Israelitische Kultusgemeinde München und Oberbayern

Pressemitteilung

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22. März 2017

Charlotte Knobloch zu türkischen Nazivergleichen

Stellungnahme von Dr. h.c. Charlotte Knobloch zu den Nazi-Vergleichen des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan und der Ankündigung seiner Partei AKP, vorerst keine Wahlauftritte in Deutschland mehr zu veranstalten:

„Zum Glück bleiben unserem Land bis auf weiteres diese bizarren und befremdlichen türkischen Wahlkampfauftritte erspart, auf denen für das endgültige Aus der ohnehin kaum noch real existierenden Demokratie in der Türkei geworben wird.“ Mit seinen jüngsten Exzessen hat sich Herr Erdogan disqualifiziert. Die Nazivergleiche zeugen von ungeahnter Ungebildetheit und Primitivität. Ich habe persönlich erlebt, in welchen Horror und Terror die Nationalsozialisten unser Land gestürzt haben. Erdogan hat keine Ahnung, wovon er spricht. Er ist augenscheinlich bar jeder historischen Kenntnis. Er begeht einen enormen, unverzeihlichen Fehler, die Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel, diese zutiefst integre freiheitliche Demokratin mit diesen widerlichen, ungeheuerlichen Vergleichen zu beleidigen. Erdogans absurde Entgleisungen sind nicht nur persönlich ehrverletzend. Sie sind eine Beleidigung für unser Land, seine Bürger und Repräsentanten. Zudem handelt es sich um eine unerträgliche Relativierung der NS-Verbrechen und der singulären und präzedenzlosen Unmenschlichkeit der Nazis. Schon jetzt ist die Türkei leider wieder Lichtjahre von Europa und der EU-Mitgliedschaft entfernt – und zwar mental und politisch. Und Erdogans Ankündigungen lassen befürchten dass das nur der Vorgeschmack auf die ‚völlig neue Türkei‘ nach dem Referendum ist, wenn dieses in seinem Sinne ausgeht.“

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April 2026 | Adar II-Nissan | « »

Aktuelle Veranstaltungen


Do. 16.04.2026 | 29. Nissan 5786

Kultur

Spielfilm: „The Survivor“

Beginn 19:00

Spielfilm nach wahren Begebenheiten
Donnerstag, 16. April 2026, 19 Uhr
Beitrag zu den 17. Jüdischen Filmtagen

Kanada/Ungarn/USA 2021, 129 Min., OF Englisch (Vorführung in deutscher Fassung)
Regie: Barry Levinson; Drehbuch: Justine Juel Gillmer,
Musik: Hans Zimmer; Kamera: George Steel
Darsteller: Ben Foster, Billy Magnussen, Danny DeVito, Vicky Krieps u. v. a.

Der Film beginnt im Jahr 1963 am Strand von Brighton Beach, wo der Boxer Harry Haft (dargestellt von Ben Foster) von Erinnerungen an seine Jugendliebe Leah überwältigt wird. Er wird wie auch die Zuschauer in Flashbacks, zu denen ein Interview mit einem Journalisten beiträgt, noch einmal mit seiner Überlebensgeschichte im KZ Auschwitz – nämlich Schauboxen auf Leben und Tod zur Belustigung der Wachmannschaften – konfrontiert. 1948 emigrierte er und hielt sich in New York mit Boxkämpfen über Wasser. Weiterlesen »

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