kein Ausweg, sondern eine Sackgasse, die unweigerlich in einer menschlichen und moralischen Katastrophe mündet.“ Hierin war sich Knobloch mit den Generalkonsuln einig.
Alle Beteiligten werteten die gemeinsame Teilnahme als hoffnungsvolles Symbol für die bevorstehenden Tage und Wochen.
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Do. 29.01.2026 | 11. Schwat 5786
Kultur
Hommage: „Ein Abend für Gertrud Kolmar“
Beginn 19:00Donnerstag, 29. Januar 2026, 19 Uhr
Mit Friederike Heimann und Anette Daugardt (Rezitation)
Gertrud Kolmar – geboren 1894 in Berlin, 1943 in Auschwitz ermordet – verleiht in ihren dichten, manchmal archaischen und doch oft überraschend modernen Bildwelten immer wieder dem Fremden und Ungekannten, dem Stummen und Sprachlosen, eine Stimme. Dabei durchdringen sich das Weibliche und das Jüdische in ihrer Poetik auf vielfache Weise. Nun seh‘ ich mich seltsam und kann mich nicht kennen / Da ich vor Rom, vor Karthago schon war, heißt es in „Die Jüdin“, die eine Forscherreise rüsten möchte in ihr eigenes uraltes Land.
Durch die Gedichtlesung führt Friederike Heimann, Literaturwissenschaftlerin und Autorin einer Biographie über Gertrud Kolmar» In der Feuerkette der Epoche« (Suhrkamp 2023).. Die Gedichte werden von der Berliner Schauspielerin Anette Daugardt vorgetragen. Weiterlesen »
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