Israelitische Kultusgemeinde München und Oberbayern

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11. September 2014

ETdjK 2014: Unbeschreiblich weiblich

Der Europäische Tag der jüdischen Kultur steht ganz im Zeichen der Frau im Judentum. Von Miryam Gümbel, erschienen am 11.9.2014 in der Jüdischen Allgemeinen In diesem Jahr findet der Europäische Tag der jüdischen Kultur (ETdjK) in München – wie auch europaweit – am Sonntag, 14. September, unter dem Motto »Die Frau im Judentum« statt.

Diese Thematik ist so breit gefächert, dass Ellen Presser, die Leiterin des IKG-Kulturzentrums, die Veranstaltungen in München dieses Jahr mit den sich daran anschließenden Jüdischen Kulturtagen im Gemeindezentrum am Jakobsplatz verbunden hat.

Seit 2007 beteiligt sich die Kultusgemeinde am ETdjK, in diesem Jahr nämlich zog die IKG in das neue Gemeindezentrum und hat seitdem die entsprechenden Räumlichkeiten, solche Veranstaltungen auszurichten. Der große Publikumsandrang bestätigt das Konzept von Ellen Presser. Mit ihr und ihrem Team freut sich auch Präsidentin Charlotte Knobloch: »Es ist wunderbar, dass dieser Tag sowie der sich anschließende jüdische Kulturreigen rund um den Jakobsplatz bereits nach wenigen Jahren zu einer guten, renommierten Tradition geworden ist, deren Bekanntheit und Beliebtheit weit über die Grenzen unserer Stadt hinausreicht.«

Rundgang

Los geht es am 14. September um 11 Uhr mit einem Stadtrundgang mit Chaim Frank unter dem Motto »Auf den Spuren jüdischer Frauen«. Eine zweite Tour, ebenfalls mit begrenzter Teilnehmerzahl, findet um 13.30 Uhr statt. Anmeldungen dafür gibt es, seit das Programm vor einigen Wochen bekannt gegeben wurde.

Um 12 Uhr öffnet dann das Gemeindezentrum seine Türen für zahlreiche Veranstaltungen. Bis 19 Uhr gibt es im Foyer des Hauses – ganz im Zeichen des Jahresthemas »Frau« – einen Schmuckstand der »Kreativen Werkstatt«. Auf einem Bücher- und CD-Flohmarkt ist Belletristik ebenso zu finden wie Sach- und Kinderbücher, Bildbände, Hörbücher und Musik-CDs. Wer beim Blick in die angebotenen Kochbücher nicht erst auf das Ausprobieren zu Hause warten möchte, kann schon einmal im Gemeinderestaurant »Einstein« die koschere Küche testen. Von 12 bis 22 Uhr werden dort jüdische und internationale Spezialitäten angeboten.

Natürlich kann wie in jedem Jahr auch an diesem Tag die Synagoge Ohel Jakob besichtigt werden. Jeweils um 12.30 und um 15.00 Uhr finden Führungen statt – mit Marian Offman und Elisabeth Rees-Dessauer. Einlass ist jeweils eine halbe Stunde vor Beginn.

Gemeinsamkeiten

Mit dem Spielfilm Arranged (USA 2007, Original mit Untertiteln) lernen die Besucher um 16.30 Uhr im Hubert-Burda-Saal zwei junge Frauen aus Brooklyn/New York kennen. Der amerikanische Autor und Produzent Stefan Schaefer lässt in seinem Film eine orthodoxe Jüdin und eine gläubige Muslimin während ihres ersten Jahres als Lehrerinnen einer Brooklyner Schule aufeinandertreffen. Sie stellen fest, dass es zwischen ihnen trotz anfänglicher Skepsis viele Gemeinsamkeiten gibt – der Beginn einer wunderbaren Freundschaft.

Wenig später wird um 18 Uhr die Foto-Ausstellung »Von Elizabeth Taylor zu Elisheba Rachel. Eine Biografie« eröffnet. In das Leben des wohl berühmtesten internationalen jüdischen Filmstars führt Adrian Prechtel ein, Kulturredakteur der Münchner Abendzeitung.

Der Tag schließt mit Sandra Kreislers Konzert »Schum Dawar«, das um 19 Uhr beginnt. Darin trägt die Sängerin jüdische Lieder und Chansons vor. Die in München geborene Künstlerin steht mit dem Programm ganz in der Tradition ihres berühmten Vaters Georg Kreisler. Sie singt, spielt und lebt ihre Chansons, die alles andere als »schum dawar« (Hebräisch: »gar nichts«), sondern voller Wehmut und voll jüdischem Humor sind. Begleitet wird sie von Gennadij Desatnik (Geige, Bratsche, Gitarre) und Valeriy Khoryshman (Akkordeon, Klavier).

Erinnerungen

Gleich am nächsten Tag steht um 19.30 Uhr ein weiteres Highlight der Kulturtage mit Michael Verhoevens Spielfilm Let’s go! auf dem Programm. Der Film basiert auf Laura Wacos Erinnerungen Von Zuhause wird nichts erzählt. Eine jüdische Geschichte aus Deutschland, die 1996 im Münchner Verlag P. Kirchheim erschienen sind und zum Teil in der Borstei spielen. Der Regisseur, der bei der Vorführung anwesend sein wird, hat zu diesem Anlass auch Anwohner aus der bekannten Münchner Wohnsiedlung eingeladen.

Die Kulturtage laufen mit zahlreichen weiteren Veranstaltungen bis Montag, 13. Oktober. Musik, Wissen und Unterhaltung sind die Eckpfeiler, zwischen die Ellen Presser viele Facetten jüdischen Lebens gestellt hat. Eine Hommage zum 80. Geburtstag von Leonard Cohen findet sich ebenso darunter wie numerologische Methoden in der jüdischen Exegese beim Lerntag mit dem jüdischen Religionsphilosophen Daniel Krochmalnik.

Ein weiterer Höhepunkt der Kulturtage: die Lesung des früheren Rektors der Hochschule für Jüdische Studien Heidelberg, Alfred Bodenheimer, aus seinem neuen Kriminalroman Kains Opfer. »Mit diesem Programm darf sich München auf einen herrlichen Herbstbeginn freuen«, sieht auch Präsidentin Charlotte Knobloch den Veranstaltungen freudig entgegen.

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September 2026 | Elul-Tischri | « »

Aktuelle Veranstaltungen


Mi. 23.09.2026 | 12. Tischri 5787

Kultur

»Briefe an meinen Vater«. Von und mit Konrad Bernheimer

Beginn 19:00 Uhr:

Moderation: Ellen Presser

Konrad Bernheimer stellt das Schicksal seines Vaters Kurt sehr persönlich in den historischen Kontext dessen Lebenszeit: als Sohn des renommierten Kunsthändlers und Antiquitätensammlers Otto Bernheimer, als Bruder, Student der Kunstgeschichte, Emigranten in den venezolanischen Anden und Familienvater. 1954 kommt Konrad mit Mutter und zwei Schwestern zum Großvater nach München – ohne den Vater. Erst viel später erfährt Konrad Bernheimer, inzwischen selbst ein international erfolgreicher Kunsthändler, was mit seinem Vater einst geschah. Aus überlieferten Dokumenten und Familienerinnerungen entwickelt Bernheimer jr. eine Zwiesprache mit dem abwesenden Vater über Scham und Schuld, Liebe und Prägungen und die Last, die einem die Geschichte auferlegt, denn »Erinnerung bedeutet, dass etwas bleibt – auch wenn so vieles verschwunden ist«.

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Sa. 17.10.2026 | 6. Cheschwan 5787

Kultur

Zum 27. Mal: »Die lange Nacht der Münchner Museen

Beginn 20:30 Uhr:

Beitrag der IKG München und Oberbayern

Auf einen Blick:

Vorträge (je 30 Min.)
20:30 Uhr Dinah Zenker
22:00 Uhr Ellen Presser

Konzerte des Synagogenchors »Schma Kaulenu«
unter Leitung von David Rees
21:15 Uhr und 22:30 Uhr (ca. 30 Min.)

Eine Synagoge, wörtlich Ort der Zusammenkunft (zum Gebet), ist von zentraler Bedeutung für jüdisches Leben. Der Vortrag erläutert, woher der Name »Ohel Jakob kommt, ferner architektonische Besonderheiten und die Rolle der Musik.

Musikalische Begleitung: Luisa Pertsovska

Veranstaltungsort: Synagoge »Ohel Jakob«, St.-Jakobs-Platz 18, 80331 München

Das Restaurant Einstein im Jüdischen Gemeindezentrum bietet koschere Köstlichkeiten.

Das Ticket kostet 20 Euro und berechtigt zum Eintritt in über 100 beteiligte Häuser.

Weitere Informationen unter www.muenchner.de und www.ikg-m.de

So. 18.10.2026 | 7. Cheschwan 5787

Kultur

»Shvayg Mayn Harts«. Jiddische Lieder aus der goldenen Ära des New Yorker Yiddish Theatre

Beginn 17:00 Uhr:

Sasha Lurje & Roman Grinberg – Gesang
Shvayg Mayn Harts Orchestra
Dirigent: Michael Alexander Willens

Mit „Shvayg Mayn Harts“ erfüllt sich Michael Alexander Willens einen lang gehegten persönlichen Traum: die Musik seiner beiden Großväter Alexander Olshanetsky und
Herman Yablokoff wieder auf die Bühne zu bringen. Beide gehörten zu den prägenden Persönlichkeiten des jiddischen Theaters in New York.
Als Komponisten, Sänger und Bühnenstars schufen sie Lieder, die weit über die jüdische Gemeinschaft hinaus bekannt wurden und bis heute zum Schatz des jiddischen Musiktheaters zählen. Werke wie „Papirosn“, „Mayn Shtetele Belz“, „Hopkele“ oder „Ikh hob dikh tsufil lib“ erzählen von Liebe und Sehnsucht, von Heimweh und Hoffnung, von den Erinnerungen an die alte Heimat und vom Traum eines neuen Lebens in Amerika.
Gemeinsam mit dem eigens gegründeten „Shvayg Mayn Harts Orchestra“ lässt Michael Alexander Willens diese musikalische Welt neu aufleben. Mit Sasha Lurje und Roman Grinberg, der auch für die Orchesterarrangements verantwortlich zeichnet, stehen zwei der führenden Stimmen der internationalen jiddischen Musikszene auf der Bühne. Sie führen durch ein Programm voller Emotionen, Humor und Lebensfreude und schlagen eine Brücke von den Anfängen des jiddischen Theaters in Osteuropa bis zu seiner Blütezeit in New York.

Voranmeldung erforderlich möglichst bis 7. Oktober unter: festkonzert@ikg-m.de

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