Religion
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18. April 2011
Werdet frei!
Pessach – die Voraussetzung für alle Mizwot
von Chaim Guski
Am Schabbat Chol haMoed lesen wir noch einmal aus dem Abschnitt „Ki Tissa“ und setzen nach der Episode mit dem goldenen Kalb ein. Moses steigt ein zweites Mal auf den Berg und kehrt mit neuen Tafeln zurück. Was wir nicht finden, ist ein größerer Abschnitt, der sich mit dem Pessachfest und dem Exodus beschäftigt. Ledig- lich nur ein Vers des Toraabschnittes handelt direkt vom Pessachfest: „Das Fest der Mazot sollst du beachten. Sieben Tage sollst du Mazot essen … zur Zeit des Frühlingsmonats …“ (2. Buch Moses 34,18).
So mag sich die Frage nach dem tieferen Zusammenhang zwischen der Toralesung an diesem Schabbat und dem Pessachfest aufdrängen. Über Pessach lesen wir auch im Wochenabschnitt „Mischpatim“. Dort wird zunächst der Schabbat erwähnt (2. Buch Moses, 23,12). Danach kommt eine Auflistung der drei Pilgerfeste, unter die auch Pessach fällt: „Halte das Fest der Mazot. Sieben Tage sollst du Mazot essen, um diese Zeit im Frühlingsmonat, denn in diesem bist du aus Ägypten ausgezogen.“ (23,12-19).
In unserer Paraschah ist die Reihenfolge eine andere. Ohne Einleitung wird direkt an das Pessachfest erinnert. Dann kommt die Heiligkeit der Erstgeborenen, erst dann Schabbat und anschließend werden die übrigen Feste genannt. In der Paraschah Mischpatim war das Pessachfest in den Rahmen der jahreszeitbezogenen und landwirtschaftlich orientierten Feste einbezogen. In unserem Abschnitt jedoch ist das Fest mit anderen Mitzwot verbunden.
Pessach ist nicht nur eines von drei Festen mit einem Bezug zur Jahreszeit, sondern die Voraussetzung, um sich überhaupt in Freiheit für die Observanz des Schabbat und der anderen Mitzvot entscheiden zu können. Ohne die Befreiung, die wir uns zu Pessach vergegenwärtigen, kann es auch keine Annahme der Tora geben, die wir an Schawuot feiern.
2 Buch Moses 33,12 – 34,26
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Aktuelle Veranstaltungen
So. 18.01.2026 | 29. Tewet 5786
Kulturzentrum
„Balagan“ von und mit Mirna Funk
Beginn 17:00Buchpräsentation und Gespräch
Sonntag, 18. Januar 2026, 17 Uhr
Moderation: Ellen Presser
Mirna Funk, eine der mutigsten und unkonventionellsten jüdischen Stimmen Deutschlands erzählt von Recht und Unrecht in der Kunstwelt, von schwieriger Restitution und von der Suche einer jungen Frau nach einem Weg durch das Chaos (hebr. »Balagan«), das die deutsch-jüdische Geschichte im Allgemeinen und in ihrer Familie angerichtet hat.
Mirna Funk, 1981 in Ost-Berlin geboren, studierte Philosophie und arbeitet als Autorin sowie freie Journalistin u. a. für NZZ, DIE WELT und Die ZEIT. Für ihr Romandebüt »Winternähe« wurde sie mit dem Uwe-Johnson-Förderpreis ausgezeichnet. Mirna Funk lebt in Berlin und Tel Aviv.
Mi. 21.01.2026 | 3. Schwat 5786
Kultur
Dan Ariely x Guy Katz: About the Path to Hate
Beginn 19:00Gespräch in Englisch
Mittwoch, 21. Januar 2026, 19 Uhr
An Evening on the Psychology of Antisemitism
Antisemitism is growing, raising the painful question: why? Join world-renowned behavioral scientist Dan Ariely to explore the psychological mechanisms behind hatred and how we might break these destructive cycles. His work reveals predictable patterns in human behavior, even harmful. Weiterlesen »
Do. 29.01.2026 | 11. Schwat 5786
Kultur
Hommage: „Ein Abend für Gertrud Kolmar“
Beginn 19:00Donnerstag, 29. Januar 2026, 19 Uhr
Mit Friederike Heimann und Anette Daugardt (Rezitation)
Gertrud Kolmar – geboren 1894 in Berlin, 1943 in Auschwitz ermordet – verleiht in ihren dichten, manchmal archaischen und doch oft überraschend modernen Bildwelten immer wieder dem Fremden und Ungekannten, dem Stummen und Sprachlosen, eine Stimme. Dabei durchdringen sich das Weibliche und das Jüdische in ihrer Poetik auf vielfache Weise. Nun seh‘ ich mich seltsam und kann mich nicht kennen / Da ich vor Rom, vor Karthago schon war, heißt es in „Die Jüdin“, die eine Forscherreise rüsten möchte in ihr eigenes uraltes Land.
Durch die Gedichtlesung führt Friederike Heimann, Literaturwissenschaftlerin und Autorin einer Biographie über Gertrud Kolmar» In der Feuerkette der Epoche« (Suhrkamp 2023).. Die Gedichte werden von der Berliner Schauspielerin Anette Daugardt vorgetragen. Weiterlesen »
Israelitische Kultusgemeinde
München und Oberbayern K.d.ö.R.
St.-Jakobs-Platz 18
80331 München
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