Pressemitteilung
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28. Oktober 2014
Presseeinladung und Terminhinweis: Gedenkveranstaltungen am 76. Jahrestag der „Reichskristallnacht“ 1938 – Namenslesung und Gedenkstunde am 9. November 2014
Jeder Mensch hat einen Namen – Gedenken an jüdische Patrioten im Ersten Weltkrieg. Am Sonntag, 9. November 2014, gedenkt München auch in diesem Jahr der jüdischen Münchnerinnen und Münchner, die in der „Reichskristallnacht“ 1938 und den darauf folgenden Jahren entrechtet, deportiert und ermordet wurden. Die diesjährigen Gedenkveranstaltungen erinnern 100 Jahre nach Beginn des Ersten Weltkrieges auch an jüdische Münchnerinnen und Münchner, die als Patrioten und überzeugte Deutsche an diesem Krieg teilgenommen haben.
100 Jahre nach Beginn des Ersten Weltkrieges gedenkt München am Sonntag, 9. November, auch der jüdischen Münchner und Münchnerinnen, die im Ersten Weltkrieg als Soldaten an der Front oder als Ärztinnen und Krankenschwestern in Lazaretten ihren „Dienst am Vaterland“ geleistet haben. Auch sie wurden in der „Reichskristallnacht“ 1938 und den darauf folgenden Jahren entrechtet, deportiert und ermordet.
Um 14 Uhr findet eine öffentliche Namenslesung am Gedenkstein der ehemaligen Hauptsynagoge in der Herzog-Max-Straße (hinter dem Künstlerhaus) statt. Es lesen Schüler, Bürger, Angehörige der Bundeswehr und der Polizei.
- Einletungstext von Dr. Andreas Heusler, Stadtarchiv München – (Rede verfügbar ab 9.11.2014, 18 Uhr)
Exemplarisch für die tragische Lebensgeschichte vieler jüdischer Münchner, deren Namen verlesen werden, sind die nachfolgenden Biographien von Dr. jur. Hans Bloch und Dr. med. Alfred Haas. Beide haben sich im Ersten Weltkrieg für ihr Vaterland eingesetzt, was ihnen Jahre später nicht gedankt wurde.
Dr. jur. Hans Bloch (1895-1942) meldete sich freiwillig als Soldat im Ersten Weltkrieg: „Umsonst zu sterben lieb ich nicht, doch lieb ich zu sterben am Opferhügel fürs Vaterland.“ Im Krieg verlor er sein rechtes Auge. Ende 1938 wurde dem Rechtsanwalt die Zulassung entzogen. 1941 wurde er von der Gestapo verhaftet und ein Jahr später im KZ Mauthausen ermordet.
Dr. med. Alfred Haas (1878-1978) eröffnete 1912 eine chirurgische Privatklinik, die er während des Ersten Weltkrieges als Militärlazarett zur Verfügung stellte. 1938 wurde dem renommierten Chirurgen die Approbation entzogen. Einer Inhaftierung im KZ Dachau entging er nur knapp. Ihm gelang die Flucht in die Vereinigten Staaten, wo er eine Arztpraxis eröffnete und bis 1975 führte.
Um 18 Uhr findet eine Gedenkstunde im Saal des Alten Rathauses am Marienplatz statt.
Es sprechen:
- Dieter Reiter, Oberbürgermeister der Landeshauptstadt München – (Rede verfügbar ab 9.11.2014, 18 Uhr)
- Dr. h. c. Charlotte Knobloch, Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern – (Rede verfügbar ab 9.11.2014, 18 Uhr)
- Christian Ude, Alt-Oberbürgermeister der Landeshauptstadt München
Vortrag:
General a.D. Wolfgang Schneiderhan, Generalinspekteur der Bundeswehr 2002-2009 Thema: „´Dazu hält man für sein Land den Schädel hin.`Deutsche Soldaten jüdischen Glaubens im Ersten Weltkrieg – die beklemmende Geschichte zurückgewiesener Patrioten.“ – (Vortrag verfügbar ab 9.11.2014, 18 Uhr)
Zu den Gedenkveranstaltungen sind Sie herzlich eingeladen.
Um eine Akkreditierung wird gebeten.
Über eine Terminankündigung würden wir uns freuen.
Weiterführende Informationen finden Sie im passwortgeschützten
Pressebereich der IKG-Website
unter www.ikg-m.de (Passwort: Gedenken9Nov).
Dort finden Sie u.a. den Flyer mit dem Programm und Informationen zu jüdischen Patrioten im Ersten Weltkrieg, Biographien und Fotos von Dr. jur. Hans Bloch und Dr. med. Alfred Haas.
Die Arbeitsgruppe „Gedenken an den 9. November 1938“ ruft die gesamte Münchner Stadtgesellschaft auf, an der Namenslesung und der Gedenkstunde teilzunehmen.
Zu den Gedenkveranstaltungen sind Sie herzlich eingeladen. Um eine Akkreditierung wird gebeten.
Über eine Terminankündigung würden wir uns freuen.
Alle wichtigen Informationen (Flyer zu den Gedenkveranstaltungen, Biographien und Fotos zur Namenslesung) finden Sie im passwortgeschützten Pressebereich der IKG-Website unter www.ikg-m.de/presse/.
Download der Pressemitteilung (PDF)
Download der Terminerinnerung (PDF)
Ihre Ansprechpartnerin:
Andrea Oberlechner-Kraa
Pressereferat der
Israelitischen Kultusgemeinde
München und Oberbayern K.d.ö.R.
St.-Jakobs-Platz 18
80331 München
Tel.: +49 (0)89 20 24 00 -114
Fax: +49 (0)89 20 24 00 -170
E-Mail: andrea.oberlechner-kraa@ikg-m.de
Internet: www.ikg-muenchen.de
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Aktuelle Veranstaltungen
Do. 05.03.2026 | 16. Adar 5786
Kultur
WIRD VERSCHOBEN: „Wie rettet man das Tote Meer?“
Aufgrund der derzeitigen Lage in Israel und des Ausfalls etlicher Flugverbindungen kann diese Veranstaltung leider nicht wie geplant stattfinden. Ein neuer Termin wird rechtzeitig bekanntgegeben.
Vorstellung eines Dokumentarfilmprojekts und Vortrag im Rahmen der 17. Jüdischen Filmtage
Initiatoren: Florentinfilm, Herzliya / Israel
Das Tote Meer stirbt. Es verliert anderthalb Meter pro Jahr. Der Wasserspiegel sinkt, die Strände verschwinden, Erdfälle öffnen sich. Wenn das so weitergeht, ist es in 30 Jahren verschwunden.
Der in Entstehung befindliche Film will die Geschichte dieses Binnenmeeres aus der Perspektive von drei Personen erzählen: Mosche Bernstein, einem orthodoxen jungen Mann, der statt in der Jeschiwa zu lernen, mit seiner Kamera die Salzschichten, Rückzugslinien, sich ändernden Farben, dokumentiert; Oded Rahav, Umweltaktivist , Extremsportler und Gründer der Initiative Dead Sea Guardians; Jackie ben Zaken, ehem. Marine-Soldat, der dort seine innere Ruhe wiederfand und nun Bewußtseins-Touren leitet, mit Blick auf die sich ändernden Landschaften und seltene geologische Phänomene, die das zurückweichende Wasser freigibt.
Präsentation des Film-Teasers zur in Vorbereitung befindlichen Film-Dokumentation mit den Filmemachern Harel Yana und Mordechai Malka
»Last chance to save the Dead Sea«
Vortrag des Umweltaktivisten Oded Rahav
in engl. Sprache mit Powerpoint-Präsentation
Moderation: Emanuel Rotstein
Eintritt frei.
Anmeldung erbeten unter karten@ikg-m.de oder (089) 202 400 491
Veranstalter: Kulturzentrum der IKG München & Oberbayern mit freundlicher Unterstützung von florentinfilm
Veranstaltungsort: Jüdisches Gemeindezentrum, St.-Jakobs-Platz 18
Di. 10.03.2026 | 21. Adar 5786
Kultur
„Lieber Gott als nochmals Jesus“ – eine humoristische Beichte mit Ilja Richter
Beginn 19:00Buchpräsentation
Dienstag, 10. März 2026, 19 Uhr
Teil der Woche der Brüderlichkeit
Ilja Richter nimmt seine Zuhörerschaft mit auf (s)eine Suche nach religiöser Heimat und Zugehörigkeit. Dabei umkreist er das Thema Judentum / Christentum in bitter-komischen Geschichten, pointierten Glossen, mit Fakten und Zitaten – und Musik. Damit eröffnet er seinen ganz eigenen, ungewöhnlichen Blick in die Welt des Glaubens.
Ilja Richter, 1952 in Ost-Berlin geboren, ist das Kind einer jüdischen Mutter und eines nichtjüdischen Vaters, der als Kommunist 9 ½ Jahre in Zuchthaus und KZ verbrachte. Er gehört zu den vielseitigsten Künstlern in jeder nur denkbaren Sparte: als Schauspieler, Synchron- und Hörfunksprecher, Sänger, Autor, Theater- und Musical-Regisseur und -Darsteller. Frühe Berühmtheit erlangte er als jüngster TV-Moderator mit der Sendung »Disco« im ZDF. Weiterlesen »
Do. 12.03.2026 | 23. Adar 5786
Kultur
WIRD VERSCHOBEN: Ephraim Kishon. Ein Leben für den Humor
Beginn 19:00Aufgrund der derzeitigen Lage in Israel und des Ausfalls etlicher Flugverbindungen kann diese Veranstaltung leider nicht wie geplant stattfinden. Ein neuer Termin wird rechtzeitig bekanntgegeben.
Ein Abend mit der Biographin Silja Behre
Donnerstag, 12. März 2026, 19 Uhr
Teil der Woche der Brüderlichkeit
Seit den 1960er-Jahren führten Ephraim Kishons Bücher immer wieder die Bestseller-Listen an, wurden teilweise auch verfilm, inklusive zwei Oscar-Nominierungen. Wie kam es dazu, dass der aus Budapest stammende Israeli Ephraim Kishon (1924-2005) mit seinen Humoresken gerade beim deutschen Publikum seinen größten Erfolg hatte? Ausgehend von Kishons eigenen Aufzeichnungen, Erinnerungen von Zeitzeugen und Weggefährten sowie Presseberichten und Archivmaterial beschreibt die Biographin Silja Behre seine Erfolgsgeschichte im Spannungsfeld von Literatur, Humor und Politik. Weiterlesen »
Israelitische Kultusgemeinde
München und Oberbayern K.d.ö.R.
St.-Jakobs-Platz 18
80331 München
Tel: +49 (0)89 20 24 00 -100
Fax: +49 (0)89 20 24 00 -170
E-Mail: empfang@ikg-m.de
