Israelitische Kultusgemeinde München und Oberbayern

Pressemitteilung

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31. Juli 2013

Zum Tode von Berthold Beitz – Knobloch: „Ich verneige mich vor diesem Gerechten unter den Menschen“

München. „Mit Bestürzung und tiefer Trauer habe ich die Nachricht vom Tode von Professor Dr. h.c. mult. Berthold Beitz vernommen. Er war eine herausragende Persönlichkeit unserer Tage, vor dessen Andenken ich mich nur verneigen kann.

Berthold Beitz hat nicht nur in unternehmerischer Hinsicht neue, ungeahnte Maßstäbe gesetzt. Mir persönlich wird er mehr als alles andere als Gerechter unter den Menschen in Erinnerung bleiben – als Leuchtturm, der anderen, vor allem jungen Menschen als Vorbild dienen sollte. Berthold Beitz hat sich in der dunkelsten Phase der Zivilisation seine eigene Menschlichkeit bewahrt. Er hat während des Nazi-Regimes zahlreiche jüdische Menschen vor der Deportation in die Vernichtungslager bewahrt. Sein Verhalten steht beispielhaft für gelebte Zivilcourage und für eine andere, leider viel zu kleine Facette der deutschen Geschichte.

Berthold Beitz hat bewiesen, dass es möglich war und ist, sich und seinen Werten und Idealen treu zu bleiben. Er hat sich nicht weggeduckt und ist nicht den Weg des geringsten Widerstandes gegangen. Er hat Mut und Entschlossenheit bewiesen – als einer der Wenigen. Ich habe diesen Menschen sehr bewundert. Möge seine Seele eingebunden sein in das Bündel des ewigen Lebens.

Seiner Familie, insbesondere seiner hochgeschätzten Ehefrau Else Beitz, gilt mein tiefes Mitgefühl.“

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Februar 2026 | Schwat-Adar I | « »

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Di. 24.02.2026 | 7. Adar 5786

Kultur

„Russische Spezialitäten“ von und mit Dmitrij Kapitelman

Beginn 19:00

Buchpräsentation und Gespräch
Dienstag, 24. Februar 2026, 19 Uhr

Moderation: Ellen Presser

Eine ukrainisch-jüdisch-moldawische Familie, lebt in Leipzig, wo sie russische Spezialitäten verkauft. Und zwar an Osteuropäer, die sich zwischen russischen Flusskrebsen, ukrainischem Wodka und georgischen Sonnenblumenkernen zuhause fühlen. Doch seit dem Krieg Russlands gegen die Ukraine ist nichts mehr wie zuvor. Die Mutter glaubt den Propagandasendungen des russischen Fernsehens. Ihr Sohn, der keine Sprache mehr liebt als die russische, keinen Menschen mehr als seine Mutter, keine Stadt mehr als Kyjiw, verzweifelt. Um seine Mutter zur Vernunft zu bringen, begibt er sich per Flixbus nach Kiew. Oder wie man inzwischen liest: Kyjiw, von wo er ihr die Wahrheit mitzubringen hofft.

Dmitrij Kapitelman, geb. 28.08.1986 in Kiew, kam achtjährig als »jüdischer Kontingentflüchtling« mit seiner Familie nach Deutschland. Heute lebt er als freier Publizist in Berlin. Zudem macht er unter dem Künstlernamen Dheema Musik. Schon seine beiden vorherigen Bücher »Das Lächeln meines unsichtbaren Vaters« (2016) und »Eine Formalie in Kiew« (2021), bei Hanser Berlin erschienen, zeichnet politischer Scharfsinn und tiefgründiger Humor aus. Weiterlesen »

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