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4. September 2014
Eine Oase in Schwabing
Die lange Vorgeschichte des jüdischen Altersheims, von Miryam Gümbel, erschienen am 4.9.2014 in der Jüdischen Allgemeinen. „Wo man in Würde alt werden kann“ – unter diesem Titel berichtete Ellen Presser 1983 in der Gemeindezeitung über die Einweihung des Eisenberg-Seniorenheims.
Ein Foto zeigt den damaligen Gemeindepräsidenten Hans Lamm mit weiteren Persönlichkeiten. Einer von ihnen ist der Namensgeber des Hauses: Shaul Eisenberg sel. A.
Zum 30. Jubiläum zitierte die Heimleiterin Jennifer Krusche aus diesem und weiteren Artikeln, um die lange Geschichte der Einrichtung zu verdeutlichen. An gleicher Stelle gab es bereits 1905 ein »Israelitisches Pensionat«. Dieses »Heim für nicht ganz unbemittelte alte Leute«, wie Krusche es formulierte, das über 17 Zimmer verfügte, wurde im Jahr 1938 von den Nazis geschlossen. Diese raubten der Leiterin noch das vorhandene Geld.
Die alten Menschen mussten notdürftig in Privatwohnungen untergebracht werden. Vom Frühjahr 1939 bis 1942 waren dort rund 100 Juden zusammengepfercht, bis die Nazis im Frühjahr 1943 eine »Mutterwohnstätte für Arierinnen« eröffneten.
Wunder
Doch, so fuhr Krusche in ihrem historischen Rückblick fort, nach »dieser unsäglichen Tragödie gab es auch Wunder«: Am 19. Juli 1945 wurde die Israelitische Kultusgemeinde wiedergegründet. Die IKG beschloss dann in den 70er-Jahren, auf dem alten Grundstück einen Neubau zu errichten – das Saul-Eisenberg-Seniorenheim.
In diesem Zusammenhang gab es noch ein anderes Wunder: Shaul Eisenberg spendete in den 80er-Jahren für das Altenheim einen Millionenbetrag. Als Kind polnischer Eltern in München geboren, gelang ihm nach der Machtübernahme Hitlers die Flucht aus Deutschland. Später baute er ein erfolgreiches Wirtschaftsimperium auf. So ganz schien er München nie vergessen zu haben.
»Ich weiß, was es heißt, in Not zu leben«, zitierte ihn Ellen Presser in ihrem Bericht. »Darum verstehe ich es auch zu helfen.« Shaul Eisenberg war am 19. September 1983 mit seiner Frau und seinen Kindern zur Eröffnungsfeier nach München gekommen. In seiner Ansprache erinnerte er an die Zeit nach seiner Emigration im Jahr 1938, als er »ohne Sprache und Wissen neu anfangen musste«. Dabei sprach er von der Hilfe, die er in jenen schlimmen und harten Zeiten erfahren hatte.
AWO
Das Heim wurde in den vergangenen 30 Jahren erweitert, umgebaut und mehrmals modernisiert. Es verfügt über 54 Plätze und wird von der Arbeiterwohlfahrt München im Auftrag der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern betrieben.
Der nahe Englische Garten dient als Stätte der Erholung und Erbauung der Bewohner und ermöglicht abwechslungsreiche Spaziergänge. Und auch der hauseigene Rosengarten des Seniorenheims ist eine bezaubernde Oase mitten in Schwabing. Miryam Gümbel
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Aktuelle Veranstaltungen
Do. 05.03.2026 | 16. Adar 5786
Kultur
»Wie rettet man das Tote Meer?«
Vorstellung eines Dokumentarfilmprojekts und Vortrag im Rahmen der 17. Jüdischen Filmtage
Initiatoren: Florentinfilm, Herzliya / Israel
Das Tote Meer stirbt. Es verliert anderthalb Meter pro Jahr. Der Wasserspiegel sinkt, die Strände verschwinden, Erdfälle öffnen sich. Wenn das so weitergeht, ist es in 30 Jahren verschwunden.
Der in Entstehung befindliche Film will die Geschichte dieses Binnenmeeres aus der Perspektive von drei Personen erzählen: Mosche Bernstein, einem orthodoxen jungen Mann, der statt in der Jeschiwa zu lernen, mit seiner Kamera die Salzschichten, Rückzugslinien, sich ändernden Farben, dokumentiert; Oded Rahav, Umweltaktivist , Extremsportler und Gründer der Initiative Dead Sea Guardians; Jackie ben Zaken, ehem. Marine-Soldat, der dort seine innere Ruhe wiederfand und nun Bewußtseins-Touren leitet, mit Blick auf die sich ändernden Landschaften und seltene geologische Phänomene, die das zurückweichende Wasser freigibt.
Präsentation des Film-Teasers zur in Vorbereitung befindlichen Film-Dokumentation mit den Filmemachern Harel Yana und Mordechai Malka
»Last chance to save the Dead Sea«
Vortrag des Umweltaktivisten Oded Rahav
in engl. Sprache mit Powerpoint-Präsentation
Moderation: Emanuel Rotstein
Eintritt frei.
Anmeldung erbeten unter karten@ikg-m.de oder (089) 202 400 4i91
Veranstalter: Kulturzentrum der IKG München & Oberbayern mit freundlicher Unterstützung von florentinfilm
Veranstaltungsort: Jüdisches Gemeindezentrum, St.-Jakobs-Platz 18
Di. 10.03.2026 | 21. Adar 5786
Kultur
„Lieber Gott als nochmals Jesus“ – eine humoristische Beichte mit Ilja Richter
Beginn 19:00Buchpräsentation
Dienstag, 10. März 2026, 19 Uhr
Teil der Woche der Brüderlichkeit
Ilja Richter nimmt seine Zuhörerschaft mit auf (s)eine Suche nach religiöser Heimat und Zugehörigkeit. Dabei umkreist er das Thema Judentum / Christentum in bitter-komischen Geschichten, pointierten Glossen, mit Fakten und Zitaten – und Musik. Damit eröffnet er seinen ganz eigenen, ungewöhnlichen Blick in die Welt des Glaubens.
Ilja Richter, 1952 in Ost-Berlin geboren, ist das Kind einer jüdischen Mutter und eines nichtjüdischen Vaters, der als Kommunist 9 ½ Jahre in Zuchthaus und KZ verbrachte. Er gehört zu den vielseitigsten Künstlern in jeder nur denkbaren Sparte: als Schauspieler, Synchron- und Hörfunksprecher, Sänger, Autor, Theater- und Musical-Regisseur und -Darsteller. Frühe Berühmtheit erlangte er als jüngster TV-Moderator mit der Sendung »Disco« im ZDF. Weiterlesen »
Do. 12.03.2026 | 23. Adar 5786
Kultur
Ephraim Kishon. Ein Leben für den Humor
Beginn 19:00Ein Abend mit der Biographin Silja Behre
Donnerstag, 12. März 2026, 19 Uhr
Teil der Woche der Brüderlichkeit
Seit den 1960er-Jahren führten Ephraim Kishons Bücher immer wieder die Bestseller-Listen an, wurden teilweise auch verfilm, inklusive zwei Oscar-Nominierungen. Wie kam es dazu, dass der aus Budapest stammende Israeli Ephraim Kishon (1924-2005) mit seinen Humoresken gerade beim deutschen Publikum seinen größten Erfolg hatte? Ausgehend von Kishons eigenen Aufzeichnungen, Erinnerungen von Zeitzeugen und Weggefährten sowie Presseberichten und Archivmaterial beschreibt die Biographin Silja Behre seine Erfolgsgeschichte im Spannungsfeld von Literatur, Humor und Politik. Weiterlesen »
Israelitische Kultusgemeinde
München und Oberbayern K.d.ö.R.
St.-Jakobs-Platz 18
80331 München
Tel: +49 (0)89 20 24 00 -100
Fax: +49 (0)89 20 24 00 -170
E-Mail: empfang@ikg-m.de
