Pressemitteilung
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11. März 2018
Charlotte Knobloch zum Tode von Karl Kardinal Lehmann
„Meine Begegnungen mit Karl Kardinal Lehmann werde ich stets als Bereicherung erinnern. Seine intellektuelle Kraft als Theologe und Lehrer, seine menschliche Größe als Seelsorger im weiteren Sinne und seine integere Haltung gaben ihm eine einzigartige Aura, die man nur sehr selten antrifft. Nicht nur in seiner Zeit als Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz hat er mit seinem Denken und Handeln die Katholische Kirche positiv geprägt. Er zählte zu den weitsichtigen Vordenkern, liberalen Kräften und wirkte als besonnener Reformer, ganz im Sinne des aktuellen Papstes Franziskus. Lehmann verkörperte und verwirklichte den Aufbruch des Zweiten Vatikanischen Konzils und mithin auch den Geist von Nostra aetate. Er war ein treibender Vermittler im offenen und ehrlichen christlich-jüdischen Dialog, ein Brückenbauer. Liberalität und gegenseitiger Respekt waren für Karl Kardinal Lehmann innere Triebfedern. Auf der anderen Seite verurteilte er jede Form von Antisemitismus auf das Schärfste. Für den Holocaust-Leugner Bischof Williamson sah er keinen Platz in der Kirche. Dessen Rehabilitierung durch Benedikt XVI. nannte er „eine Katastrophe“. Seine unverrückbare, tiefe Verwurzelung in den Grundsätzen seines Glaubens und seiner Theologie gaben ihm die Stärke und den Mut zu gebotener Kontinuität und unerlässlicher Veränderung.“
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Aktuelle Veranstaltungen
Di. 24.02.2026 | 7. Adar 5786
Kultur
„Russische Spezialitäten“ von und mit Dmitrij Kapitelman
Beginn 19:00Buchpräsentation und Gespräch
Dienstag, 24. Februar 2026, 19 Uhr
Moderation: Ellen Presser
Eine ukrainisch-jüdisch-moldawische Familie, lebt in Leipzig, wo sie russische Spezialitäten verkauft. Und zwar an Osteuropäer, die sich zwischen russischen Flusskrebsen, ukrainischem Wodka und georgischen Sonnenblumenkernen zuhause fühlen. Doch seit dem Krieg Russlands gegen die Ukraine ist nichts mehr wie zuvor. Die Mutter glaubt den Propagandasendungen des russischen Fernsehens. Ihr Sohn, der keine Sprache mehr liebt als die russische, keinen Menschen mehr als seine Mutter, keine Stadt mehr als Kyjiw, verzweifelt. Um seine Mutter zur Vernunft zu bringen, begibt er sich per Flixbus nach Kiew. Oder wie man inzwischen liest: Kyjiw, von wo er ihr die Wahrheit mitzubringen hofft.
Dmitrij Kapitelman, geb. 28.08.1986 in Kiew, kam achtjährig als »jüdischer Kontingentflüchtling« mit seiner Familie nach Deutschland. Heute lebt er als freier Publizist in Berlin. Zudem macht er unter dem Künstlernamen Dheema Musik. Schon seine beiden vorherigen Bücher »Das Lächeln meines unsichtbaren Vaters« (2016) und »Eine Formalie in Kiew« (2021), bei Hanser Berlin erschienen, zeichnet politischer Scharfsinn und tiefgründiger Humor aus. Weiterlesen »
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