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3. Dezember 2015

Diese Frauen stehen ihren Mann

Der Münchner Frauenverein Ruth berichtete von seiner Arbeit und sammelte Spenden für Bedürftige. Von Miryam Gümbel, erschienen in der Jüdischen Allgemeinen vom 3.12.2015. Füreinander da sein – das ist die Grundidee des Handelns vom Jüdischen Frauenverein Ruth. Am 22. November haben die engagierten Frauen das bei einem Brunch im Gemeinderestaurant Einstein einmal mehr auf besondere Weise gezeigt.

Tatkräftig: die Mitglieder des jüdischen Frauenvereins Ruth. Foto: Miryam Gümbel

Gemeinsam mit Unterstützern und auch einigen ihrer Schützlinge haben sie einige angeregte und harmonische Stunden verbracht: Tonia Braun, Hanna Feiereisen, Marianna Kazachenko Braun, Helen Muallem, Felicia Schipper, Tova Schvarcz, Brigita Zaidman und Viviane Walzer, die Mirjam Frenkel in dem gleichberechtigten Vorstand des Frauenvereins abgelöst hat.

Unterstützung

Wie wichtig solche Veranstaltungen sind, unterstrich Präsidentin Charlotte Knobloch in ihrer kurzen Ansprache. Immerhin erfahre dabei ein großer Kreis von der Arbeit der sonst meist im Stillen arbeitenden Organisation. Der Jüdische Frauenverein Ruth sei der einzige sozial tätige Verein für bedürftige jüdische Menschen in München, der finanzielle Unterstützung und andere Leistungen biete. »Aber«, betonte Charlotte Knobloch, »es geht hier um Menschen – Menschen mit Problemen ganz unterschiedlicher Art.«

Hanna Feiereisen hatte zum Beispiel auf die wöchentliche Sprechstunde des Vereins verwiesen, zu der sich immer mehr Menschen einfinden. Sie bedauerte, dass Hilfe nur für eine begrenzte Zahl möglich ist, denn es fehlten Mittel und besonders ehrenamtliche Mitarbeiter. Eindringlich illustrierte sie, dass einem Hartz-IV-Empfänger im Monat weniger als 400 Euro für seinen Lebensunterhalt bleiben.

»Das Heer der Hilfesuchenden wird immer größer«, weiß Feiereisen. »Auch wenn manche Leute es nicht für möglich halten, trifft Armut auch Menschen aus der Mitte unserer Gesellschaft.« Sie veranschaulichte den Einsatz der Ruth-Frauen mit eindringlichen Beispielen: »Wir helfen einer Mutter, die selbst gelähmt ist und ihr Kind betreuen muss. Und einer Oma, die ihre Tochter auf tragische Weise verloren hat und jetzt ihr Enkelkind aufzieht, trotz eigener finanzieller Schwierigkeiten.«

Schulausrüstung

Ein weiteres Beispiel ist eine alleinstehende Mutter mit zwei kleinen Kindern. Nachdem sie endlich von einer Pension in eine Wohnung ziehen konnte, waren die Ruth-Frauen ihr beim Einrichten behilflich und haben dafür gesorgt, dass die Kinder eine Schulausrüstung bekamen.

Dass neben den dringend benötigten Finanzmitteln auch das menschliche Miteinander wichtig ist, zeigte die harmonische Stimmung an diesem Tag. Aktive Ruth-Frauen, Gäste, die mehr oder weniger hoch bezifferte Geldscheine in die Spendenschale legten, und andere, die sich das nicht leisten konnten, feierten zusammen an den hübsch eingedeckten Tischen. Die Kosten für den Brunch hatte eine anonyme Sponsorin im Gedenken an ihre verstorbenen Eltern übernommen. Spenden an den Frauenverein sind wegen seiner Gemeinnützigkeit steuerlich absetzbar.

Nach einer kurzen Ansprache von Rabbiner Yehuda A. Horovitz und dem Segen über das Brot genossen alle von dem reichhaltigen Büffet. Für die musikalische Umrahmung sorgte Larissa Nesterenko.

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Mo. 16.03.2026 | 27. Adar 5786

Kultur

Spielfilm: »Sallah – oder: Tausche Tochter gegen Wohnung«

Beginn 19:00

Montag, 16. März 2026, 19 Uhr
Beitrag zu den 17. Jüdischen Filmtagen

Israel 1964, 98 Min., Originalsprache Hebräisch, dt. F.
Regie: & Drehbuch: Ephraim Kishon
Produktion: Menahem Golan, Musik: Yohanan Zaray
Kamera: Floyd Crosby & Nissim Leon
Darsteller: Chaim Topol als Sallah Shabati, Geula Nuni als Habbubah Shabati, Gila Almagor als Bathsheva Sosialit u.v.a.

Der jemenitische Jude Sallah Shabati wandert mit seiner kinderreichen Familie nach Israel ein. Bis zum versprochenen Einzug in eine Neubauwohnung haust man in einer Baracke in einem Übergangs-Camp. Sallah, der über seinen Clan Familie wie ein König herrscht, lebt lieber in den Tag als selbst zu arbeiten.  Im Lexikon des Internationalen Films heißt es, der Film schildere mit liebenswürdiger Selbstkritik »den Kampf mit dem modernen technischen Leben und die Schwierigkeiten des jungen Staates: Geistreiche Unterhaltung mit Witz, Humor und glänzenden Darstellern«. 1964 wurde er als bester fremdsprachiger Film für den Oscar nominiert und u. a. mit zwei Golden Globes ausgezeichnet. Weiterlesen »

Mi. 25.03.2026 | 7. Nissan 5786

Kultur

„Un Tango Para Rachel“

Beginn 19:00

Kurzspielfilm & Konzert
Mittwoch, 25. März 2026, 19 Uhr
Beitrag zu den 17. Jüdischen Filmtagen

Deutschlandpremiere

Argentinien, USA, Schweiz 2025, 25 Min.
Regie/ Drehbuch / Produktion: Lea Kalisch
Darsteller: Sabrina Birmajer, Luciano Borges, Martín Goldber, Lea Kalisch

Im Jahr 1915 entdeckt eine religiöse junge Jüdin den Tango und begibt sich ausgerechnet in ein Bordell in Buenos Aires, um mehr darüber zu erfahren. Dort begegnet sie der Prostituierten Rivka. Es wird eine Reise der Befreiung.

Anschließend Kurzinterview mit der Allroundkünstlerin und Konzert »Yiddish & Tango« mit Lea Kalisch (Gesang), begleitet von Tobias Moss (Gitarre) und Pavel Shalman (Violine)

Die gebürtige Schweizerin Lea Kalisch und der Amerikaner Rabbi T sind ein junges, dynamisches Duo, das jüdische Musik mit einem frischen Twist zu neuem Leben erweckt, hier ergänzt durch den Wiener Musiker Pavel Shalman. Tobias Moss ist im Hauptberuf seit 2024 Rabbiner der liberalen Gemeinde Or Chadasch in Wien. Seine Frau Lea, genannt die rappende Rebbetzin und Yiddish Queen of Pop, ist Sängerin, Songtexterin, Schauspielerin und inzwischen auch Filmemacherin. Weiterlesen »

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