Israelitische Kultusgemeinde München und Oberbayern

Pressemitteilung

« Zurück

20. März 2012

Charlotte Knobloch zu Ahmadinedschads erneuter öffentlicher Holocaustleugnung

Jüdischer Weltkongress fordert von Deutschland deutliche Reaktion auf perfide Aussagen des iranischen Präsidenten im ZDF-Interview. BRÜSSEL /MÜNCHEN – Der Jüdische Weltkongress (WJC), der weltweite Dachverband jüdischer Gemeinden und Verbände, hat sich entsetzt über die ungenierte Holocaustleugnung und Israelhetze des iranischen Präsidenten Mahmud Ahmadinedschad im deutschen Fernsehen gezeigt. WJC-Vizepräsidentin Charlotte Knobloch forderte die Bundesregierung auf, sowohl öffentlich als auch diplomatisch gegenüber dem Iran klar Stellung zu beziehen und die Aussagen des iranischen Präsidenten auf das Schärfste zu verurteilen.

Im Interview mit Claus Kleber hatte Ahmadinedschad den Holocaust erneut als „Lüge“ bezeichnet. Israel nannte er ein „künstliches Land“, entstanden durch „eine Geschichte mit dem Titel Holocaust“ und die Kosten dafür müssten die Palästinenser tragen. Knobloch sagte dazu: „Seit vielen Jahren leugnet Ahmadinedschad regelmäßig und auf offener Bühne den millionenfachen Mord an den europäischen Juden, und kaum einer sagt mehr etwas dagegen. Seine Verschwörungstheorien über Zionisten sind wahnhaft und antisemitisch.“

Knobloch weiter: „Es ist an der Zeit, Ahmadinedschad und Konsorten klarzumachen, dass die freiheitlich-demokratische Bundesrepublik Deutschland mit ihnen nichts zu tun haben will. Ein Regime mit derart menschenverachtender Politik muss endlich international Ächtung erfahren. Vielleicht wäre es ratsam, den Botschafter in Teheran nach Berlin zurückzubeordern und die diplomatischen Beziehungen auf ein absolutes Minimum abzusenken.“

Die Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern zeigte grundsätzlich Verständnis für das ZDF, Ahmadinedschad die Chance einzuräumen, seinen Standpunkt zu äußern. „Aber leider hat er keine der 40 Minuten genutzt, um unsere Sorgen auszuräumen“, so Knobloch angesichts der Beteuerungen des iranischen Präsidenten, sein Land baue nicht an der Atombombe. „Die Fakten über das iranische Atomprogramm sprechen eine ganz andere aber eindeutige Sprache. Es ist nicht nur müßig, sondern brandgefährlich, jenem Ahmadinedschad auch nur ein Wort zu glauben, der seit Jahren Deutschland und die Staatengemeinschaft schamlos belügt und verhöhnt.“

Knobloch forderte die deutsche Wirtschaft zum freiwilligen Verzicht auf jeglichen Handel mit dem Iran auf. „Es ist leider offenkundig, dass die internationalen diplomatischen und wirtschaftlichen Sanktionen Ahmadinedschad unbeeindruckt lassen und nicht geeignet sind, einen politischen Richtungswechsel und ein Einlenken Teherans in der Atomfrage zu erreichen“, sagte sie.

Das ZDF heute journal-Interview in voller Länge.

Der Jüdische Weltkongress (WJC) ist der weltweite Zusammenschluss jüdischer Gemeinschaften und Organisationen. Er vertritt die politischen und diplomatischen Belange des jüdischen Volkes auf internationaler Ebene und gegenüber anderen Religionsgemeinschaften.

Download (PDF)

Website: www.worldjewishcongress.org

Alle Beiträge der Kategorie Pressemitteilung ansehen »

VeranstaltungenÜberblick »

Aktuelle Veranstaltungen


Mi. 25.03.2026 | 7. Nissan 5786

Kultur

„Un Tango Para Rachel“

Beginn 19:00

Kurzspielfilm & Konzert
Mittwoch, 25. März 2026, 19 Uhr
Beitrag zu den 17. Jüdischen Filmtagen

Deutschlandpremiere

Argentinien, USA, Schweiz 2025, 25 Min.
Regie/ Drehbuch / Produktion: Lea Kalisch
Darsteller: Sabrina Birmajer, Luciano Borges, Martín Goldber, Lea Kalisch

Im Jahr 1915 entdeckt eine religiöse junge Jüdin den Tango und begibt sich ausgerechnet in ein Bordell in Buenos Aires, um mehr darüber zu erfahren. Dort begegnet sie der Prostituierten Rivka. Es wird eine Reise der Befreiung.

Anschließend Kurzinterview mit der Allroundkünstlerin und Konzert »Yiddish & Tango« mit Lea Kalisch (Gesang), begleitet von Tobias Moss (Gitarre) und Pavel Shalman (Violine)

Die gebürtige Schweizerin Lea Kalisch und der Amerikaner Rabbi T sind ein junges, dynamisches Duo, das jüdische Musik mit einem frischen Twist zu neuem Leben erweckt, hier ergänzt durch den Wiener Musiker Pavel Shalman. Tobias Moss ist im Hauptberuf seit 2024 Rabbiner der liberalen Gemeinde Or Chadasch in Wien. Seine Frau Lea, genannt die rappende Rebbetzin und Yiddish Queen of Pop, ist Sängerin, Songtexterin, Schauspielerin und inzwischen auch Filmemacherin. Weiterlesen »

Alle Veranstaltungen »

Israelitische Kultusgemeinde
Kontakt
Israelitische Kultusgemeinde
München und Oberbayern K.d.ö.R.
St.-Jakobs-Platz 18
80331 München
Tel: +49 (0)89 20 24 00 -100
Fax: +49 (0)89 20 24 00 -170
E-Mail: empfang@ikg-m.de