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10. Februar 2014

Nahles will Rente für ehemalige Arbeiter in NS-Ghettos

Die Welt, 9.2.2014/ IKG, 10.2.2014. Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles (SPD) will nach „Spiegel“-Informationen Tausenden ehemaligen jüdischen Ghetto-Arbeitern die ihnen zustehende Rente zukommen lassen. Charlotte Knobloch begrüßt diese „überfällige Maßnahme im unwürdigen Kampf gegen die Zeit“.

Einen entsprechenden Vorschlag unterbreitete Nahles‘ Staatssekretär Jörg Asmussen kürzlich einer israelischen Delegation in Berlin, berichtet das Magazin.

Es gehe um Juden, die in den nationalsozialistischen Ghettos einer halbwegs geregelten Arbeit nachgingen. Ihnen stehen nach einem eigens dafür geschaffenen Bundesgesetz Rentenzahlungen ab dem Jahr 1997 zu. Die deutsche Rentenversicherung zahle jedoch, wenn die Anträge später gestellt wurden, nur vier Jahre rückwirkend und berufe sich dabei auf eine Klausel im Sozialgesetzbuch.

Nach Angaben der israelischen Regierung macht das für jeden der in Israel lebenden rund 13 000 ehemaligen Ghetto-Arbeiter einen Unterschied von durchschnittlich 15 000 Euro aus, schreibt «Der Spiegel». Nahles schlage nun vor, das Ghetto-Renten-Gesetz zu ändern und die ausstehenden Altersbezüge aus der Rentenkasse zu bezahlen. Die Ministerin wolle den Gesetzentwurf rechtzeitig zu den deutsch- israelischen Regierungskonsultationen Ende Februar vorlegen.

Für Knobloch ist es „schier unerträglich, wie einerseits in Gedenkstunden für 60 Minuten beklommen und erschüttert die Häupter gesenkt werden und auf der anderen Seite auch nur die geringsten Maßnahmen unterlassen werden, um den wenigen Überlebenden des Holocaust ihr Leben zu erleichtern.“

Vielen jener hochbetagten Menschen fehle heute das Nötigste, um ihren Alltag zu bestreiten, beklagt Knobloch. „Ich würde mir wünschen, dass diese Opfer nicht nur anlassbedingt erinnert werden, sondern dass sie auch in der Realpolitik nicht vergessen werden. Daher ist es gut, wenn Bundesministerin Andrea Nahles jetzt endlich die überfällige Reform des Ghetto-Renten-Gesetzes auf den Weg bringt. Das muss vor allem schnell gehen, damit diejenigen, die in den Ghettos auf schreckliche Weise leiden mussten, endlich die ihnen zustehenden Zahlungen erhalten.“

Dabei gehe es um verhältnismäßig niedrige Summen für eine überschaubare Gruppe Anspruchsberechtigter, deren Zahl täglich abnehme. Knobloch weiter: „Dieses unwürdige Spiel auf Zeit passt nicht zu der traditionell sehr verantwortungsbewussten Politik in der Bundesrepublik und muss endlich beendet werden.“ Die Ministerin mache sich somit nicht nur um die überlebenden Ghetto-Arbeiter verdient, sondern auch um die politische Kultur in unserem Land.

Viel zu lange werde dieses Thema bereits in nicht zu rechtfertigender Weise verschleppt, meint Knobloch. Im Koalitionsvertrag heißt es dazu: „Wir sind uns der historischen Verantwortung für die Überlebenden des Holocaust, die in der NS-Zeit unsägliches Leid erlebt haben, bewusst. Wir wollen daher, dass den berechtigten Interessen der Holocaust-Überlebenden nach einer angemessenen Entschädigung für die in einem Ghetto geleistete Arbeit Rechnung getragen wird.“

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September 2026 | Elul-Tischri | « »

Aktuelle Veranstaltungen


Mi. 23.09.2026 | 12. Tischri 5787

Kultur

»Briefe an meinen Vater«. Von und mit Konrad Bernheimer

Beginn 19:00 Uhr:

Moderation: Ellen Presser

Konrad Bernheimer stellt das Schicksal seines Vaters Kurt sehr persönlich in den historischen Kontext dessen Lebenszeit: als Sohn des renommierten Kunsthändlers und Antiquitätensammlers Otto Bernheimer, als Bruder, Student der Kunstgeschichte, Emigranten in den venezolanischen Anden und Familienvater. 1954 kommt Konrad mit Mutter und zwei Schwestern zum Großvater nach München – ohne den Vater. Erst viel später erfährt Konrad Bernheimer, inzwischen selbst ein international erfolgreicher Kunsthändler, was mit seinem Vater einst geschah. Aus überlieferten Dokumenten und Familienerinnerungen entwickelt Bernheimer jr. eine Zwiesprache mit dem abwesenden Vater über Scham und Schuld, Liebe und Prägungen und die Last, die einem die Geschichte auferlegt, denn »Erinnerung bedeutet, dass etwas bleibt – auch wenn so vieles verschwunden ist«.

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Sa. 17.10.2026 | 6. Cheschwan 5787

Kultur

Zum 27. Mal: »Die lange Nacht der Münchner Museen

Beginn 20:30 Uhr:

Beitrag der IKG München und Oberbayern

Auf einen Blick:

Vorträge (je 30 Min.)
20:30 Uhr Dinah Zenker
22:00 Uhr Ellen Presser

Konzerte des Synagogenchors »Schma Kaulenu«
unter Leitung von David Rees
21:15 Uhr und 22:30 Uhr (ca. 30 Min.)

Eine Synagoge, wörtlich Ort der Zusammenkunft (zum Gebet), ist von zentraler Bedeutung für jüdisches Leben. Der Vortrag erläutert, woher der Name »Ohel Jakob kommt, ferner architektonische Besonderheiten und die Rolle der Musik.

Musikalische Begleitung: Luisa Pertsovska

Veranstaltungsort: Synagoge »Ohel Jakob«, St.-Jakobs-Platz 18, 80331 München

Das Restaurant Einstein im Jüdischen Gemeindezentrum bietet koschere Köstlichkeiten.

Das Ticket kostet 20 Euro und berechtigt zum Eintritt in über 100 beteiligte Häuser.

Weitere Informationen unter www.muenchner.de und www.ikg-m.de

So. 18.10.2026 | 7. Cheschwan 5787

Kultur

»Shvayg Mayn Harts«. Jiddische Lieder aus der goldenen Ära des New Yorker Yiddish Theatre

Beginn 17:00 Uhr:

Sasha Lurje & Roman Grinberg – Gesang
Shvayg Mayn Harts Orchestra
Dirigent: Michael Alexander Willens

Mit „Shvayg Mayn Harts“ erfüllt sich Michael Alexander Willens einen lang gehegten persönlichen Traum: die Musik seiner beiden Großväter Alexander Olshanetsky und
Herman Yablokoff wieder auf die Bühne zu bringen. Beide gehörten zu den prägenden Persönlichkeiten des jiddischen Theaters in New York.
Als Komponisten, Sänger und Bühnenstars schufen sie Lieder, die weit über die jüdische Gemeinschaft hinaus bekannt wurden und bis heute zum Schatz des jiddischen Musiktheaters zählen. Werke wie „Papirosn“, „Mayn Shtetele Belz“, „Hopkele“ oder „Ikh hob dikh tsufil lib“ erzählen von Liebe und Sehnsucht, von Heimweh und Hoffnung, von den Erinnerungen an die alte Heimat und vom Traum eines neuen Lebens in Amerika.
Gemeinsam mit dem eigens gegründeten „Shvayg Mayn Harts Orchestra“ lässt Michael Alexander Willens diese musikalische Welt neu aufleben. Mit Sasha Lurje und Roman Grinberg, der auch für die Orchesterarrangements verantwortlich zeichnet, stehen zwei der führenden Stimmen der internationalen jiddischen Musikszene auf der Bühne. Sie führen durch ein Programm voller Emotionen, Humor und Lebensfreude und schlagen eine Brücke von den Anfängen des jiddischen Theaters in Osteuropa bis zu seiner Blütezeit in New York.

Voranmeldung erforderlich möglichst bis 7. Oktober unter: festkonzert@ikg-m.de

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