Israelitische Kultusgemeinde München und Oberbayern

Pressemitteilung

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10. Dezember 2014

Charlotte Knobloch zum Tod von Ralph Giordano: „Wir trauern um einen einzigartigen Freund und unbestechlichen Intellektuellen“

München, 10.12.2014.  Mit Bestürzung und Trauer reagierte Dr. Charlotte Knobloch, Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern, auf den Tod des Schriftstellers und Journalisten Ralph Giordano.

Charlotte Knobloch: „Ich beklage den Verlust eines einzigartig warmherzigen und feinsinnigen, klugen und aufrichtigen Freundes. Die unbestechlichen, sensiblen, oft auch unbequemen Kommentare und Denkanstöße von Ralph Giordano werden mir und der jüdischen Gemeinschaft fehlen, oft hat er uns aus dem Herzen gesprochen. Die deutsche Demokratie, für die er, der ‚Davongekommene‘, von ganzem Herzen stritt, hat einen brillanten und mutigen Kämpfer verloren. Ralph Giordano kannte die Gefahr, die von den ‚schrecklichen Vereinfachern‘ ausgeht – ihnen hielt er standhaft seine differenzierte, zutiefst menschliche Betrachtung der Welt entgegen. Zu seinem 90. Geburtstag hat er gesagt: ‚Wer die Demokratie beschädigt, der kriegt es mit mir zu tun. Das ist mein politisches Testament.‘ Lieber Ralph Giordano, wir verstehen Ihr Testament als einen Auftrag – auch wenn es nun um uns ein Stück kälter geworden ist.“

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Februar 2026 | Schwat-Adar I | « »

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Di. 24.02.2026 | 7. Adar 5786

Kultur

„Russische Spezialitäten“ von und mit Dmitrij Kapitelman

Beginn 19:00

Buchpräsentation und Gespräch
Dienstag, 24. Februar 2026, 19 Uhr

Moderation: Ellen Presser

Eine ukrainisch-jüdisch-moldawische Familie, lebt in Leipzig, wo sie russische Spezialitäten verkauft. Und zwar an Osteuropäer, die sich zwischen russischen Flusskrebsen, ukrainischem Wodka und georgischen Sonnenblumenkernen zuhause fühlen. Doch seit dem Krieg Russlands gegen die Ukraine ist nichts mehr wie zuvor. Die Mutter glaubt den Propagandasendungen des russischen Fernsehens. Ihr Sohn, der keine Sprache mehr liebt als die russische, keinen Menschen mehr als seine Mutter, keine Stadt mehr als Kyjiw, verzweifelt. Um seine Mutter zur Vernunft zu bringen, begibt er sich per Flixbus nach Kiew. Oder wie man inzwischen liest: Kyjiw, von wo er ihr die Wahrheit mitzubringen hofft.

Dmitrij Kapitelman, geb. 28.08.1986 in Kiew, kam achtjährig als »jüdischer Kontingentflüchtling« mit seiner Familie nach Deutschland. Heute lebt er als freier Publizist in Berlin. Zudem macht er unter dem Künstlernamen Dheema Musik. Schon seine beiden vorherigen Bücher »Das Lächeln meines unsichtbaren Vaters« (2016) und »Eine Formalie in Kiew« (2021), bei Hanser Berlin erschienen, zeichnet politischer Scharfsinn und tiefgründiger Humor aus. Weiterlesen »

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