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1. März 2018

Eine kleine Berlinale

Die 9. Jüdischen Filmtage am Jakobsplatz begeisterten das Publikum mit Dokumentationen und Hollywood-Star. Erschienen in der Jüdischen Allgemeinen vom 1. März 2018. Die Berlinale, das alljährliche Filmereignis in der Hauptstadt, machte vor, wie Publikumsnähe funktionieren kann: Stars und Filmfans sitzen im gleichen Raum. Alle hatten die Chance, den roten Teppich nicht nur zu sehen, sondern auch darüber zu laufen.

IKG-Vorstandsmitglied Anita Kaminski sprach über das biblische Äthiopien. © Marina Maisel

IKG-Vorstandsmitglied Anita Kaminski sprach über das biblische Äthiopien. © Marina Maisel

 

Die gerade zu Ende gegangenen 9. Jüdischen Filmtage am Jakobsplatz, die sich niemals mit der Berlinale messen würden, haben aber trotzdem ein paar Gemeinsamkeiten mit ihr.
Dies sind auf alle Fälle die Nähe zum Publikum und das breite Spektrum des Programms, das für jeden Geschmack etwas bieten dürfte: Komisches wie Tragisches, Dokumentarisches wie Informatives und viel Internationales.

Liebhaber

»Zum gemeinsamen Nenner zählt«, sagt Organisatorin Ellen Presser, »dass ein klarer jüdischer Bezug da ist. Dass der Film außergewöhnlich und nicht jedem und zu jeder Zeit zugänglich ist. Dass er in der jüdischen Gemeinde seine Liebhaber hat und für interessierte nichtjüdische Besucher ungewohnte Einblicke eröffnet.« Ganz schön viel auf einmal verlangt. Menashe, ein Spielfilm über den hürdenreichen Alltag eines Witwers mit Sohn in einer »frumen« Enklave in New York, lief – durchaus beachtet – auf der Berlinale 2017.

Doch in der deutschen Kinolandschaft fand er ebenso wenig seinen Platz wie die israelisch-amerikanische Produktion Norman. Da halfen nicht einmal Stars wie Michael Sheen, Charlotte Gainsbourg und allen voran Richard Gere.

Inzwischen steht fest, dass Sony dieses Meisterwerk des Oscar-nominierten Regisseurs Joseph Cedar bereits im März 2018 als DVD mit Bonus-Material auf den Markt bringt. Man kann nur raten: kaufen, verschenken und die Filmmusik von Jun Miyake, die eine Oscar-Nominierung verdient hätte, selbst genießen.

Der Dokumentarfilm Guardians of Heritage – Hüter der Geschichte, zu dem es übrigens auch einen roten Teppich gab, lockte 380 Besucher an, Bal Ej – The Hidden Jews of Ethiopia »nur« 61. Erfolgreich waren beide, weil sie ihr Publikum informierten und berührten. Etwas unterscheidet die Filmdarbietungen des IKG-Kulturzentrums von Kinobesuchen: nicht nur, dass das Gebotene andernorts kaum zu sehen ist. Jeder Abend hatte auch Gastreferenten. So diskutierte etwa der Filmemacher Emanuel Rotstein mit seinen Protagonisten Charlotte Knobloch und Christian Ude.

Jiddischinsel

Die Jiddisch-Expertin Evita Wiecki erläuterte, dass Menashe »dem Hof der sogenannten Skverer Chassidim« angehört und warum sich sein Jiddisch von dem seines Filmsohnes unterscheidet, der in Israel auf »einer Art säkularer Jiddisch-Insel aufwächst«.

IKG-Vorstandsmitglied Anita Kaminski, die gerade von einer Äthiopienreise zurückgekehrt war, sprach über das biblisch anmutende Äthiopien und Legenden, die bis zu Salomon, zur Königin von Saba, der Bundeslade und einer geheimnisvollen Königin Judith zurückführen.

nmn

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Mo. 15.06.2026 | 30. Siwan 5786

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Buchvorstellung mit Tuvia Tenenbom: „Wie nennt Ihr dieses Land hier? Unter Siedlern“

Beginn 19:00

Buchpräsentation und Gespräch
Mit Fotos von Isi Tenenbom
Montag, 15. Juni 2026, 19 Uhr

Nach seinen Expeditionen »Allein unter Deutschen«, war er allein unter Juden, Amerikanern, Flüchtlingen und orthodoxen Juden. Inzwischen verbrachte Tenenbom acht Monate im Westjordanland unter Siedlern und sprach mit allen: religiösen Zionisten, politisch engagierten Siedlern, antizionistischen Charedim, mit Menschen, die aus wirtschaftlichen Gründen dort leben, mit Aktivisten, Journalisten, Politikern und Palästinensern.

Je mehr Gespräche er führte, desto deutlicher wurde: Ein einheitliches Bild lässt sich angesichts dieser komplexen Gemengelage nicht zeichnen. Gewalt verschweigt er nicht: »Ich gebe niemandem einen ›Rabatt‹. Ich weise nur darauf hin, dass dies ein kleiner Teil einer äußerst komplexen Geschichte ist – einer Geschichte mit vielen Schichten.« Weiterlesen »

Mi. 17.06.2026 | 2. Tamusz 5786

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Scholem-Alejchem-Vortrag: „ביכער פֿאַר אַלע“ – „Bücher für alle – populäre jiddische Literatur in Osteuropa, 1860 – 1914“

Beginn 18:15

Scholem-Alejchem-Vortrag in ondenk fun Evita Wiecki s“l
Mittwoch, 17. Juni 2026, 18:15 Uhr

Vortrag in jiddischer Sprache

  • Begrüßung: Prof. Dr. Martina Niedhammer
  • Einführung: Dr. Dasha Vakhrushova

Seit der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurde der jiddische Buchmarkt in Osteuropa neben traditionell-religiöser chassidischer Literatur immer mehr auch von weltlichen Publikationen geprägt. Diese neuen Texte richteten sich an ein breiteres jiddischsprachiges Lesepublikum, das tatsächlich großes Interesse an den neuen Formen und Inhalten zeigte. In dieser Zeit erschienen auch die ersten jiddischen Zeitungen, ein erschwingliches und leicht zugängliches Mittel der Verbreitung allgemeinen Wissens und aufklärerischer Ideen. Allmählich wurden diese Zeitungen zu einer wichtigen Bühne für literarische Werke unterschiedlichster Qualität. Der Vortrag möchte die große Bandbreite jiddischer Publikationen aufzeigen, zu denen jiddische Leser von der Mitte des 19. Jahrhunderts bis zum Ausbruch des Ersten Weltkriegs Zugang hatten, und stellt eine repräsentative Auswahl dieser Werke vor. Dazu gehören belletristische Werke diverser Genres und Stilrichtungen von verschiedener Qualität, darunter die sogenannte shund-literatur [Trivialliteratur] sowie populärwissenschaftliche Werke, die auf die Bedürfnisse der osteuropäischen jiddischen Leserschaft zugeschnitten waren. Weiterlesen »

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