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9. Februar 2012
Neonazi-Aktivitäten nehmen seit Zwickau zu
Die Taten des Zwickauer-Neonazi-Trio sind offenbar in der rechtsextremen Szene gut angekommen und haben für eine Zunahme an Aktivitäten geführt. Das sagte Bayerns Innenminister Joachim Herrmann der Passauer Neuen Presse.
„Wir müssen feststellen, dass die Aufdeckung der Taten des Zwickauer Neonazi-Trios nicht dazu geführt hat, dass sich Mitläufer des rechtsextremen Milieus davon distanzieren. Das hat mich persönlich sehr überrascht, weil ich anderes gehofft hatte – ich hatte damit gerechnet, dass viele sagen, sie wollten zwar politische Änderungen, Mord ginge ihnen aber zu weit, damit wollten sie nichts zu tun haben“, sagte Herrmann. Jetzt stelle man fest, „dass die Aktivitäten seit Zwickau eher zugenommen haben“.
Es gebe in der Neonazi-Szene „eine Solidarisierung, in manchen Bereichen wird nun eher dreister, noch markiger aufgetreten als zuvor“, sagte Herrmann. Der Innenminister zeigte sich alarmiert: „Das ist eine Entwicklung, die sehr, sehr ernst zu nehmen ist.“
Städtetag verstärkt Kampf gegen Rechtsextremismus
Die deutschen Städte verstärken ihren Kampf gegen rechtsextremistische Umtriebe. Der Deutsche Städtetag prüft dazu die Einrichtung einer Arbeitsgruppe der Kommunen, wie der Spitzenverband am 9.2.2012 nach einer Präsidiumssitzung in Freiburg mitteilte. Zudem soll der Austausch über kommunale Initiativen gegen den Rechtsextremismus verbessert werden. Dazu soll eine bereits früher bestehende Datenbank reaktiviert werden.
Der Städtetag forderte von der Bundesregierung ferner, Bundesprogramme gegen Rechtsextremismus zu intensivieren und weiterzuentwickeln. Der Verband schloss sich zudem Forderungen nach einem Verbot der rechtsextremen NPD an.
Für NPD-Verbotsverfahren erst Mordermittlungen abwarten
Bundeskanzlerin Angela Merkel warnt vor einem übereilten neuem NPD-Verbotsverfahren und empfiehlt, die Ermittlungsergebnisse im Fall der Mordserie der Zwickauer Terrorzelle NSU abzuwarten. „Erst einmal müssen alle Fakten und Ermittlungsergebnisse auf den Tisch. Bezogen auf die NSU-Morde wird die Frage sein, ob es eine nachweisbare Verbindung zwischen den Tätern und der NPD gegeben hat“ sagte sie den Dortmunder Ruhr Nachrichten.
Auch die Zusammenarbeit bei den Sicherheitsbehörden werde überprüft. „Erst aus diesem Gesamtbild lässt sich einschätzen, ob es grundlegend neue und belastbare Fakten gibt und ein neues Verbotsverfahren sinnvoll ist“, erklärte die Kanzlerin. Merkel forderte „eine gesellschaftliche Debatte über die tieferen Wurzeln dieser zuvor unvorstellbaren rechtsextremistischen Mordserie“.
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Aktuelle Veranstaltungen
Mi. 20.05.2026 | 4. Siwan 5786
Kultur
„Die neue autoritäre Linke. Eine akute Bedrohung für die demokratische Gesellschaft“ von und mit dem Autor Nicholas Potter
Beginn 19:00Buchpräsentation & Gespräch
Mittwoch, 20. Mai 2026, 19 Uhr
Moderation: Shahrzad Eden Osterer (BR)
Mit seinen Recherchen und Reportagen richtet Nicholas Potter, Journalist und »taz«-Redakteur, einen eindringlichen Weckruf an die demokratische Gesellschaft, gegenüber jeglicher Form autoritären Denkens und politischen Extremismus‘ wachsam und mutig zu sein. Auf Demonstrationen, an Hochschulen, in den sozialen Medien und Subkulturen ist insbesondere nach dem 7. Oktober 2023 eine Radikalisierung am Werke, die andere Meinungen verbal und ihre Vertreter körperlich attackiert. Potter, selbst ins Fadenkreuz dieser Szene geraten, zeichnet ein eindrückliches Bild der neuen autoritären Linken, ihrer Netzwerke und Ideologie. Weiterlesen »
Di. 09.06.2026 | 24. Siwan 5786
Kultur
„Vier Tage im Juni. Eine nahöstliche Tetralogie. Mossul – Tel Aviv – Babel – Istanbul“ mit Mona Yahia
Beginn 19:00Lesung und Gespräch
Dienstag, 9. Juni 2026, 19 Uhr
In ihrem Roman »Vier Tage. Eine nahöstliche Tetralogie« erzählt Mona Yahia die Geschichte einer jüdischen Familie zwischen Mossul, Tel Aviv, Babel und Istanbul. Ausgehend von einem Wendepunkt im Jahr 1918 entfaltet sich über vier Generationen hinweg ein vielschichtiges Panorama von Aufbruch, Verlust und Exil. In eindringlichen Momentaufnahmen – jeweils verdichtet auf einen einzigen Tag – verknüpft die Autorin persönliche Schicksale mit den Umbrüchen des 20. Jahrhunderts und stellt die Frage nach Zugehörigkeit, Erinnerung und dem eigenen Platz in der Welt. Weiterlesen »
Mo. 15.06.2026 | 30. Siwan 5786
Kultur
Buchvorstellung mit Tuvia Tenenbom: „Wie nennt Ihr dieses Land hier? Unter Siedlern“
Beginn 19:00Buchpräsentation und Gespräch
Mit Fotos von Isi Tenenbom
Montag, 15. Juni 2026, 19 Uhr
Nach seinen Expeditionen »Allein unter Deutschen«, war er allein unter Juden, Amerikanern, Flüchtlingen und orthodoxen Juden. Inzwischen verbrachte Tenenbom acht Monate im Westjordanland unter Siedlern und sprach mit allen: religiösen Zionisten, politisch engagierten Siedlern, antizionistischen Charedim, mit Menschen, die aus wirtschaftlichen Gründen dort leben, mit Aktivisten, Journalisten, Politikern und Palästinensern.
Je mehr Gespräche er führte, desto deutlicher wurde: Ein einheitliches Bild lässt sich angesichts dieser komplexen Gemengelage nicht zeichnen. Gewalt verschweigt er nicht: »Ich gebe niemandem einen ›Rabatt‹. Ich weise nur darauf hin, dass dies ein kleiner Teil einer äußerst komplexen Geschichte ist – einer Geschichte mit vielen Schichten.« Weiterlesen »
Israelitische Kultusgemeinde
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