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28. Juli 2016
Jüdisches Gymnasium: „Zeichen der tiefen Verwurzelung“
Nach der Genehmigung durch den Ministerrat steht dem Jüdischen Gymnasium nichts mehr im Wege. Von Helmut Reister, erschienen in der Jüdischen Allgemeinen vom 28.07.2016. Eine weitere entscheidende Hürde auf dem Weg zu einem jüdischen Gymnasium in München ist überwunden. Der Ministerrat der bayerischen Staatsregierung hat den Schulbetrieb eines jüdischen Gymnasiums ab dem neuen Schuljahr im September 2016 genehmigt.
Die Israelitische Kultusgemeinde München und Oberbayern hatte beim Kultusministerium nach vielen vorangegangenen Gesprächen und Diskussionen einen entsprechenden Antrag gestellt. Für IKG-Präsidentin Charlotte Knobloch ist die zur Wirklichkeit gewordene Vision eines jüdischen Gymnasiums in der Stadt, deren Geschichte besonders eng mit dem Nationalsozialismus verbunden ist, »ein bedeutender Moment« und ein »Zeichen der tiefen Verwurzelung des jüdischen Lebens in der Gesellschaft«.

Starke Partner: IKG-Präsidentin Charlotte Knobloch und Kultusminister Ludwig Spaenle. © Marina Maisel
Besonderer Dank gilt den Worten von IKG-Präsidentin Knobloch zufolge auch dem Elternbeirat der Sinai-Grundschule, der sich mit allergrößtem Engagement der Verwirklichung des Schulprojekts gewidmet hat und unermüdlich für die Erfüllung der hohen Anforderungen eingetreten ist.
Verantwortung Kultusminister Ludwig Spaenle, dessen Ministerium zuständig für den Antrag der IKG ist, äußerte sich nach dem Beschluss des Ministerrats ausgesprochen zufrieden: »Die Entscheidung des Ministerrats für ein jüdisches Gymnasium in München ist ein Zeichen der besonderen historischen Verantwortung Bayerns für das jüdische Leben im Freistaat. Zugleich ist das jüdische Gymnasium zusammen mit der bereits vor Ort bestehenden Sinai-Grundschule ein Beleg für die Vitalität des jüdischen Lebens in München und ganz Bayern.«
Wie das Staatsministerium für Bildung und Kultus, Wissenschaft und Kunst mitteilte, seien mit der Zusage, den Schulbetrieb zu genehmigen, auch zusätzliche Fördermittel verbunden. Dies gelte auch für den Vollausbau des Gebäudekomplexes in der Reichenbachstraße, dem früheren Sitz der IKG. Dort sollen bis zum Schuljahr 2018/2019 alle notwendigen Räumlichkeiten für den Schulbetrieb zur Verfügung stehen. In den ersten beiden Schuljahren wird das jüdische Gymnasium Räumlichkeiten der Sinai-Ganztages-Grundschule nutzen.
Die Grundschule der Kultusgemeinde, die in München hohes Ansehen genießt, besteht bereits seit mehr als 40 Jahren. Das Gymnasium dagegen knüpft an ein trauriges Kapitel aus der unmittelbaren Nachkriegszeit an. Zwischen 1946 und 1951 gab es in München bereits ein jüdisches Gymnasium. Es musste jedoch nach wenigen Jahren geschlossen werden, weil nahezu alle Juden München verlassen hatten.
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Aktuelle Veranstaltungen
So. 06.09.2026 | 24. Elul 5786
Kultur
»Nicht«. Ein Abend mit Dror Mishani
Beginn 17:00 Uhr:Buchpräsentation und Gespräch zum Europäischen Tag der jüdischen Kultur
Moderation: Richard C. Schneider (Journalist und Sachbuchautor)
Lesung: Robert Dölle (Residenztheater)
Sprachen: Englisch & Deutsch (mit einer Lesekostprobe auf Hebräisch)
Ursprünglich erwartete das IKG-Kulturzentrum den Schriftsteller Dror Mishani bereits im Juni 2025 zur Vorstellung von »Fenster ohne Aussicht. Tagebuch aus Tel Aviv«, entstanden nach dem 7. Oktober 2023. Der am 13. Juni 2025 ausgebrochene israelisch-iranische Zwölftagekrieg machte diese Einladung zunichte.
Inzwischen hat Dror Mishani einen neuen Roman vollendet mit dem Titel »Nicht«. Es geht darin um Liebe: die zwischen Mann und Frau, Lebende und Erinnerte, Künstlerin und Musik, Mensch und Tier. Kann eine Lüge eine Liebe retten? Oder gewinnt das Zerstörerische darin die Oberhand? Dror Mishani ist ein Meister der Charakterstudie und weit mehr als ein Krimiautor. Er sagt: »Ich habe angefangen, Kriminalromane zu schreiben, um die Wahrheit menschlicher Gewalt zu dokumentieren und den Versuch zu unternehmen, sie zu verstehen«.
So. 06.09.2026 | 24. Elul 5786
Kultur
Einladung zum Europäischen Tag der jüdischen Kultur 2026 unter dem Motto »Liebe«
Beginn 10:00 Uhr:»An der frischen Luft«
10:00 Uhr
Rundgang am Alten Israelitischen Friedhof
an der Thalkirchner Straße mit Ellen Presser
bereits ausgebucht
Voranmeldung für weitere Führung am
So, 25. Oktober (mit Rückbestätigung) per
E-Mail unter karten@ikg-m.de (Stichwort: Ende Sommerzeit)
»Auf jüdischen Spuren durch die Münchner Altstadt«
mit Chaim Frank
11:00 Uhr
Begrenzte Teilnehmerzahl. Beitrag 10 Euro.
Voranmeldung unter karten@ikg-m.de (Stichwort: Stadtführung)
4.09. – Treffpunkt wird mit Rückbestätigung mitgeteilt.
»Die Synagoge Ohel Jakob« (Zelt Jakobs)
von vielen Seiten«
Referentin: Dinah Zenker
Vortrag mit Besichtigung, Einlass am Synagogenportal,
ohne Voranmeldung
13:00 Uhr (Einlass ab 12:30 Uhr)
15:00 Uhr (Einlass ab 14:30 Uhr)
Beitrag 5 Euro.
Bücher- und CD-Flohmarkt
12:00 – 17:00 Uhr
»Liebe geht auch durch den Magen«
Jüdische koschere Spezialitäten
im Restaurant Einstein
12:00 – 21:00 Uhr
Tischreservierung unter www.einstein-restaurant.de
Informationen unter (089) 202 400 491
www.ikg-m.de/kulturzentrum/aktuell/
Organisation: Kulturzentrum der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern
Veranstaltungsort: Jüdisches Gemeindezentrum, St.-Jakobs-Platz 18, 80331 München
Mi. 23.09.2026 | 12. Tischri 5787
Kultur
»Briefe an meinen Vater«. Von und mit Konrad Bernheimer
Beginn 19:00 Uhr:Moderation: Ellen Presser
Konrad Bernheimer stellt das Schicksal seines Vaters Kurt sehr persönlich in den historischen Kontext dessen Lebenszeit: als Sohn des renommierten Kunsthändlers und Antiquitätensammlers Otto Bernheimer, als Bruder, Student der Kunstgeschichte, Emigranten in den venezolanischen Anden und Familienvater. 1954 kommt Konrad mit Mutter und zwei Schwestern zum Großvater nach München – ohne den Vater. Erst viel später erfährt Konrad Bernheimer, inzwischen selbst ein international erfolgreicher Kunsthändler, was mit seinem Vater einst geschah. Aus überlieferten Dokumenten und Familienerinnerungen entwickelt Bernheimer jr. eine Zwiesprache mit dem abwesenden Vater über Scham und Schuld, Liebe und Prägungen und die Last, die einem die Geschichte auferlegt, denn »Erinnerung bedeutet, dass etwas bleibt – auch wenn so vieles verschwunden ist«.
Israelitische Kultusgemeinde
München und Oberbayern K.d.ö.R.
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80331 München
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