Israelitische Kultusgemeinde München und Oberbayern

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9. Juni 2024

Charlotte Knobloch zum Ergebnis der Europawahl: „Gegen verfestigte extremistische Milieus angehen“

München, 9. Juni 2024. Nach Hochrechnungen hat die Union die heutige Europawahl in Deutschland mit deutlichem Abstand gewonnen. Über die Zuwächse der rechtsextremen AfD, die voraussichtlich zweitstärkste Kraft wird, zeigte sich die Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern, Dr. h.c. mult. Charlotte Knobloch, am Sonntagabend enttäuscht:

Ich hatte vor diesem Urnengang die Hoffnung gehabt, dass die AfD nach allem, was allein in den vergangenen Monaten vorgefallen ist, in der Wählergunst verlieren könnte. Diese Hoffnung hat sich nicht erfüllt. Stattdessen müssen wir am Wahlabend erneut erkennen, dass ein erschreckend großer Teil der Menschen mit Fakten und Argumenten im demokratischen Diskurs nicht mehr zu erreichen ist.“


Dies bleibe jedoch unverändert eine Minderheit, so Knobloch weiter: „Die breite Mehrheit hat mit ihrer Stimme die Demokratie gestützt und ein Ausrufezeichen gegen die AfD gesetzt. Unsere Gesellschaft hat sich in den letzten Monaten gegen Extremismus in Bewegung gesetzt, und das macht mir Mut. Klar ist aber auch: Das allein wird nicht reichen, damit jüdische Menschen und andere Minderheiten ihr Vertrauen in die Stabilität dieser Demokratie auf Dauer nicht verlieren. Diese Gefahr ist sehr real, und zwar in ganz Europa.“

Knobloch forderte daher, die politische Mehrheit in der Mitte zu stärken und zugleich stärker in die Pflicht zu nehmen: „Gegen verfestigte extremistische Milieus, die sich in Wahlen immer deutlicher zeigen, muss die freiheitliche Gesellschaft ihre Mittel finden und auch nutzen. Wir müssen endlich aus der Spirale von Schock und Unverständnis ausbrechen, in der wir uns seit Jahren befinden.“

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Juni 2024 | Ijar-Siwan | « »

Aktuelle Veranstaltungen


Mi. 19.06.2024 | 13. Siwan 5784

Kultur

Moses Mendelssohn, Gotthold Ephraim Lessing, Immanuel Kant und die Erziehung des Menschengeschlechts

Beginn 19:00

Vortrag von R. Prof. emer. Dr. Dr. h.c. Daniel Krochmalnik
Ein Beitrag der Reihe „Die Umkehr des Denkens. 300 Jahre Immanuel Kant“

Mittwoch, 19. Juni 2024, 19 Uhr

Anfang der 80er Jahre des 18. Jahrhunderts erscheinen in dichter Folge drei grundlegende Texte: „Die Erziehung des Menschengeschlechts“ von Gotthold Ephraim Lessing (1780), „Jerusalem oder Religiöse Macht und Judentum“ von Moses Mendelssohn (1783) und „Idee zu einer allgemeinen Geschichte in weltbürgerlicher Absicht“ von Immanuel Kant (1784). Darin behandelt das Dreigestirn der deutschen Aufklärung das Problem des Fortschritts der Menschheit. Lessing ist davon überzeugt, Mendelssohn ist skeptisch, Kant formuliert die Bedingungen der Möglichkeit. Die Verfasser nehmen auch Bezug aufeinander und ihr kontroverses Gespräch ist für die Geschichtsphilosophie bis heute von grundlegender Bedeutung. Weiterlesen »

Mi. 26.06.2024 | 20. Siwan 5784

Kultur

„Was habe ich mit Juden gemeinsam?“ – Franz Kafkas Identitäten

Beginn 19:00

Reiner Stach in Zwiesprache mit Franz Kafka
Ein Beitrag zum 100. Todestag von Franz Kafka (1883 – 1924)

Mittwoch, 26. Juni 2024, 19 Uhr

Kafkas Werke beschreiben eine Welt, in der nichts verlässlich ist, in der sich Ordnung immerzu auflöst und das Vertrauteste plötzlich fremd werden kann. Wir wissen heute, dass dies keine Vision war, sondern gelebte Erfahrung. Kafka wuchs auf in einem Spannungsfeld zwischen Deutschen und Tschechen, zwischen orthodoxem, liberalem und zionistisch gesinntem Judentum, in dem die Frage der Identität fortwährend neu verhandelt wurde. Hinzu trat eine unglückliche familiäre Konstellation, die Kafka in die Rolle eines sozialen Zaungasts drängte. Gibt es überhaupt eine menschliche Gemeinschaft, so fragte er sich, zu der ich im tiefsten Sinn des Wortes „gehöre“? Weiterlesen »

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