Israelitische Kultusgemeinde München und Oberbayern

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14. Juni 2022

Charlotte Knobloch nach BGH-Urteil zur Wittenberger „Judensau“: „Relief bleibt in Stein gemeißelter Antisemitismus“

München, 14.6.2022. Im Streit um die „Judensau“ an der Wittenberger Stadtkirche hat der Bundesgerichtshof entschieden, dass die mittelalterliche Schmähplastik nicht entfernt werden muss. Die Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern, Dr. h.c. Charlotte Knobloch, erklärt hierzu: „Ich hatte sehr auf eine andere Entscheidung gehofft. Denn wie auch der Vorsitzende Richter selbst bereits gesagt hat, ist dieses Relief ‚in Stein gemeißelter Antisemitismus‘ – und das bleibt es trotz der Distanzierung der Kirche durch eine erläuternde Bodenplatte und einen Aufsteller. Nun wird diese erniedrigende und verletzende Darstellung auch weiterhin offen zu sehen sein.“

„Das ist in Zeiten, da wir jährlich den Anstieg eines bedrohlichen und zunehmend gewalttätigen Judenhasses erleben, mehr als bedenklich. Gegen das sich ausbreitende Gift des Antisemitismus, das unsere freiheitliche Demokratie von innen her auszuhöhlen droht, müssen wir als demokratische und geschichtsbewusste Gesellschaft ein Gegengift entwickeln. So hoffe ich, dass das Urteil nicht das Ende der Diskussion bedeutet und am Ende doch eine konsequente Distanzierung dergestalt stattfindet, dass dieses Relief und andere solche Darstellungen abgenommen und dorthin gebracht werden, wo sie heute am besten aufgehoben sind: ins Museum.“

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Di. 24.02.2026 | 7. Adar 5786

Kultur

„Russische Spezialitäten“ von und mit Dmitrij Kapitelman

Beginn 19:00

Buchpräsentation und Gespräch
Dienstag, 24. Februar 2026, 19 Uhr

Moderation: Ellen Presser

Eine ukrainisch-jüdisch-moldawische Familie, lebt in Leipzig, wo sie russische Spezialitäten verkauft. Und zwar an Osteuropäer, die sich zwischen russischen Flusskrebsen, ukrainischem Wodka und georgischen Sonnenblumenkernen zuhause fühlen. Doch seit dem Krieg Russlands gegen die Ukraine ist nichts mehr wie zuvor. Die Mutter glaubt den Propagandasendungen des russischen Fernsehens. Ihr Sohn, der keine Sprache mehr liebt als die russische, keinen Menschen mehr als seine Mutter, keine Stadt mehr als Kyjiw, verzweifelt. Um seine Mutter zur Vernunft zu bringen, begibt er sich per Flixbus nach Kiew. Oder wie man inzwischen liest: Kyjiw, von wo er ihr die Wahrheit mitzubringen hofft.

Dmitrij Kapitelman, geb. 28.08.1986 in Kiew, kam achtjährig als »jüdischer Kontingentflüchtling« mit seiner Familie nach Deutschland. Heute lebt er als freier Publizist in Berlin. Zudem macht er unter dem Künstlernamen Dheema Musik. Schon seine beiden vorherigen Bücher »Das Lächeln meines unsichtbaren Vaters« (2016) und »Eine Formalie in Kiew« (2021), bei Hanser Berlin erschienen, zeichnet politischer Scharfsinn und tiefgründiger Humor aus. Weiterlesen »

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