Israelitische Kultusgemeinde München und Oberbayern

Veranstaltungen Kulturzentrum

« Zurück

So. 04.09.2016 | 1. Elul 5776

Europäischer Tag der jüdischen Kultur unter dem Motto „(jüdische) Sprachen“

10. ETdjK am Jakobsplatz – disjähriges Motto: „Jüdische Sprachen“. Das Programm als PDF-Download erhlaten sie hier.

Der Europäische Tag der jüdischen Kultur (ETdjK) begann zunächst als Tag der offenen Tür im Elsass 1996. Der Erfolg war so groß, dass der Tag jährlich mit immer mehr Veranstaltungsorten gefeiert wurde. 1999 nahmen ganz Frankreich, Deutschland, Schweiz, Italien und Spanien teil. Ein Jahr später kamen weitere elf Länder hinzu. Der ETdjK wurde zu einem echten paneuropäischen Ereignis. Seit 2004 wird das Projekt von der AEPJ (Association europeenne pour la presentation et la valorisation de la culture et du patrimoine juifs) koordiniert. Die Israelitische Kultusgemeinde München & Oberbayern beteiligt sich bereits zum zehnten Mal am ETdjK, der in diesem Jahr unter dem Motto „Jüdische Sprachen“ stattfindet.

So offen das Motto klingt, so vielfaltig sind das ganztägige Angebot im Jüdischen Gemeindezentrum und das Programm der 4. Jüdischen Kulturtage am Jakobsplatz im Anschluss. Die besondere Beziehung der Juden zur Sprache zeigt sich u. a. in der Hebräischen Bibel, aber auch in den Sprachentwicklungen in der Diaspora. Die Voices of Ashkenaz geben mit ihren jiddischen und hebräischen Musikstucken einen Einblick in die musikalische Sprache des Judentums.

Während sich die Ausstellung „Haidholzener Psalter“ der Wechselbeziehung von Psalmen, hebräischer Sprache und graphischer Darstellung widmet, greifen die Vorträge, Lesungen und Filmvorführungen weitere Aspekte von Sprachen auf, die im jüdischen Leben im Allgemeinen und in der jüdischen Gemeinde in München eine Rolle spielen.

„Wie ich die deutsche Sprache eroberte“ heißt das Buch von P. J. Blumenthal, in dem er die Geschichte eines  gescheiten, liebenswürdigen jüdischen Taugenichts aus New York erzählt, der vom Fernweh befallen, in eine andere Welt hineinstolpert. Der US-amerikanische Philologe, Schriftsteller und Übersetzer P. J. Blumentha ist in der Bronx/New York City geboren und lebt seit 1975 in München.

Wo Sprache ist, kann auch immer Dialog stattfinden: dies zeigen die Veranstaltungen, die im Rahmen der Jüdischen Kulturtage am Jakobsplatz im  September und Oktober 2016 stattfinden. Egal, ob deutsch, jiddisch, russisch oder hebräisch, Lesung, Konzert oder Film: Das Jüdische Gemeindezentrum lädt zum Kennenlernen der jüdischen Kultur und zum interkulturellen Austausch ein!

Programm

Europäischer Tag der jüdischen Kultur 2016 unter dem Motto „(Jüdische) Sprachen“

Jüdisches Gemeindezentrum am Jakobs-Platz, Sonntag, 4. September 2016, ab 11.00 Uhr

11.00 Uhr & 14.00 Uhr
Führungen durch die Münchner Innenstadt mit Chaim Frank: »Auf jüdischen Spuren«. Begrenzte Teilnehmerzahl. Voranmeldung und Rückbestätigung erforderlich unter karten@ikg-m.de (Betreff: 1. bzw. 2. Stadtrundgang).

12.00 Uhr & 14.30 Uhr
Führungen durch die Synagoge »Ohel Jakob« mit Vorträgen von Elisabeth Rees-Dessauer & Shimrit Sutter-Schreiber
Ohne Voranmeldung, Einlass jeweils 30 Minuten vorher.

12.00 – 18.00 Uhr

Flohmarkt mit literarischen und musikalischen Schnäppchen.

Schmuckstand der »Kreativen Werkstatt« (Projekt von ASZ / IKG-Sozialabteilung).

Quiz-Casio mit tollen Preisen.

Hätten Sie gewusst, dass Tacheles aus dem jiddischen Sprachgebrauch stammt? Oder dass Michael Douglas und David Beckham jüdische Wurzeln hat? Auch der angeblich typische US-amerikanische Bagel kommt eigentlich aus der jüdischen Küche. – Sie hätten es gewusst? Testen Sie Ihr Wissen!

Kalligraphie mit dem Künstler und Schreiber Moran Haynal.

Moran Haynal wurde 1949 in Budapest geboren, verbrachte einen Teil seiner Kindheit in Berlin und studierte in Wien an der Akademie für Bildende Künste. Anfang der 1990er Jahre wanderte er von Ungarn nach Israel aus, lernte in Beth El die klassische jüdische Kalligraphie und arbeitete als freier Künstler sowie als Schreiber von Torah-Rollen, Mesusot und Ketubot. Derzeit lebt Moran Haynal in München. Seine Gemälde, Zeichnungen, Kalligraphien und Gebrauchsgrafiken sind u. a. im Musée National d’Hanoi in Vietnam, im Israel Museum in Jerusalem und in der Nationalgalerie in Budapest vertreten. Moran Haynal ist Mitglied der Wiener Secession sowie der Ungarischen und der Israelischen Künstlervereinigung.

12.00 – 18.00 Uhr
Koscheres Büffet von Feinkost Danel

15.00 Uhr
Eröffnung der Ausstellung »Haidholzener Psalter« (Psalmen im Bild) von Josua Reichert & Karl Neuwirth

16.00 Uhr
P. J. Blumenthal liest aus seinem Buch „Wie ich die deutsche Sprache eroberte“.
P. J. Blumenthal, in der Bronx / New York City geboren, ist ein US-amerikanischer Philologe, Schriftsteller und Übersetzer. Er lebt seit 1975 in München.

18.00 Uhr
Voices of Ashkenaz
Konzert mit Melodien in Hebräisch, Jiddisch und Deutsch

Eintritt zu Führungen, Vorträgen und Konzert je 5 Euro.

Veranstaltungsort
Jüdisches Gemeindezentrum, St.-Jakobs-Platz 18, 80331 München
Telefon +49 (0)89/20 24 00 491, Kartenbestellung unter E-Mail: karten@ikg-m.de

Veranstalter
Kulturzentrum der Israelitische Kultusgemeinde München und Oberbayern, www.ikg-m.de

Alle Beiträge der Kategorie Kulturzentrum ansehen »

VeranstaltungenÜberblick »

Aktuelle Veranstaltungen


Di. 09.06.2026 | 24. Siwan 5786

Kultur

„Vier Tage im Juni. Eine nahöstliche Tetralogie. Mossul – Tel Aviv – Babel – Istanbul“ mit Mona Yahia

Beginn 19:00

Lesung und Gespräch
Dienstag, 9. Juni 2026, 19 Uhr

In ihrem Roman »Vier Tage. Eine nahöstliche Tetralogie« erzählt Mona Yahia die Geschichte einer jüdischen Familie zwischen Mossul, Tel Aviv, Babel und Istanbul. Ausgehend von einem Wendepunkt im Jahr 1918 entfaltet sich über vier Generationen hinweg ein vielschichtiges Panorama von Aufbruch, Verlust und Exil.  In eindringlichen Momentaufnahmen – jeweils verdichtet auf einen einzigen Tag – verknüpft die Autorin persönliche Schicksale mit den Umbrüchen des 20. Jahrhunderts und stellt die Frage nach Zugehörigkeit, Erinnerung und dem eigenen Platz in der Welt. Weiterlesen »

Mo. 15.06.2026 | 30. Siwan 5786

Kultur

Buchvorstellung mit Tuvia Tenenbom: „Wie nennt Ihr dieses Land hier? Unter Siedlern“

Beginn 19:00

Buchpräsentation und Gespräch
Mit Fotos von Isi Tenenbom
Montag, 15. Juni 2026, 19 Uhr

Nach seinen Expeditionen »Allein unter Deutschen«, war er allein unter Juden, Amerikanern, Flüchtlingen und orthodoxen Juden. Inzwischen verbrachte Tenenbom acht Monate im Westjordanland unter Siedlern und sprach mit allen: religiösen Zionisten, politisch engagierten Siedlern, antizionistischen Charedim, mit Menschen, die aus wirtschaftlichen Gründen dort leben, mit Aktivisten, Journalisten, Politikern und Palästinensern.

Je mehr Gespräche er führte, desto deutlicher wurde: Ein einheitliches Bild lässt sich angesichts dieser komplexen Gemengelage nicht zeichnen. Gewalt verschweigt er nicht: »Ich gebe niemandem einen ›Rabatt‹. Ich weise nur darauf hin, dass dies ein kleiner Teil einer äußerst komplexen Geschichte ist – einer Geschichte mit vielen Schichten.« Weiterlesen »

Mi. 17.06.2026 | 2. Tamusz 5786

Kultur

Scholem-Alejchem-Vortrag: „ביכער פֿאַר אַלע“ – „Bücher für alle – populäre jiddische Literatur in Osteuropa, 1860 – 1914“

Beginn 18:15

Scholem-Alejchem-Vortrag in ondenk fun Evita Wiecki s“l
Mittwoch, 17. Juni 2026, 18:15 Uhr

Vortrag in jiddischer Sprache

  • Begrüßung: Prof. Dr. Martina Niedhammer
  • Einführung: Dr. Dasha Vakhrushova

Seit der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurde der jiddische Buchmarkt in Osteuropa neben traditionell-religiöser chassidischer Literatur immer mehr auch von weltlichen Publikationen geprägt. Diese neuen Texte richteten sich an ein breiteres jiddischsprachiges Lesepublikum, das tatsächlich großes Interesse an den neuen Formen und Inhalten zeigte. In dieser Zeit erschienen auch die ersten jiddischen Zeitungen, ein erschwingliches und leicht zugängliches Mittel der Verbreitung allgemeinen Wissens und aufklärerischer Ideen. Allmählich wurden diese Zeitungen zu einer wichtigen Bühne für literarische Werke unterschiedlichster Qualität. Der Vortrag möchte die große Bandbreite jiddischer Publikationen aufzeigen, zu denen jiddische Leser von der Mitte des 19. Jahrhunderts bis zum Ausbruch des Ersten Weltkriegs Zugang hatten, und stellt eine repräsentative Auswahl dieser Werke vor. Dazu gehören belletristische Werke diverser Genres und Stilrichtungen von verschiedener Qualität, darunter die sogenannte shund-literatur [Trivialliteratur] sowie populärwissenschaftliche Werke, die auf die Bedürfnisse der osteuropäischen jiddischen Leserschaft zugeschnitten waren. Weiterlesen »

Alle Veranstaltungen »

Israelitische Kultusgemeinde
Kontakt
Israelitische Kultusgemeinde
München und Oberbayern K.d.ö.R.
St.-Jakobs-Platz 18
80331 München
Tel: +49 (0)89 20 24 00 -100
Fax: +49 (0)89 20 24 00 -170
E-Mail: empfang@ikg-m.de