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30. Januar 2026
Charlotte Knobloch zur möglichen Aufklärung des Brandanschlages in der Reichenbachstraße: „Wir haben lange auf diese Nachricht gewartet“
München, 30.1.2026. Berichten des SPIEGEL zufolge haben Ermittler der Staatsanwaltschaft nach Jahrzehnten einen Tatverdächtigen für den Brandanschlag auf das jüdische Gemeindezentrum in der Reichenbachstraße am 13. Februar 1970 ausfindig gemacht. Die Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern, Dr. h.c. mult. Charlotte Knobloch, erklärte dazu: „Dass der Anschlag in der Reichenbachstraße nach fast 56 Jahren womöglich doch noch aufgeklärt werden kann, hätte ich nicht mehr für möglich gehalten. Unsere ganze Gemeinde und alle, die wie ich persönliche Erinnerungen an diese furchtbare Nacht haben, haben lange auf diese Nachricht gewartet.“ Von Erleichterung könne man zwar nicht sprechen, so Knobloch weiter. „Die Ermordeten werden davon schließlich nicht wieder lebendig. Aber wenigstens hätten wir damit endlich eine Antwort auf eine Frage, die uns über ein halbes Jahrhundert bedrückt hat.“
Die Präsidentin betonte, es schmerze sie sehr, dass der mutmaßliche Täter nicht mehr zur Verantwortung gezogen werden konnte: „Wer jüdische Menschen ermordet, noch dazu aus dem einzigen Grund, weil sie Juden sind, der darf gerade in diesem Land nicht straffrei ausgehen. Sollte Bernd V. tatsächlich der Täter gewesen sein, ist es für alle Angehörigen der Opfer von damals, für unsere Gemeinde und auch für mich persönlich unerträglich, dass er bis zu seinem Lebensabend für dieses barbarische Verbrechen nicht belangt wurde.“
Knobloch dankte abschließend allen, die an den Ermittlungen beteiligt waren und zu einer Aufklärung beigetragen hatten, insbesondere Oberstaatsanwalt Andreas Franck, „ohne dessen Einsatz es diesen Durchbruch nicht hätte geben können.“ Ihr „tief empfundener Dank“ gelte außerdem dem Kabarettisten Christian Springer, der immer wieder mit Installationen und Aktionen rund um den Jahrestag auf den Anschlag aufmerksam gemacht hatte. „Christian Springer setzt sich seit etlichen Jahren mit unglaublicher Beharrlichkeit dafür ein, dass dieser Anschlag nicht aus dem Gedächtnis der Stadt verschwindet. Sein Engagement ist außergewöhnlich.“
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Kultur
Buchpremiere „Die Mühlsteins. Eine jüdisch-böhmische Geschichte“
Beginn 17:00Buchvorstellung und Gespräch
Sonntag, 8. Februar 2026, 17 Uhr
Grußwort: Dr. h.c. mult. Charlotte Knobloch, Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern
Autorengespräch: Prof. Dr. C. Bernd Sucher, Vorstandsvorsitzender der Liberalen Jüdischen Gemeinde München Beth Shalom
Ausschnitte aus dem Buch liest Armand Presser.
Ausgehend von den Erzählungen seiner Eltern, Überlebenden von Theresienstadt und Auschwitz, und basierend auf umfassenden Recherchen hat Jan Mühlstein seine Familienchronik „Die Mühlsteins. Eine jüdisch-böhmische Geschichte“ verfasst. Er schildert den Wandel der jüdischen Lebenswelten in Böhmen, der mit den Reformen des Kaisers Josef II. im ausgehenden 18. Jahrhundert beginnt und entlang der Bruchlinien der „Konfliktgemeinschaft“ verläuft, die Tschechen und Deutschböhmen bilden. Nachgezeichnet wird so eine erfolgreiche Emanzipation der böhmischen Juden, die mit der rechtlichen und gesellschaftlichen Gleichstellung der Juden und ihrem wirtschaftlichen Erfolg in der Tschechoslowakei der Zwischenkriegszeit ihre Vollendung erreicht und einen schrecklichen Rückfall – aber nicht ihr Ende – in der Schoa findet. Die Familiengeschichte lässt sich aber auch als eine Warnung lesen, die Wirkmächtigkeit des scheinbar zu einer Randerscheinung geschrumpften Antisemitismus nicht zu unterschätzen. Weiterlesen »
Israelitische Kultusgemeinde
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