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9. Januar 2014
Unbekannter zündet in Germering bei München Asylbewerberheim an
Erschienen auf Süddeutsche Zeitung Online, 8.1.2014. In einem Asylbewerberheim in Germering hat es gebrannt. Die Bewohner konnten sich retten. Die Polizei geht davon aus, dass das Feuer vorsätzlich gelegt wurde – und schließt einen ausländerfeindlichen Hintergrund nicht aus. Die Ermittler fahnden nun nach einem jungen Mann.
Ein Unbekannter hat am frühen Morgen des 8.1.2014 das Asylbewerberheim in Germering angezündet. Die Bewohner konnten rechtzeitig flüchten, verletzt wurde niemand. Nun hat die Kriminalpolizei Fürstenfeldbruck die Ermittlungen aufgenommen, sie schließt einen ausländerfeindlichen Hintergrund nicht aus. Die Ermittler fahnden nach einem 30 Jahre alten Mann, den zwei Bewohner gesehen haben wollen.
Die Polizei spricht davon, dass der Brand „offenbar vorsätzlich“ gelegt wurde. Demnach legte der Täter das Feuer an der Holzfassade des mittleren Gebäudeteils, in dem die Verwaltung untergebracht ist, aber auch einige Wohnräume. Laut Polizei hatte ein heimkehrender Bewohner das Feuer entdeckt und die Schlafenden in dem Gebäude geweckt, so dass die zehn Menschen rechtzeitig das Gebäude verlassen konnten. Im gesamten Komplex leben insgesamt 60 Menschen.
Als die Feuerwehr eintraf, hatte sich der Brand bereits an der holzverkleideten Außenfassade bis zum Dachstuhl ausgebreitet. Die Feuerwehr konnte verhindern, dass die Flammen auf weiter Gebäudeteile übergriffen, dennoch entstand ein erheblicher Schaden, der derzeit auf 200.000 Euro geschätzt wird. Der Mittelbau ist allerdings nahezu vollständig ausgebrannt. Die Zimmer der Asylbewerber sind aber weiterhin bewohnbar. Laut der Regierung von Oberbayern, die für die Unterkunft zuständig ist, sind die zehn Flüchtlinge auf eigenen Wunsch wieder in die Zimmer zurück gekehrt.
Polizei sucht mutmaßlichen Täter Befragungen der Bewohner ergaben, dass bereits gegen 2:45 Uhr ein Zeuge eine Person beobachtet hatte, die sich an der Nordseite des Gebäudes zu schaffen machte. Zwei Stunden später bemerkte der Bewohner, der auch den Brand entdeckt hatte, in diesem Bereich einen Mann, der daraufhin flüchtete. Die Polizei vermutet, dass beide Zeugen den gleichen Mann gesehen haben. Er soll etwa 1,75 Meter groß sein, schlank und um die 30 Jahre alt. Er trug eine dunkle Hose und eine dunkle Jacke.
Personen, die Hinweise zur Identität des Mannes geben können oder etwas Verdächtiges im Umfeld der Asylbewerberunterkunft bemerkt haben, werden gebeten sich unter 08141/612-0 bei der Polizei zu melden.
Fürstenfeldbrucks Landrat Thomas Karmasin (CSU) zeigte sich betroffen. „Ich war natürlich erschrocken, als ich von dem Brand heute Morgen erfahren habe. Zumal es in Germering bislang eigentlich nie Ärger wegen des Asylbewerberheims gegeben hat“, sagte er. Von einem fremdenfeindlichen Hintergrund möchte er momentan nicht sprechen: Man habe die Ermittlungen der Kriminalpolizei abzuwarten.
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Dienstag, 9. Juni 2026, 19 Uhr
In ihrem Roman »Vier Tage. Eine nahöstliche Tetralogie« erzählt Mona Yahia die Geschichte einer jüdischen Familie zwischen Mossul, Tel Aviv, Babel und Istanbul. Ausgehend von einem Wendepunkt im Jahr 1918 entfaltet sich über vier Generationen hinweg ein vielschichtiges Panorama von Aufbruch, Verlust und Exil. In eindringlichen Momentaufnahmen – jeweils verdichtet auf einen einzigen Tag – verknüpft die Autorin persönliche Schicksale mit den Umbrüchen des 20. Jahrhunderts und stellt die Frage nach Zugehörigkeit, Erinnerung und dem eigenen Platz in der Welt. Weiterlesen »
Mo. 15.06.2026 | 30. Siwan 5786
Kultur
Buchvorstellung mit Tuvia Tenenbom: „Wie nennt Ihr dieses Land hier? Unter Siedlern“
Beginn 19:00Buchpräsentation und Gespräch
Mit Fotos von Isi Tenenbom
Montag, 15. Juni 2026, 19 Uhr
Nach seinen Expeditionen »Allein unter Deutschen«, war er allein unter Juden, Amerikanern, Flüchtlingen und orthodoxen Juden. Inzwischen verbrachte Tenenbom acht Monate im Westjordanland unter Siedlern und sprach mit allen: religiösen Zionisten, politisch engagierten Siedlern, antizionistischen Charedim, mit Menschen, die aus wirtschaftlichen Gründen dort leben, mit Aktivisten, Journalisten, Politikern und Palästinensern.
Je mehr Gespräche er führte, desto deutlicher wurde: Ein einheitliches Bild lässt sich angesichts dieser komplexen Gemengelage nicht zeichnen. Gewalt verschweigt er nicht: »Ich gebe niemandem einen ›Rabatt‹. Ich weise nur darauf hin, dass dies ein kleiner Teil einer äußerst komplexen Geschichte ist – einer Geschichte mit vielen Schichten.« Weiterlesen »
Mi. 17.06.2026 | 2. Tamusz 5786
Kultur
Scholem-Alejchem-Vortrag: „ביכער פֿאַר אַלע“ – „Bücher für alle – populäre jiddische Literatur in Osteuropa, 1860 – 1914“
Beginn 18:15Scholem-Alejchem-Vortrag in ondenk fun Evita Wiecki s“l
Mittwoch, 17. Juni 2026, 18:15 Uhr
Vortrag in jiddischer Sprache
- Begrüßung: Prof. Dr. Martina Niedhammer
- Einführung: Dr. Dasha Vakhrushova
Seit der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurde der jiddische Buchmarkt in Osteuropa neben traditionell-religiöser chassidischer Literatur immer mehr auch von weltlichen Publikationen geprägt. Diese neuen Texte richteten sich an ein breiteres jiddischsprachiges Lesepublikum, das tatsächlich großes Interesse an den neuen Formen und Inhalten zeigte. In dieser Zeit erschienen auch die ersten jiddischen Zeitungen, ein erschwingliches und leicht zugängliches Mittel der Verbreitung allgemeinen Wissens und aufklärerischer Ideen. Allmählich wurden diese Zeitungen zu einer wichtigen Bühne für literarische Werke unterschiedlichster Qualität. Der Vortrag möchte die große Bandbreite jiddischer Publikationen aufzeigen, zu denen jiddische Leser von der Mitte des 19. Jahrhunderts bis zum Ausbruch des Ersten Weltkriegs Zugang hatten, und stellt eine repräsentative Auswahl dieser Werke vor. Dazu gehören belletristische Werke diverser Genres und Stilrichtungen von verschiedener Qualität, darunter die sogenannte shund-literatur [Trivialliteratur] sowie populärwissenschaftliche Werke, die auf die Bedürfnisse der osteuropäischen jiddischen Leserschaft zugeschnitten waren. Weiterlesen »
Israelitische Kultusgemeinde
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