Israelitische Kultusgemeinde München und Oberbayern

Veranstaltungen Kulturzentrum

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Di. 13.03.2018 | 26. Adar 5778

Beginn 19:00

Vortrag von Dr. Dirk Heißerer: Thomas Mann – Wolfgang Born ››Wo Sie sind ist Deutschland‹‹

Briefwechsel. Texte. Zeichnungen.

Ein Beitrag zur Woche der Brüderlichkeit 2018

Wolfgang Born (1893-1949): Thomas Mann, 1921. Holzschnitt, 60 x 45 cm. Staatliche Graphische Sammlung, München. © Prof. Dr. Gustav V. R. Born, London.

Wolfgang Born (1893-1949): Thomas Mann, 1921. Holzschnitt, 60 x 45 cm. Staatliche Graphische Sammlung, München. © Prof. Dr. Gustav V. R. Born, London.

Wolfgang Born (1893-1949) aus einer jüdischen Gelehrtenfamilie in Breslau, Halbbruder des Physikers und Nobelpreisträgers Max Born, war als Künstler, Kunsthistoriker und Kunstkritiker in München und Wien tätig, bevor er nach Amerika emigrierte.

Der Briefwechsel mit Thomas Mann dreht sich um eine bislang unbekannte frühe Serie von Aquarellen (1916) als Vorläufer der Lithographienmappe Der Tod in Venedig (1921), zu der Thomas Mann einen Brief beisteuerte, und setzt sich im jeweiligen Exil zwischen Wien, Zürich und Amerika fort.

Höhepunkt ist Borns Zuruf 1936, Deutschland sei dort, wo Thomas Mann sei. Die Quelle für Thomas Manns berühmte Sentenz „Where I am, there is Germany“ (Wo ich bin, ist Deutschland), die seine Ankunft in Amerika 1938 akzentuiert, ist somit ein aus deutsch-jüdischer Kulturtradition kommender Aufruf zum Widerstand gegen das NS-Regime in Deutschland.

Nach einem parallelen Studium der Kunst (an der Münchner Akademie) und Kunstgeschichte (bei Heinrich Wölfflin) porträtierte Born in den Zwanziger Jahren zahlreiche Größen seiner Zeit, neben Heinrich und Thomas Mann u.a. Albert Einstein, Sigmund Freud, Alfred Kerr und Richard Strauß. In Wien promovierte Born bei Josef Stryzgowski und versuchte 1933, Oskar Kokoschka als Illustrator für Thomas Manns Joseph-Roman Die Geschichten Jaakobs zu gewinnen.

Zahllose Artikel in Kunstzeitschriften und Wiener Tageszeitungen sicherten ihm den Lebensunterhalt, so wie die vielen in Amerika entstandenen Artikel zur Kunst und Volkskunde. Seiner dortigen prekären Lebenssituation trotzte Born zwei Standardwerke ab, Still-Life in America (1947) und American landscape painting (1948). Den Auftrag Oskar Kokoschkas vom Februar 1949, Born solle das maßgebliche Buch über seine Graphik schreiben, vereitelte Borns plötzlicher Tod im Juni 1949. Der Nachlass Wolfgang Borns befindet sich seit 2014 in der Bayerischen Staatsbibliothek München.

Dirk Heißerer © Christina Bleier

Dirk Heißerer © Christina Bleier

Dr. Dirk Heißerer, Jg. 1957, ist Literaturwissenschaftler, Sachbuchautor, Veranstalter Literarischer Spaziergänge und Exkursionen sowie Vorsitzender des Thomas-Mann-Forums München e.V. Das von ihm herausgegebene Buch mit dem Briefwechsel Thomas Mann / Wolfgang Born, sowie Texten, Bildern und einer Born-Bibliographie erscheint im Sommer 2018 im Verlag Königshausen&Neumann (Würzburg).

Eintritt 7,– Euro/erm. 5,– Euro. Schüler, Studenten und Münchenpass-Inhaber frei

Karten unter (089) 202400-491, karten@ikg-m.de und an der Abendkasse

Veranstalter: Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit, Kulturzentrum der Israelitischen Kultusgemeinde und  Thomas-Mann-Forum München

Veranstaltungsort: Jüdisches Gemeindezentrum, St.-Jakobs-Platz 18

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Aktuelle Veranstaltungen


Mo. 16.03.2026 | 27. Adar 5786

Kultur

Spielfilm: »Sallah – oder: Tausche Tochter gegen Wohnung«

Beginn 19:00

Montag, 16. März 2026, 19 Uhr
Beitrag zu den 17. Jüdischen Filmtagen

Israel 1964, 98 Min., Originalsprache Hebräisch, dt. F.
Regie: & Drehbuch: Ephraim Kishon
Produktion: Menahem Golan, Musik: Yohanan Zaray
Kamera: Floyd Crosby & Nissim Leon
Darsteller: Chaim Topol als Sallah Shabati, Geula Nuni als Habbubah Shabati, Gila Almagor als Bathsheva Sosialit u.v.a.

Der jemenitische Jude Sallah Shabati wandert mit seiner kinderreichen Familie nach Israel ein. Bis zum versprochenen Einzug in eine Neubauwohnung haust man in einer Baracke in einem Übergangs-Camp. Sallah, der über seinen Clan Familie wie ein König herrscht, lebt lieber in den Tag als selbst zu arbeiten.  Im Lexikon des Internationalen Films heißt es, der Film schildere mit liebenswürdiger Selbstkritik »den Kampf mit dem modernen technischen Leben und die Schwierigkeiten des jungen Staates: Geistreiche Unterhaltung mit Witz, Humor und glänzenden Darstellern«. 1964 wurde er als bester fremdsprachiger Film für den Oscar nominiert und u. a. mit zwei Golden Globes ausgezeichnet. Weiterlesen »

Mi. 25.03.2026 | 7. Nissan 5786

Kultur

„Un Tango Para Rachel“

Beginn 19:00

Kurzspielfilm & Konzert
Mittwoch, 25. März 2026, 19 Uhr
Beitrag zu den 17. Jüdischen Filmtagen

Deutschlandpremiere

Argentinien, USA, Schweiz 2025, 25 Min.
Regie/ Drehbuch / Produktion: Lea Kalisch
Darsteller: Sabrina Birmajer, Luciano Borges, Martín Goldber, Lea Kalisch

Im Jahr 1915 entdeckt eine religiöse junge Jüdin den Tango und begibt sich ausgerechnet in ein Bordell in Buenos Aires, um mehr darüber zu erfahren. Dort begegnet sie der Prostituierten Rivka. Es wird eine Reise der Befreiung.

Anschließend Kurzinterview mit der Allroundkünstlerin und Konzert »Yiddish & Tango« mit Lea Kalisch (Gesang), begleitet von Tobias Moss (Gitarre) und Pavel Shalman (Violine)

Die gebürtige Schweizerin Lea Kalisch und der Amerikaner Rabbi T sind ein junges, dynamisches Duo, das jüdische Musik mit einem frischen Twist zu neuem Leben erweckt, hier ergänzt durch den Wiener Musiker Pavel Shalman. Tobias Moss ist im Hauptberuf seit 2024 Rabbiner der liberalen Gemeinde Or Chadasch in Wien. Seine Frau Lea, genannt die rappende Rebbetzin und Yiddish Queen of Pop, ist Sängerin, Songtexterin, Schauspielerin und inzwischen auch Filmemacherin. Weiterlesen »

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Tel: +49 (0)89 20 24 00 -100
Fax: +49 (0)89 20 24 00 -170
E-Mail: empfang@ikg-m.de