Pressemitteilung
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17. März 2014
NPD-Ideologe im Stadtrat ist Debakel für die Weltstadt München
München, 17.3.2014. Laut des vorläufigen Ergebnisses (Stand: 16.3.2014, 23:15:49 Uhr) hat die rechtsextreme NPD-Tarnorganisation „Bürgerinitiative Ausländerstopp“ (BIA) den Wiedereinzug in den Münchner Stadtrat geschafft. „Das wäre ein echtes Debakel für die Weltstadt München“, kommentierte Dr. h.c. Charlotte Knobloch, Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern.
Knobloch weiter: „Der BIA-Vorsitzende und NPD-Chefideologe Karl Richter hätte dann wieder die Möglichkeit, den Parlamentsbetrieb und die Stadtverwaltung mit seinen Anfragen und Wortmeldungen, die nur so triefen von Menschenverachtung wie Ausländerfeindlichkeit und Antisemitismus, aufzuhalten und zu blockieren. Über den NPD-Vize-Bundesvorsitzenden dringt braunes Gedankengut und Hass in unsere Stadtpolitik und das ist ein Trauerspiel für unsere politische Kultur.“
„Die demokratischen Kräfte haben in den letzten Jahren bewiesen, dass sie vereint dafür einstehen, Richters Strategie zu unterbinden“, sagte Knobloch. Dennoch sei sehr bedauerlich, „dass es nicht gelungen ist, den Bürgerinnen und Bürgern die Gefährlichkeit dieses Agitators nationalsozialistischer Ideologie zu vermitteln. Richters Erfolg sei aber auch der extrem niedrigen Wahlbeteiligung geschuldet, meint Knobloch. Diese ist erneut gesunken, auf ihren bisher niedrigsten Wert. „Ein derart niedriges Wahlinteresse ist nicht nur kein erfreuliches Ergebnis für eine demokratische Gesellschaft“, so Knobloch, es stärke vor allem die Parteien am Rand, insbesondere am rechten.
„Ich wünsche mir, dass sich die Tendenz der Wahlverdrossenheit nicht auch bei der Europawahl niederschlägt. Den Rechtspopulisten steht nach dem Wegfall der Drei-Prozent-Hürde Tür und Tor für das Europaparlament offen. Ich kann nur hoffen, dass die Menschen den Vertretern der entsprechenden Parteien sehr genau zuhören und erkennen, dass sie ihre Stimme einsetzen müssen, um solche Personen und ihre politischen und gesellschaftlichen Ideen aus unserer politischen Kultur herauszuhalten.“
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Kultur
„Vier Tage im Juni. Eine nahöstliche Tetralogie. Mossul – Tel Aviv – Babel – Istanbul“ mit Mona Yahia
Beginn 19:00Lesung und Gespräch
Dienstag, 9. Juni 2026, 19 Uhr
In ihrem Roman »Vier Tage. Eine nahöstliche Tetralogie« erzählt Mona Yahia die Geschichte einer jüdischen Familie zwischen Mossul, Tel Aviv, Babel und Istanbul. Ausgehend von einem Wendepunkt im Jahr 1918 entfaltet sich über vier Generationen hinweg ein vielschichtiges Panorama von Aufbruch, Verlust und Exil. In eindringlichen Momentaufnahmen – jeweils verdichtet auf einen einzigen Tag – verknüpft die Autorin persönliche Schicksale mit den Umbrüchen des 20. Jahrhunderts und stellt die Frage nach Zugehörigkeit, Erinnerung und dem eigenen Platz in der Welt. Weiterlesen »
Mo. 15.06.2026 | 30. Siwan 5786
Kultur
Buchvorstellung mit Tuvia Tenenbom: „Wie nennt Ihr dieses Land hier? Unter Siedlern“
Beginn 19:00Buchpräsentation und Gespräch
Mit Fotos von Isi Tenenbom
Montag, 15. Juni 2026, 19 Uhr
Nach seinen Expeditionen »Allein unter Deutschen«, war er allein unter Juden, Amerikanern, Flüchtlingen und orthodoxen Juden. Inzwischen verbrachte Tenenbom acht Monate im Westjordanland unter Siedlern und sprach mit allen: religiösen Zionisten, politisch engagierten Siedlern, antizionistischen Charedim, mit Menschen, die aus wirtschaftlichen Gründen dort leben, mit Aktivisten, Journalisten, Politikern und Palästinensern.
Je mehr Gespräche er führte, desto deutlicher wurde: Ein einheitliches Bild lässt sich angesichts dieser komplexen Gemengelage nicht zeichnen. Gewalt verschweigt er nicht: »Ich gebe niemandem einen ›Rabatt‹. Ich weise nur darauf hin, dass dies ein kleiner Teil einer äußerst komplexen Geschichte ist – einer Geschichte mit vielen Schichten.« Weiterlesen »
Mi. 17.06.2026 | 2. Tamusz 5786
Kultur
Scholem-Alejchem-Vortrag: „ביכער פֿאַר אַלע“ – „Bücher für alle – populäre jiddische Literatur in Osteuropa, 1860 – 1914“
Beginn 18:15Scholem-Alejchem-Vortrag in ondenk fun Evita Wiecki s“l
Mittwoch, 17. Juni 2026, 18:15 Uhr
Vortrag in jiddischer Sprache
- Begrüßung: Prof. Dr. Martina Niedhammer
- Einführung: Dr. Dasha Vakhrushova
Seit der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurde der jiddische Buchmarkt in Osteuropa neben traditionell-religiöser chassidischer Literatur immer mehr auch von weltlichen Publikationen geprägt. Diese neuen Texte richteten sich an ein breiteres jiddischsprachiges Lesepublikum, das tatsächlich großes Interesse an den neuen Formen und Inhalten zeigte. In dieser Zeit erschienen auch die ersten jiddischen Zeitungen, ein erschwingliches und leicht zugängliches Mittel der Verbreitung allgemeinen Wissens und aufklärerischer Ideen. Allmählich wurden diese Zeitungen zu einer wichtigen Bühne für literarische Werke unterschiedlichster Qualität. Der Vortrag möchte die große Bandbreite jiddischer Publikationen aufzeigen, zu denen jiddische Leser von der Mitte des 19. Jahrhunderts bis zum Ausbruch des Ersten Weltkriegs Zugang hatten, und stellt eine repräsentative Auswahl dieser Werke vor. Dazu gehören belletristische Werke diverser Genres und Stilrichtungen von verschiedener Qualität, darunter die sogenannte shund-literatur [Trivialliteratur] sowie populärwissenschaftliche Werke, die auf die Bedürfnisse der osteuropäischen jiddischen Leserschaft zugeschnitten waren. Weiterlesen »
Israelitische Kultusgemeinde
München und Oberbayern K.d.ö.R.
St.-Jakobs-Platz 18
80331 München
Tel: +49 (0)89 20 24 00 -100
Fax: +49 (0)89 20 24 00 -170
E-Mail: empfang@ikg-m.de
