Israelitische Kultusgemeinde München und Oberbayern

Veranstaltungen Kulturzentrum

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Mi. 06.09.2017 | 15. Elul 5777

Beginn 19:00

„Dem Bruder im Geiste“ – Oskar Maria Graf und Richard Friedenthal

Vortrag über eine besondere Freundschaft – von Dr. Dirk Heißerer.

Die Beziehung des selbsternannten bayerischen »Provinzschriftstellers« Oskar Maria Graf (1894–1967) zu dem zwei Jahre jüngeren Schriftsteller Dr. Richard Friedenthal (1896–1979) ist nur auf den ersten Blick ein Randthema der Literaturgeschichte. In München geboren und in Berlin aufgewachsen, gehörte Friedenthal in den 1920er Jahren als Lektor und Direktor im Verlag Knaur, wo er das erfolgreiche Knaurs Lexikon herausgab, zu den einflussreichen Literaturvermittlern.

Im eigenen literarischen Bemühen unterstützt von Stefan Zweig (»ein junger Erzähler mit (…) Sicherheit und Weitblick«) debütierte Friedenthal fast gleichzeitg mit Graf und führte in London, wohin er im Spätherbst 1938 emigrieren musste, und nach dem Krieg als Verlagsleiter von Droemer in München sein literarisches Wirken fort. Mit seiner grandiosen Goethe-Biografie (1963) setzte Friedenthal neue erzählerische Maßstäbe. Eine Buchwidmung Oskar Maria Grafs (1966) für Friedenthal als dem »Bruder im Geiste« hat eine Recherche ausgelöst, die zeigt, wie viele programmatische und lebensgeschichtliche Gemeinsamkeiten die beiden so unterschiedlichen Literaten miteinander verbanden.

Dirk Heißerer © Christina Bleier

Dirk Heißerer © Christina Bleier

Dr. Dirk Heißerer, geb. 1957, ist Litera­turwissen­schaft­ler in Mün­chen, Veranstalter  literarischer Spaziergänge und Exkursionen (www.lit-spaz.de) sowie Vorsitzender des Thomas-Mann-Forums München (www.tmfm.de).

Karten à  5,- Euro

Rückfragen unter Telefon (089)202400-491

Veranstalterr: Kulturzentrum der Israelitischen Kultusgemeinde München   & Oberbayern und Kollektiv A

Veranstaltungsort: By Prinzip im Forum, Münchner Freiheit 7, 80802 München

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Aktuelle Veranstaltungen


Di. 09.06.2026 | 24. Siwan 5786

Kultur

„Vier Tage im Juni. Eine nahöstliche Tetralogie. Mossul – Tel Aviv – Babel – Istanbul“ mit Mona Yahia

Beginn 19:00

Lesung und Gespräch
Dienstag, 9. Juni 2026, 19 Uhr

In ihrem Roman »Vier Tage. Eine nahöstliche Tetralogie« erzählt Mona Yahia die Geschichte einer jüdischen Familie zwischen Mossul, Tel Aviv, Babel und Istanbul. Ausgehend von einem Wendepunkt im Jahr 1918 entfaltet sich über vier Generationen hinweg ein vielschichtiges Panorama von Aufbruch, Verlust und Exil.  In eindringlichen Momentaufnahmen – jeweils verdichtet auf einen einzigen Tag – verknüpft die Autorin persönliche Schicksale mit den Umbrüchen des 20. Jahrhunderts und stellt die Frage nach Zugehörigkeit, Erinnerung und dem eigenen Platz in der Welt. Weiterlesen »

Mo. 15.06.2026 | 30. Siwan 5786

Kultur

Buchvorstellung mit Tuvia Tenenbom: „Wie nennt Ihr dieses Land hier? Unter Siedlern“

Beginn 19:00

Buchpräsentation und Gespräch
Mit Fotos von Isi Tenenbom
Montag, 15. Juni 2026, 19 Uhr

Nach seinen Expeditionen »Allein unter Deutschen«, war er allein unter Juden, Amerikanern, Flüchtlingen und orthodoxen Juden. Inzwischen verbrachte Tenenbom acht Monate im Westjordanland unter Siedlern und sprach mit allen: religiösen Zionisten, politisch engagierten Siedlern, antizionistischen Charedim, mit Menschen, die aus wirtschaftlichen Gründen dort leben, mit Aktivisten, Journalisten, Politikern und Palästinensern.

Je mehr Gespräche er führte, desto deutlicher wurde: Ein einheitliches Bild lässt sich angesichts dieser komplexen Gemengelage nicht zeichnen. Gewalt verschweigt er nicht: »Ich gebe niemandem einen ›Rabatt‹. Ich weise nur darauf hin, dass dies ein kleiner Teil einer äußerst komplexen Geschichte ist – einer Geschichte mit vielen Schichten.« Weiterlesen »

Mi. 17.06.2026 | 2. Tamusz 5786

Kultur

Scholem-Alejchem-Vortrag: „ביכער פֿאַר אַלע“ – „Bücher für alle – populäre jiddische Literatur in Osteuropa, 1860 – 1914“

Beginn 18:15

Scholem-Alejchem-Vortrag in ondenk fun Evita Wiecki s“l
Mittwoch, 17. Juni 2026, 18:15 Uhr

Vortrag in jiddischer Sprache

  • Begrüßung: Prof. Dr. Martina Niedhammer
  • Einführung: Dr. Dasha Vakhrushova

Seit der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurde der jiddische Buchmarkt in Osteuropa neben traditionell-religiöser chassidischer Literatur immer mehr auch von weltlichen Publikationen geprägt. Diese neuen Texte richteten sich an ein breiteres jiddischsprachiges Lesepublikum, das tatsächlich großes Interesse an den neuen Formen und Inhalten zeigte. In dieser Zeit erschienen auch die ersten jiddischen Zeitungen, ein erschwingliches und leicht zugängliches Mittel der Verbreitung allgemeinen Wissens und aufklärerischer Ideen. Allmählich wurden diese Zeitungen zu einer wichtigen Bühne für literarische Werke unterschiedlichster Qualität. Der Vortrag möchte die große Bandbreite jiddischer Publikationen aufzeigen, zu denen jiddische Leser von der Mitte des 19. Jahrhunderts bis zum Ausbruch des Ersten Weltkriegs Zugang hatten, und stellt eine repräsentative Auswahl dieser Werke vor. Dazu gehören belletristische Werke diverser Genres und Stilrichtungen von verschiedener Qualität, darunter die sogenannte shund-literatur [Trivialliteratur] sowie populärwissenschaftliche Werke, die auf die Bedürfnisse der osteuropäischen jiddischen Leserschaft zugeschnitten waren. Weiterlesen »

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