Israelitische Kultusgemeinde München und Oberbayern

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15. Mai 2014

Blau-weißes Wunder

Wie die Kultusgemeinde den israelischen Unabhängigkeitstag feierte, von Miryam Gümbel, erschienen in der Jüdischen Allgemeinen, 15.5.2014. Am Dienstag vergangener Woche jährte sich die Staatsgründung Israels zum 66. Mal. Die Münchner Gemeinde feierte den Jom Haazmaut wie jedes Jahr ausgelassen und voller Freude im Hubert-Burda-Saal. »Die Gründung Israels ist ein Grund zum Feiern«, sagte Präsidentin Charlotte Knobloch zum Auftakt ihrer Rede. »Wir lassen nicht ab von unserem Traum, von unserem Land, in dem wir in Freiheit und in Frieden leben können. Wir glauben an dieses Wunder – und wir kämpfen für dieses Wunder. Am Israel chai!«

Bevor die vielen Hundert Gäste die Feier eröffneten, gedachten sie all derer, die bei der Verteidigung des Staates Israel ums Leben gekommen sind. »Wir gedenken ihrer und wir beten für die Heimkehr der vermissten israelischen Soldaten«, betonte Charlotte Knobloch. »Wir erinnern uns auch an die Zivilisten, die dem palästinensischen Terrorismus zum Opfer gefallen sind. Wir verneigen uns vor unseren Schwestern und Brüdern. Sie gaben ihr Leben für einen Traum, für den Glauben an ein Wunder.«

ERINNERUNG

Bereits am Abend zuvor hatte der Verein Torah MiTzion München gemeinsam mit der IKG den Jom Hasikaron begangen – zeitgleich mit dem Ertönen der Gedenksirenen in Israel. Der Stillstand des Lebens dort in Erinnerung an die Opfer wurde per Video in das Münchner Gemeindezentrum übertragen.

Mit einem Gebet für die Gefallenen hatte auch Rabbiner Israel Meir Levinger den Jom Hasikaron in der Ohel-Jakob-Synagoge ausklingen lassen. In seiner kurzen Ansprache erinnerte er an die Zeit nach dem Ende des Ersten Weltkriegs, den Holocaust und die Anfänge des jüdischen Staates. Als junger Mann hatte Rabbiner Levinger, dessen Eltern vor den Nazis aus München nach Palästina geflüchtet waren, die Verwirklichung des lang ersehnten Wunders selbst miterlebt. »Unsere Großeltern hätten sich einen eigenen jüdischen Staat nicht vorstellen können. Aber nach 2000 Jahren Sehnsucht hat sich dieser Traum endlich erfüllt«, so Levinger.

Diese Hoffnung, die in Erfüllung gegangen ist, besingt auch die israelische Nationalhymne Hatikwa. Ihr Ertönen war am Montagabend der Auftakt zu den Feierlichkeiten in der Kultusgemeinde. Auf der mit zahlreichen weiß-blauen Luftballons geschmückten Bühne trug Kantor Moshe Fischl das Lied vor, unterstützt von vielen Gemeindemitgliedern.

TRAUM

Was Israel in den 66 Jahren seiner Geschichte bereits alles erreicht hat, daran erinnerte Charlotte Knobloch ebenfalls in ihrer Rede. Der Staat und seine Menschen hätten Herausragendes geleistet. Was niemand für möglich gehalten hätte, sei mit Gottes Hilfe Wirklichkeit geworden, unterstrich Knobloch. »All den Pessimisten und Unkenrufen zum Trotz, all den Miesmachern und den Hetzern werden die Menschen in Israel es beweisen, werden wir es beweisen: Israel ist ein Wirklichkeit gewordener Traum, ein Wunder!«

Dieses Wunder wurde dann gemeinsam im Hubert-Burda-Saal gefeiert. Dass die Rahmenbedingungen der Party stimmten, dafür hatte wieder einmal besonders Anat Rajber gesorgt, der Knobloch herzlich dankte. An festlich gedeckten Tischen nahmen die Gäste im Saal Platz, im Foyer waren kleine Stehtische aufgestellt. Dort war auch ein großes Buffet unter dem Motto »So schmeckt Israel« aufgebaut, an dessen zum Teil in blau-weiß gehaltenen Köstlichkeiten sich jeder bedienen konnte.

Die Farben Israels waren darüber hinaus auch nicht nur auf der Bühne und im sich ständig wechselnden Lichtspiel der Saalbeleuchtung präsent. Blau und Weiß waren auch als Dresscode vorgegeben, dem einige Gäste gern nachkamen. Viele Blicke zog ein Mann im weißen Anzug, weißen Hut und einer blauen Krawatte mit Davidsternen auf sich. Seine Frau hatte sich ebenfalls ganz in den Farben Israels gekleidet.

BEIFALL

Davidsterne waren auch auf den vielen Flaggen zu sehen, mit denen die Kinder von Bnei Akiva und des Jugendzentrums Neshama einen Tanz aufführten. Sie bekamen ebenso begeisterten Beifall wie der Chor der Sinai-Schule, der die Gäste mit hebräischen Liedern unterhielt. Als die »besten Botschafter der israelischen Musik«, wie sie in der Einladung angekündigt waren, ließ schließlich das Gesangs-Quartett »Habibi« die Zeit vergessen.

In Israel sind die Musiker aus Fernsehen und Rundfunk bekannt. Shlomit Aharon, Kiki Rotstein, Ami Mandelman und Moshe Simantov haben mit ihrer Band im Laufe ihrer Karriere mit mehr als 3000 Auftritten ihre Zuhörer begeistert – so auch an diesem Jom-Haazmaut-Abend in München. Mit ihren Melodien und Liedern rissen die Stargäste aus Israel das Münchner Publikum mit.

Zum Feiern mit israelischer Musik gehört immer auch das Tanzen, nicht nur im Gemeinderestaurant Einstein, wo die Gruppe Rikudei Am mit Matti Goldschmidt entsprechende Tänze aufführte. Auch vor der Bühne drängten sich auf der Tanzfläche im Hubert-Burda-Saal immer mehr Menschen – zu Paartänzen und zur obligatorischen Hora.

TORTE

Bei so viel guter Stimmung wurde dann zu später Stunde unter den staunenden Blicken der Gäste eine fünfstöckige Geburtstagstorte in den Saal gefahren – freilich auch sie in den Farben Blau und Weiß. Charlotte Knobloch schnitt sie gemeinsam mit dem israelischen Generalkonsul Dan Shaham an.

Gut gestärkt durch die süße Köstlichkeit feierten die meisten Gäste noch bis Mitternacht, nicht wenige Unermüdliche sogar noch darüber hinaus.

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Aktuelle Veranstaltungen


Do. 01.10.2026 | 20. Tischri 5787

Kultur

„Bruno – Der junge Kreisky“

Beginn 20:

Filmvorführung
Donnerstag, 1. Oktober 2026, 20 Uhr

Spielfilm, Österreich/ Deutschland 2026, 116 Min.

Regie: Harald Scheritz
Drehbuch: Harald Sicheritz, Fritz Schindlecker, Helene Maimann
Produktion: DOR Film, Wien
Darsteller: Nils Arztmann (Bruno), Maya Unger Adele Holzer), Soi Schüssler (Sissi Nesvadba), Noah Perktold (Roman Felleis) Juergen Maurer und Marie-Therese Futterknecht (Eltern Kreisky), Tobias Resch (Paul Kreisky) u. v. a.

Wien in den späten 1920er Jahren: Als Schüler aus wohlhabendem jüdischen Elternhaus wird Bruno Kreisky von der sozialistischen Arbeiterjugend nur widerwillig aufgenommen. Als die politischen Spannungen im Land eskalieren, organisieren Bruno und seine Kameraden und Kameradinnen verbotene Treffen, verteilen Widerstandspamphlete und setzen bei ihrer Revolte gegen reaktionäre Kräfte, die dem Anschluss Österreichs ans Dritte Reich entgegenfiebern, ihr Leben auf Spiel. Während sein Bruder Paul seine Rettung in der Alijah nach Palästina sieht, führt der Weg des jugendlichen Rebellen Bruno ins schwedische Exil und später als österreichischer Spitzenpolitiker auf die Weltbühne. Weiterlesen »

Mi. 07.10.2026 | 26. Tischri 5787

Kultur

»Sie kamen, um uns zu töten. Mein Leben als Jüdin vor und nach dem 7. Oktober« – Ein Abend mit Dafna Gerstner

Beginn 19:00

Buchpräsentation & Gespräch mit der Autorin
Mittwoch, 7. Oktober 2026, 19 Uhr

Lesung: Ulla Wagener
Moderation: Richard Volkmann

Dafna Gerstner stammt aus Israel und lebt seit 2011 in Deutschland. 2023 wurde sie Zeugin des brutalen Massakers der Hamas vom 7. Oktober im Kibbuz Be’eri. Wie durch ein Wunder überlebte sie in einem nicht abschließbaren Schutzraum in der Wohnung ihres Bruders Eitan. Dreißig Menschen von dort, darunter Kleinkinder, wurden nach Gaza verschleppt – nicht alle haben die Geiselhaft überlebt. Es starben insgesamt 102 aus dem Kibbuz Be‘eri, darunter auch Dafnas Bruder Eitan, der als Mitglied der Bereitschaftseinheit das Leben zahlreicher Kibbuz-Mitglieder rettete im für ihn tödlichen Kampf gegen die Terroristen.

In ihrem Buch erzählt die Überlebende Dafna Gerstner vom Leben im Kibbuz vor und nach dem Massaker, aber auch davon, was es heißt zu überleben. Sie berichtet von den traumatischen Folgen des Terrorangriffs – sowohl für sie persönlich als auch für die israelische Gesellschaft. Doch auch die Spaltung der deutschen Gesellschaft hat ihr Leben als Jüdin in Deutschland verändert.

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Sa. 17.10.2026 | 6. Cheschwan 5787

Kultur

Zum 27. Mal: »Die lange Nacht der Münchner Museen

Beginn 20:30 Uhr:

Beitrag der IKG München und Oberbayern

Auf einen Blick:

Vorträge (je 30 Min.)
20:30 Uhr Dinah Zenker
22:00 Uhr Ellen Presser

Konzerte des Synagogenchors »Schma Kaulenu«
unter Leitung von David Rees
21:15 Uhr und 22:30 Uhr (ca. 30 Min.)

Eine Synagoge, wörtlich Ort der Zusammenkunft (zum Gebet), ist von zentraler Bedeutung für jüdisches Leben. Der Vortrag erläutert, woher der Name »Ohel Jakob kommt, ferner architektonische Besonderheiten und die Rolle der Musik.

Musikalische Begleitung: Luisa Pertsovska

Veranstaltungsort: Synagoge »Ohel Jakob«, St.-Jakobs-Platz 18, 80331 München

Das Restaurant Einstein im Jüdischen Gemeindezentrum bietet koschere Köstlichkeiten.

Das Ticket kostet 20 Euro und berechtigt zum Eintritt in über 100 beteiligte Häuser.

Weitere Informationen unter www.muenchner.de und www.ikg-m.de

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