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15. Oktober 2014
Drei Kantoren für ein gutes 5775!
Rückblick und gute Wünsche beim Neujahrskonzert in der Kultusgemeinde. Von Miryam Gümbel, erschienen in der Jüdischen Allgemeinen, 12.10.2014. Nachdenklich, hoffnungsvoll und bewegt starteten die Mitglieder der Münchner IKG in das Jahr 5775. Die Kultusgemeinde hatte zu einem Neujahrskonzert in den Hubert-Burda-Saal eingeladen, und Menschen aus allen Generationen waren gekommen.
Schließlich – so hatte es Gemeinderabbiner Israel Meir Levinger in seiner kurzen Ansprache ausgedrückt – sei »Rosch Haschana ein Punkt, an dem wir stehen bleiben, nach oben blicken und fragen, was im letzten Jahr passiert ist. »Was haben wir gemacht und was sind unsere Pläne für das nächste Jahr?«

Tenor, Bass und Bariton: Die »Drei Kantoren« sangen beim Neujahrskonzert Chasanut und Evergreens. © Marina Maisel
In ihrer Begrüßungsrede blickte auch Präsidentin Charlotte Knobloch zurück: »Ein nicht eben leichtes Jahr geht dieser Tage zu Ende. Vor allem für Israel nicht. Einmal mehr mussten unsere Brüder und Schwestern in Israel um ihre Sicherheit, ihre Gesundheit, ihr Leben bangen.« Sie erinnerte an die Angst und Sorge um Familie und Freunde: »Jede Mail, jeder Anruf mit der Vorwahl 00972 konnte furchtbare Nachricht bedeuten.« Die Menschen wünschten sich nichts sehnlicher als Frieden, betonte sie.
Es seien die Feinde Israels, die den Staat immer wieder nötigten, sich zu verteidigen. Knobloch erinnerte an den wochenlangen Raketenbeschuss. Dabei wurden 67 israelische Soldaten und fünf Zivilisten getötet, darunter ein vierjähriger Junge. Charlotte Knobloch gedachte auch Gilads, Naftalis und Eyals, der drei Teenager, deren Ermordung den Beginn der jüngsten Auseinandersetzung markiert. »Nicht nur an diesem Abend denken wir an diese Opfer aus unserer Mitte. Sie leben im kollektiven Gedächtnis unserer Seelen fort. Lassen Sie uns einen Moment innehalten und ihrer gedenken«, forderte sie die Menschen im Hubert-Burda-Saal auf.
Benefizkonzert
Das war auch der Moment, in dem sie erklärte, warum das diesjährige Neujahrskonzert als Benefizkonzert gestaltet war: Der Eintritt – wer wollte, konnte noch zusätzlich spenden – kam den verwundeten Soldaten in Israel zugute. »Denn«, so unterstrich die Präsidentin, »eines steht fest, liebe Freunde: Wir stehen unverrückbar an der Seite des jüdischen Staates. Wir Juden in der Diaspora, wir Juden überall in der Welt sind vereint und stehen zusammen – für Israel und im gemeinsamen Kampf gegen unsere Feinde, wer und wo sie auch immer sein mögen.«
Wer Juden angreife, greife deshalb jüdische Existenz an: »Das ist purer Antisemitismus und nichts anderes«, sagte Knobloch. Ein Gutes hätten die jüngsten traurigen Ereignisse allerdings bewirkt, nämlich, dass die jüdische Gemeinschaft noch enger zusammengewachsen sei. Das gelte für die Menschen in Israel, die sich zu ihrer neuen alten Einheit formiert hätten.
Und das gelte für die gesamte weltweite jüdische Gemeinschaft, die mehr denn je geschlossen zusammenstehe – »für den Staat Israel und für unser Recht auf ein sicheres und respektiertes Leben in unseren Heimatländern«, betonte die Präsidentin. Diese Energie, die das gesamte jüdische Volk umspanne, gebe gerade jetzt die nötige Kraft, um die Herausforderungen des neuen Jahres anzunehmen – und zwar mit Freude und Zuversicht, fuhr sie in ihrer Ansprache fort. An die Anwesenden appellierte sie, stets gemeinsam stark zu sein – nicht nur im Kampf, sondern auch in der Freude, im Alltag, im Gebet, an den Feiertagen – zu jeder Zeit.
Jiddisch
Wie eben an diesem Abend bei dem Konzert der »Drei Kantoren« Ido Ben-Gal (Tenor), Assaf Levitin (Bass, Arrangements), Amnon Seelig (Bariton, Arrangements), die am Klavier von Daniel Seroussi begleitet wurden. Sie nahmen die Gäste mit auf eine musikalische Reise von Salomone Rossi, Louis Lewandowski, sefardischen Pijutim, jiddischen Evergreens bis hin zu Naomi Shemer und israelischen Hits.
Mit ihren Liedern – bekannte Weisen aus der Liturgie ebenso wie hebräische Melodien aus Israel – unterstrichen die drei Stimm-Virtuosen, was Rabbiner Levinger eingangs gesagt hatte: Zu den Wegen, auf denen der Mensch zum Schöpfer findet, gehört auch die Musik. Ob das vertraute »Schalom Alejchem« oder das traditionelle »Adon Olam«, ob ein israelisches Kinderlied oder ein Gesang aus der Pessach-Haggada – die Zuhörer ließen sich begeistern von den Gesangskünsten der drei Kantoren.
Honig
Sie erfüllten hörbar die Erwartungen, die Charlotte Knobloch eingangs so formuliert hatte: eine Inspiration, die »uns einen positiven Impuls für das neue Jahr gibt«. Die Kulturabteilung des Zentralrats der Juden in Deutschland, die diese drei Künstler in ihr Programm für 2014 aufgenommen hatte, wird angesichts des großen Erfolgs aufs Schönste in ihrem Förderwesen bestätigt.
Symbolisch für ein glückliches und süßes Jahr 5775 gab es nach dem Ende des Konzerts die traditionellen Apfelscheiben und Honig. Bei einem gemeinsamen Umtrunk sprachen die Gäste über das vergangene Jahr, über Pläne und Wünsche für die Zukunft und ließen die Lieder des Abends nachklingen. Mit dem gegenseitigen Wunsch: »Schana towa umetuka – Gmar chatima towa!«
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Nach seinen Expeditionen »Allein unter Deutschen«, war er allein unter Juden, Amerikanern, Flüchtlingen und orthodoxen Juden. Inzwischen verbrachte Tenenbom acht Monate im Westjordanland unter Siedlern und sprach mit allen: religiösen Zionisten, politisch engagierten Siedlern, antizionistischen Charedim, mit Menschen, die aus wirtschaftlichen Gründen dort leben, mit Aktivisten, Journalisten, Politikern und Palästinensern.
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Mi. 17.06.2026 | 2. Tamusz 5786
Kultur
Scholem-Alejchem-Vortrag: „ביכער פֿאַר אַלע“ – „Bücher für alle – populäre jiddische Literatur in Osteuropa, 1860 – 1914“
Beginn 18:15Scholem-Alejchem-Vortrag in ondenk fun Evita Wiecki s“l
Mittwoch, 17. Juni 2026, 18:15 Uhr
Vortrag in jiddischer Sprache
- Begrüßung: Prof. Dr. Martina Niedhammer
- Einführung: Dr. Dasha Vakhrushova
Seit der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurde der jiddische Buchmarkt in Osteuropa neben traditionell-religiöser chassidischer Literatur immer mehr auch von weltlichen Publikationen geprägt. Diese neuen Texte richteten sich an ein breiteres jiddischsprachiges Lesepublikum, das tatsächlich großes Interesse an den neuen Formen und Inhalten zeigte. In dieser Zeit erschienen auch die ersten jiddischen Zeitungen, ein erschwingliches und leicht zugängliches Mittel der Verbreitung allgemeinen Wissens und aufklärerischer Ideen. Allmählich wurden diese Zeitungen zu einer wichtigen Bühne für literarische Werke unterschiedlichster Qualität. Der Vortrag möchte die große Bandbreite jiddischer Publikationen aufzeigen, zu denen jiddische Leser von der Mitte des 19. Jahrhunderts bis zum Ausbruch des Ersten Weltkriegs Zugang hatten, und stellt eine repräsentative Auswahl dieser Werke vor. Dazu gehören belletristische Werke diverser Genres und Stilrichtungen von verschiedener Qualität, darunter die sogenannte shund-literatur [Trivialliteratur] sowie populärwissenschaftliche Werke, die auf die Bedürfnisse der osteuropäischen jiddischen Leserschaft zugeschnitten waren. Weiterlesen »
Israelitische Kultusgemeinde
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