Israelitische Kultusgemeinde München und Oberbayern

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12. Juni 2014

Chronist des Traums – Moshe Gross zeigt in der IKG seinen ganz persönlichen Blick auf Israel

Von Miryam Gümbel, erschienen in der Jüdischen Allgemeinen, 12.6.2014. Als nachdenkliche und zuhörende Frau zeigt eine Aufnahme des Fotografen Moshe Gross Israels frühere Ministerpräsidentin Golda Meir. Das während ihrer Amtszeit aufgenommene Foto gehört zu den eindrucksvollsten der Ausstellung, die vom 16. bis 27. Juni im Gemeindezentrum am Jakobsplatz zu sehen ist. Veranstaltet wird die Schau vom IKG-Kulturzentrum in Zusammenarbeit mit der Deutsch-Israelischen Gesellschaft Leipzig und dem Generalkonsulat des Staates Israel für Süddeutschland anlässlich des 66. Geburtstages Israels.

Zeigten nach der Ausstellungseröffnung »Israels Schönheit in Liedern«: die Musiker Merav Barnea und Adi Bar. © Miryam Gümbel

 

Moshe Gross konnte der Ausstellungseröffnung selbst nicht beiwohnen, wurde aber durch seine Cousine Zofia und deren Mann Ron Jakubowicz vertreten. Präsidentin Charlotte Knobloch stellte Jakubowicz bei der Begrüßung als einen Mann vor, der in vielen Funktionen eng mit dem jüdischen Staat verbunden sei. Seiner Frau dankte sie dafür, »die fantastischen Bilder von Moshe nachMünchen« geholt zu haben.

Ihr Gruß galt auch der Sopranistin Merav Barnea und dem Pianisten Adi Bar, die zur Ausstellungseröffnung ein Konzert unter dem Motto »Israels Schönheit in Liedern« gaben. 66 Jahre Israel – für Charlotte Knobloch verbindet sich damit der Wunsch, dass die Existenz des jüdischen Staates für alle freiheitlich-demokratisch gesinnten Menschen ein Grund zur Freude ist. »Israel«, betonte Knobloch, »ist der wahr gewordene Traum von einem Land, in dem jüdische Menschen als Juden frei – und hoffentlich dereinst auch in Frieden – leben können.«

Die Gründung Israels sei ein Wunder, an das die jüdische Gemeinschaft glaube. »Ein Wunder, das in Form des jüdischen Staates Realität wurde: Israel ist der gelebte Glaube an Demokratie und Freiheit. Israel, das ist ein gelebter Traum.«

MUT

Zwei Menschen, die zum Gelingen dieses Traums beigetragen haben, sind David Ben Gurion und Golda Meir – beide sind auch auf den Fotos der Ausstellung zu sehen. Charlotte Knobloch zitierte Kernsätze beider. Ben Gurion sagte: »Wer nicht an Wunder glaubt, ist kein Realist.« Und Golda Meir erklärte: »Ich glaube, für alle Menschen in der Welt ist es das Wichtigste im Leben, den Mut zu großen Träumen aufzubringen.«

Damit verband Knobloch den Wunsch an die Besucher der Ausstellung, sich von diesen Gedanken und den Bildern inspirieren zu lassen. Denn, so betonte sie: »Israel – das ist Religion. Das ist Glauben. Das ist Weisheit. Das ist Modernität, Innovation, Lebensfreude, Hoffnung und Menschlichkeit. Israel ist das Sinnbild dafür, dass es sich lohnt, an Träumen festzuhalten. Dass es sich lohnt, an Wunder zu glauben.«

Wie sich dieser Traum erfüllte, das zeigen die Fotos von Moshe Gross. Sie führen vor Augen, wie hart die Menschen am Aufbau dieses Landes gearbeitet haben. 1925 in Leipzig geboren, kam Gross 1934 mit seiner Familie nach Palästina.

In Haifa, wo er heute noch lebt, studierte er am Technion Werkzeugschlosserei, Elektrotechnik und Optik. Seine große Leidenschaft aber war die Fotografie, die schließlich sein Beruf mit dem eigenen Studio »Keren Or« wurde.

ANFÄNGE

Mit seiner Kamera hielt Gross über sechs Jahrzehnte die Entwicklung des Staates Israel fest. Die Ausstellung im Gemeindezentrum zeigt insbesondere die Anfänge des Landes – landwirtschaftliche Projekte ebenso wie erste industrielle Anlagen. Zu kurz kommen dabei aber auch keineswegs Natur und Menschen des Landes.

Ron Jakubowicz überbrachte am Eröffnungsabend die Grüße von Moshe Gross, der gerne gekommen wäre, aber aus gesundheitlichen Gründen nicht dazu in der Lage war. Im Namen von Gross dankte Jakubowicz der Leiterin des Kulturzentrums, Ellen Presser, dass sie sich nach der Ausstellung in Leipzig für die Präsentation in Müncheneingesetzt hatte.

KONZERT

Dass Israel an diesem Abend mit allen Sinnen erlebt werden konnte, dazu trug auch das Konzert der israelischen Musiker Merav Barnea und Adi Bar wesentlich bei.

Die Sopranistin Barnea studierte von 1992 bis 1996 an der Israel Rubin Academy of Music und an der Tel Aviv University bei Professor Tamar Rachum. Danach absolvierte sie ein Studium bei Professor Ingrid Figur an der Hochschule der Künste Berlin.

Nach ihrem Debüt am Tel Aviver Opernhaus hatte die mehrfach ausgezeichnete Künstlerin Engagements auch an deutschen Bühnen.

Die Vielfalt ihres Repertoires und ihre beeindruckende Stimme wurde kongenial von Adi Bar am Piano unterstrichen. Er absolvierte seine Klavierausbildung an der Jerusalem Academy of Music sowie an den Hochschulen in Berlin und Karlsruhe. Sein Solistenexamen legte er in Madrid ab. Dass die Liedgestaltung zu den Fachgebieten des international ausgezeichneten Musikers zählen, bewies der viel bejubelte Auftritt der beiden im Hubert-Burda-Saal.

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Aktuelle Veranstaltungen


Mi. 07.10.2026 | 26. Tischri 5787

Kultur

»Sie kamen, um uns zu töten. Mein Leben als Jüdin vor und nach dem 7. Oktober« – Ein Abend mit Dafna Gerstner

Beginn 19:00

Buchpräsentation & Gespräch mit der Autorin
Mittwoch, 7. Oktober 2026, 19 Uhr

Lesung: Ulla Wagener
Moderation: Richard Volkmann

Dafna Gerstner stammt aus Israel und lebt seit 2011 in Deutschland. 2023 wurde sie Zeugin des brutalen Massakers der Hamas vom 7. Oktober im Kibbuz Be’eri. Wie durch ein Wunder überlebte sie in einem nicht abschließbaren Schutzraum in der Wohnung ihres Bruders Eitan. Dreißig Menschen von dort, darunter Kleinkinder, wurden nach Gaza verschleppt – nicht alle haben die Geiselhaft überlebt. Es starben insgesamt 102 aus dem Kibbuz Be‘eri, darunter auch Dafnas Bruder Eitan, der als Mitglied der Bereitschaftseinheit das Leben zahlreicher Kibbuz-Mitglieder rettete im für ihn tödlichen Kampf gegen die Terroristen.

In ihrem Buch erzählt die Überlebende Dafna Gerstner vom Leben im Kibbuz vor und nach dem Massaker, aber auch davon, was es heißt zu überleben. Sie berichtet von den traumatischen Folgen des Terrorangriffs – sowohl für sie persönlich als auch für die israelische Gesellschaft. Doch auch die Spaltung der deutschen Gesellschaft hat ihr Leben als Jüdin in Deutschland verändert.

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Sa. 17.10.2026 | 6. Cheschwan 5787

Kultur

Zum 27. Mal: »Die lange Nacht der Münchner Museen

Beginn 20:30 Uhr:

Beitrag der IKG München und Oberbayern

Auf einen Blick:

Vorträge (je 30 Min.)
20:30 Uhr Dinah Zenker
22:00 Uhr Ellen Presser

Konzerte des Synagogenchors »Schma Kaulenu«
unter Leitung von David Rees
21:15 Uhr und 22:30 Uhr (ca. 30 Min.)

Eine Synagoge, wörtlich Ort der Zusammenkunft (zum Gebet), ist von zentraler Bedeutung für jüdisches Leben. Der Vortrag erläutert, woher der Name »Ohel Jakob kommt, ferner architektonische Besonderheiten und die Rolle der Musik.

Musikalische Begleitung: Luisa Pertsovska

Veranstaltungsort: Synagoge »Ohel Jakob«, St.-Jakobs-Platz 18, 80331 München

Das Restaurant Einstein im Jüdischen Gemeindezentrum bietet koschere Köstlichkeiten.

Das Ticket kostet 20 Euro und berechtigt zum Eintritt in über 100 beteiligte Häuser.

Weitere Informationen unter www.muenchner.de und www.ikg-m.de

So. 18.10.2026 | 7. Cheschwan 5787

Kultur

»Shvayg Mayn Harts«. Jiddische Lieder aus der goldenen Ära des New Yorker Yiddish Theatre

Beginn 17:00 Uhr:

Sasha Lurje & Roman Grinberg – Gesang
Shvayg Mayn Harts Orchestra
Dirigent: Michael Alexander Willens

Mit „Shvayg Mayn Harts“ erfüllt sich Michael Alexander Willens einen lang gehegten persönlichen Traum: die Musik seiner beiden Großväter Alexander Olshanetsky und
Herman Yablokoff wieder auf die Bühne zu bringen. Beide gehörten zu den prägenden Persönlichkeiten des jiddischen Theaters in New York.
Als Komponisten, Sänger und Bühnenstars schufen sie Lieder, die weit über die jüdische Gemeinschaft hinaus bekannt wurden und bis heute zum Schatz des jiddischen Musiktheaters zählen. Werke wie „Papirosn“, „Mayn Shtetele Belz“, „Hopkele“ oder „Ikh hob dikh tsufil lib“ erzählen von Liebe und Sehnsucht, von Heimweh und Hoffnung, von den Erinnerungen an die alte Heimat und vom Traum eines neuen Lebens in Amerika.
Gemeinsam mit dem eigens gegründeten „Shvayg Mayn Harts Orchestra“ lässt Michael Alexander Willens diese musikalische Welt neu aufleben. Mit Sasha Lurje und Roman Grinberg, der auch für die Orchesterarrangements verantwortlich zeichnet, stehen zwei der führenden Stimmen der internationalen jiddischen Musikszene auf der Bühne. Sie führen durch ein Programm voller Emotionen, Humor und Lebensfreude und schlagen eine Brücke von den Anfängen des jiddischen Theaters in Osteuropa bis zu seiner Blütezeit in New York.

Voranmeldung erforderlich möglichst bis 7. Oktober unter: festkonzert@ikg-m.de

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