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31. Mai 2018
Kundgebung gegen Antisemitismus am 8. Juni um 14.30 Uhr | „Wir wünschen uns ein starkes Zeichen der Münchner“

Unter dem Motto „Zusammenstehen gegen Antisemitismus!“ (PDF-Download) ruft am Freitag, den 8. Juni 2018, um 14.30 Uhr der Münchner Oberbürgermeister Dieter Reiter mit einem breiten Bündnis politischer, kirchlicher und zivilgesellschaftlicher Institutionen und Organisationen zu einer Solidaritätsaktion auf dem St.-Jakobs-Platz in München auf. Die Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern, Dr. h.c. Charlotte Knobloch, hofft auf eine rege Beteiligung und ein deutliches Signal der Münchner Bevölkerung.
Knobloch: „Ich hätte nicht gedacht, dass man zulassen würde, dass Antisemitismus wieder eine ernsthafte Bedrohung für jüdische Menschen in unserem Land werden würde. Leider zeugen die täglichen Vorkommnisse von einem erstarkenden aggressiven Judenhass, der auf allen Ebenen unserer Gesellschaft zu finden ist. Ich wünsche mir, dass möglichst viele Münchner auf dem St.-Jakobs-Platz ein starkes Zeichen setzen“
Am folgenden Tag jährt sich zugleich die Zerstörung der ehemaligen Münchner Hauptsynagoge an der Herzog-Max-Straße zum 80. Mal. Daher, so Knobloch, sei die Solidaritätsaktion am neuen Jüdischen Zentrum nicht von der Erinnerung an die Zerstörung der alten Hauptsynagoge zu trennen. „Dieser Gewaltakt zerstörte eines der größten und prachtvollsten jüdischen Gotteshäuser Europas und damit die Herzkammer der Münchner jüdischen Gemeinde.“
An diesem 80. Jahrestag werde laut Knobloch gerade in München besonders deutlich, welchen Weg das demokratische Deutschland zurückgelegt und welche Errungenschaften für unsere freiheitliche, pluralistische Gesellschaft heute auf dem Spiel stünden: „Damals wollte sich die eifrige nationalsozialistische Führung der ‚Hauptstadt der Bewegung‘ in ihrem Judenhass besonders hervortun – und die Bevölkerung blieb gleichgültig oder stimmte gar zu. 80 Jahre später ist das anders! München ist eine liebens- und lebenswerte Weltstadt. Sie ist zu einem Vorreiter im Kampf gegen jede Form von Antisemitismus geworden. Und die Münchner haben auf ihren Straßen und Plätzen mehrfach eindrucksvolle Zeichen für eine freiheitliche, demokratische und offene Stadtgesellschaft gesetzt. Nun gilt es, gemeinschaftlich zu zeigen, dass wir jede Form von Judenhass gesamtgesellschaftlich ächten und bekämpfen!“
Hintergrund:
Fünf Monate bevor die Nazis in der Pogromnacht vom 9. November 1938 das Tor zu Auschwitz aufstießen und in ganz Deutschland Synagogen zerstörten, war der neoromanische Sakralbau auf persönliche Anweisung Adolf Hitlers als angebliches Verkehrshindernis abgerissen worden. Am 8. Juni 1938, dem Vorabend des Abrisses, fand der letzte Gottesdienst statt – in Anwesenheit zahlreicher Rabbiner, die sich ausgerechnet zu dieser Zeit zu einer Tagung in München trafen. Der Schmerz und die angstvolle Gewissheit, dass sich damit die mörderische Verfolgung der Juden in Deutschland ankündigte, haben sich ins kollektive Bewusstsein der jüdischen Gemeinschaft eingebrannt.
Den Flyer zum Aufruf finden Sie auch unter folgenden Links:
Die entsprechende Facebook-Veranstaltung finden Sie hier:
https://www.facebook.com/events/177828272876826


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Buchvorstellung mit Tuvia Tenenbom: „Wie nennt Ihr dieses Land hier? Unter Siedlern“
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Nach seinen Expeditionen »Allein unter Deutschen«, war er allein unter Juden, Amerikanern, Flüchtlingen und orthodoxen Juden. Inzwischen verbrachte Tenenbom acht Monate im Westjordanland unter Siedlern und sprach mit allen: religiösen Zionisten, politisch engagierten Siedlern, antizionistischen Charedim, mit Menschen, die aus wirtschaftlichen Gründen dort leben, mit Aktivisten, Journalisten, Politikern und Palästinensern.
Je mehr Gespräche er führte, desto deutlicher wurde: Ein einheitliches Bild lässt sich angesichts dieser komplexen Gemengelage nicht zeichnen. Gewalt verschweigt er nicht: »Ich gebe niemandem einen ›Rabatt‹. Ich weise nur darauf hin, dass dies ein kleiner Teil einer äußerst komplexen Geschichte ist – einer Geschichte mit vielen Schichten.« Weiterlesen »
Mi. 17.06.2026 | 2. Tamusz 5786
Kultur
Scholem-Alejchem-Vortrag: „ביכער פֿאַר אַלע“ – „Bücher für alle – populäre jiddische Literatur in Osteuropa, 1860 – 1914“
Beginn 18:15Scholem-Alejchem-Vortrag in ondenk fun Evita Wiecki s“l
Mittwoch, 17. Juni 2026, 18:15 Uhr
Vortrag in jiddischer Sprache
- Begrüßung: Prof. Dr. Martina Niedhammer
- Einführung: Dr. Dasha Vakhrushova
Seit der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurde der jiddische Buchmarkt in Osteuropa neben traditionell-religiöser chassidischer Literatur immer mehr auch von weltlichen Publikationen geprägt. Diese neuen Texte richteten sich an ein breiteres jiddischsprachiges Lesepublikum, das tatsächlich großes Interesse an den neuen Formen und Inhalten zeigte. In dieser Zeit erschienen auch die ersten jiddischen Zeitungen, ein erschwingliches und leicht zugängliches Mittel der Verbreitung allgemeinen Wissens und aufklärerischer Ideen. Allmählich wurden diese Zeitungen zu einer wichtigen Bühne für literarische Werke unterschiedlichster Qualität. Der Vortrag möchte die große Bandbreite jiddischer Publikationen aufzeigen, zu denen jiddische Leser von der Mitte des 19. Jahrhunderts bis zum Ausbruch des Ersten Weltkriegs Zugang hatten, und stellt eine repräsentative Auswahl dieser Werke vor. Dazu gehören belletristische Werke diverser Genres und Stilrichtungen von verschiedener Qualität, darunter die sogenannte shund-literatur [Trivialliteratur] sowie populärwissenschaftliche Werke, die auf die Bedürfnisse der osteuropäischen jiddischen Leserschaft zugeschnitten waren. Weiterlesen »
Israelitische Kultusgemeinde
München und Oberbayern K.d.ö.R.
St.-Jakobs-Platz 18
80331 München
Tel: +49 (0)89 20 24 00 -100
Fax: +49 (0)89 20 24 00 -170
E-Mail: empfang@ikg-m.de
