Israelitische Kultusgemeinde München und Oberbayern

Pressemitteilung

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9. Februar 2014

Rechte Straftaten Knobloch warnt vor Ignoranz und fordert aktive Bekämpfung

München, 9.2.2014. Angesichts der aktuellen Statistik über rechtsextreme Straftaten im Jahr 2013 fordert Charlotte Knobloch, Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern, mehr Wachsamkeit und entschlossenes Vorgehen der Politik und Sicherheitsbehörden. Die vorläufige Zahl von 11.761 Straftaten erhöht sich erfahrungsgemäß noch erheblich, wenn die nachgemeldeten Fälle vorliegen.

Knobloch: „Noch immer wird dem Rechtsextremismus in unserem Land nicht mit der Ernsthaftigkeit begegnet, die erforderlich wäre, um die hier lebenden Menschen angemessen zu schützen. Dass in Deutschland hassmotivierte Delikte zum Alltag gehören, ist inakzeptabel.“

Laut Medienberichten ist in Deutschland das rechte Gewalt- und Gefährdungspotenzial in den letzten Jahren gestiegen. Immer mehr, immer gefährlichere Waffen seien im Besitz von Neonazis. Dazu Knobloch: „Gesetzgeber und Behörden beteuern, dagegen vorzugehen. Experten haben jedoch erhebliche Zweifel an der Geeignetheit und der Nachhaltigkeit des staatlichen Agierens. Offenbar ist auch das neue Extremismus- und Terrorismusabwehrzentrum nicht der nötige Durchbruch. Die Gelassenheit und der Hang zum Bagatellisieren im Umgang mit der Drohkulisse am rechten Rand sind mir absolut unverständlich – gerade nach der Aufdeckung des NSU, aber noch mehr vor dem Hintergrund der deutschen Geschichte.“

Zumal diese im Jahr 2014 allgegenwärtig sei, so Knobloch. „Die Gedenktage reihen sich aneinander. Staatsakte erinnern an die ‚Urkatastrophe‘ und den folgenden größten anzunehmenden Zivilisationsbruch der Menschheitsgeschichte – grausame Exzesse der Menschenverachtung trotz aufgeklärten, gebildeten und hochkultivierten Bürgertums. Im Bewusstsein dieser historischen Erfahrung wurde die Bundesrepublik als wehrhafte Demokratie konstituiert. Ich fordere, dass dieser Staatsräson kämpferischer Folge geleistet wird. Ich vermisse die demokratische Leidenschaft der drei Staatsgewalten im gemeinsamen Kampf gegen die Gefahr von rechts. Ich erwarte mehr Entschlossenheit bei der Verteidigung unserer freiheitlichen Demokratie.“

„Stattdessen“, so Knobloch „spüre ich immer mehr Leichtfertigkeit und die Tendenz des Verharmlosens erkannter verfassungsfeindlicher Tendenzen. Ich warne vor dieser Geschichtsvergessenheit. Kein demokratisch gefasstes Gemeinwesen ist so stabil, sich in vermeintlicher Sicherheit wiegen zu können. Menschenverachtung ist niemals harmlos. Wer nicht auch den kleinen Anfängen wehrt, ebnet neuen Katastrophen den Weg.“

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Aktuelle Veranstaltungen


Do. 05.03.2026 | 16. Adar 5786

Kultur

»Wie rettet man das Tote Meer?«

Vorstellung eines Dokumentarfilmprojekts und Vortrag im Rahmen der 17. Jüdischen Filmtage

Initiatoren: Florentinfilm, Herzliya / Israel

Das Tote Meer stirbt. Es verliert anderthalb Meter pro Jahr. Der Wasserspiegel sinkt, die Strände verschwinden, Erdfälle öffnen sich. Wenn das so weitergeht, ist es in 30 Jahren verschwunden.

Der in Entstehung befindliche Film will die Geschichte dieses Binnenmeeres aus der Perspektive von drei Personen erzählen: Mosche Bernstein, einem orthodoxen jungen Mann, der statt in der Jeschiwa zu lernen, mit seiner Kamera die Salzschichten, Rückzugslinien, sich ändernden Farben, dokumentiert; Oded Rahav, Umweltaktivist , Extremsportler und Gründer der Initiative Dead Sea Guardians; Jackie ben Zaken, ehem. Marine-Soldat, der dort seine innere Ruhe wiederfand und nun Bewußtseins-Touren leitet, mit Blick auf die sich ändernden Landschaften und seltene geologische Phänomene, die das zurückweichende Wasser freigibt.

Präsentation des Film-Teasers zur in Vorbereitung befindlichen Film-Dokumentation mit den Filmemachern Harel Yana und Mordechai Malka

»Last chance to save the Dead Sea«
Vortrag des Umweltaktivisten Oded Rahav
in engl. Sprache mit Powerpoint-Präsentation

Moderation: Emanuel Rotstein

Eintritt frei.

Anmeldung erbeten unter karten@ikg-m.de oder (089) 202 400 4i91

Veranstalter: Kulturzentrum der IKG München & Oberbayern mit freundlicher Unterstützung von florentinfilm

Veranstaltungsort: Jüdisches Gemeindezentrum, St.-Jakobs-Platz 18

Di. 10.03.2026 | 21. Adar 5786

Kultur

„Lieber Gott als nochmals Jesus“ – eine humoristische Beichte mit Ilja Richter

Beginn 19:00

Buchpräsentation

Dienstag, 10. März 2026, 19 Uhr
Teil der Woche der Brüderlichkeit

Ilja Richter nimmt seine Zuhörerschaft mit auf (s)eine Suche nach religiöser Heimat und Zugehörigkeit. Dabei umkreist er das Thema Judentum / Christentum in bitter-komischen Geschichten, pointierten Glossen, mit Fakten und Zitaten – und Musik. Damit eröffnet er seinen ganz eigenen, ungewöhnlichen Blick in die Welt des Glaubens.

Ilja Richter, 1952 in Ost-Berlin geboren, ist das Kind einer jüdischen Mutter und eines nichtjüdischen Vaters, der als Kommunist 9 ½ Jahre in Zuchthaus und KZ verbrachte. Er gehört zu den vielseitigsten Künstlern in jeder nur denkbaren Sparte: als Schauspieler, Synchron- und Hörfunksprecher, Sänger, Autor, Theater- und Musical-Regisseur und -Darsteller. Frühe Berühmtheit erlangte er als jüngster TV-Moderator mit der Sendung »Disco« im ZDF. Weiterlesen »

Do. 12.03.2026 | 23. Adar 5786

Kultur

Ephraim Kishon. Ein Leben für den Humor

Beginn 19:00

Ein Abend mit der Biographin Silja Behre
Donnerstag, 12. März 2026, 19 Uhr
Teil der 
Woche der Brüderlichkeit

Seit den 1960er-Jahren führten Ephraim Kishons Bücher immer wieder die Bestseller-Listen an, wurden teilweise auch verfilm, inklusive zwei Oscar-Nominierungen. Wie kam es dazu, dass der aus Budapest stammende Israeli Ephraim Kishon (1924-2005) mit seinen Humoresken gerade beim deutschen Publikum seinen größten Erfolg hatte? Ausgehend von Kishons eigenen Aufzeichnungen, Erinnerungen von Zeitzeugen und Weggefährten sowie Presseberichten und Archivmaterial beschreibt die Biographin Silja Behre seine Erfolgsgeschichte im Spannungsfeld von Literatur, Humor und Politik. Weiterlesen »

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Fax: +49 (0)89 20 24 00 -170
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