Religion
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17. April 2013
Symbole: In den Farben des Tallit
Woher die blau-weiße Fahne Israels und das Wappen mit der Menora stammen. Von Gabriel H. Cohn, erschienen auf Jüdische Allgemeine Online, 11.4.2013. Als Ben Gurion im Mai 1948 den jüdischen Staat proklamierte, waren alle gespannt, wie er wohl heißen werde. Man dachte an Jehuda, waren doch die überlebenden zwei Stämme aus dem Königreich Jehuda und der Staat Israel ein Staat der Juden. Andere erwogen „Zion“ wegen der Verbindung des Staates mit der zionistischen Bewegung. Aber die Wahl fiel schließlich auf Israel.
Eine sehr geeignete Benennung für den Staat, der so kurz nach dem Holocaust gegründet wurde, heißt es doch in der Tora: „Israel sollst Du heissen, denn Du hast mit Gott und mit Menschen gekämpft und hast sie überwunden“ (1. Buch Mose 32,29).
Flagge
Nach den Kämpfen ums Überleben und den theologischen Fragen nach der Gegenwart Gottes wurde dem Glauben an die Zukunft Israels durch die Staatsgründung Ausdruck verliehen. Die Fahne Israels ist der Davidstern auf blau-weißem Hintergrund. Schon vor dem ersten Zionistenkongress wurde darüber beraten, wie die Fahne der Bewegung auszusehen habe.
David Wolffsohn schlug damals Theodor Herzl vor, die blau-weißen Farben des Tallit für die Fahne zu übernehmen. Der Davidstern soll das Siegel des Königs David gewesen sein. Eine andere Interpretation sieht im Davidstern die Ordnung der Stämme Israels in der Wüste. Somit wäre der Davidstern ein Sinnbild des jüdischen Volkes, das in sich geordnet nach Israel zieht, und gleichzeitig eine Erinnerung an David den König, der das Kommen des Messias symbolisiert.
Man erzählt, dass vor der Gründung Israels die Frage diskutiert wurde, welches Wappen-Symbol für den jüdischen Staat zu wählen sei. Einige dachten an den brennenden Dornbusch. Andere erwogen den Löwen Jehudas. Als Staatssymbol wurde schließlich die Menora, der siebenarmige Leuchter des Tempels, umrahmt von zwei Olivenzweigen, gewählt, aufgrund der Vision des Sacharja (4,1-6): „Ich sehe und siehe, da steht ein Leuchter ganz aus Gold mit einer Schale darauf, auf der sieben Lampen sind, und zwei Ölbäume dabei, einer zu seiner Rechten und einer zu seiner Linken.“
Basis
Die erleuchtete Menora, das Kerzenlicht, ist Symbol des Geistes, der sich nicht von der Kraft der Erde anziehen lässt, sondern immer nach oben leuchtet. Die Menora des Tempels, die durch Titus ins Exil verbannt wurde, kam im symbolischen Sinn mit der Gründung des Staates Israel nach Jerusalem zurück. Zusätzlich wurde betont, dass die Menora das Wesen des jüdischen Volkes symbolisiere.
Ihre Arme führten in alle Richtungen, aber die Menora hat eine gemeinsame Basis und sie muss – so sagt es die Tora ausdrücklich (2. Buch Mose 25,31) – aus einem Guss sein. Trotz unterschiedlicher Weltanschauungen ist das jüdische Volk aus einem Guss und hat eine starke gemeinsame Basis.
Der Unabhängigkeitstag Israels ist ein »neues« Fest, und trotzdem reiht er sich auf natürliche Weise in den Rahmen der jüdischen Feiertage ein. Pessach wird in der jüdischen Liturgie als Verlobungsfest zwischen Gott und Israel angesehen. Schawuot ist die »Hochzeit« zwischen Gott und Israel auf dem Sinai-Berg. Und was macht ein junges Paar zwischen Verlobung und Hochzeit?
Es sucht eine Wohnung. Das Land Israel symbolisiert den Wohnort, wo sich Gott und Israel treffen. Ist es denn nicht erklärlich, dass der Jom Haazmaut, an dem wir die »offizielle« Rückkehr ins Land Israel, unsere Familienresidenz, feiern, zwischen Pessach und Schawuot liegt?
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Aktuelle Veranstaltungen
Mi. 23.09.2026 | 12. Tischri 5787
Kultur
»Briefe an meinen Vater«. Von und mit Konrad Bernheimer
Beginn 19:00 Uhr:Moderation: Ellen Presser
Konrad Bernheimer stellt das Schicksal seines Vaters Kurt sehr persönlich in den historischen Kontext dessen Lebenszeit: als Sohn des renommierten Kunsthändlers und Antiquitätensammlers Otto Bernheimer, als Bruder, Student der Kunstgeschichte, Emigranten in den venezolanischen Anden und Familienvater. 1954 kommt Konrad mit Mutter und zwei Schwestern zum Großvater nach München – ohne den Vater. Erst viel später erfährt Konrad Bernheimer, inzwischen selbst ein international erfolgreicher Kunsthändler, was mit seinem Vater einst geschah. Aus überlieferten Dokumenten und Familienerinnerungen entwickelt Bernheimer jr. eine Zwiesprache mit dem abwesenden Vater über Scham und Schuld, Liebe und Prägungen und die Last, die einem die Geschichte auferlegt, denn »Erinnerung bedeutet, dass etwas bleibt – auch wenn so vieles verschwunden ist«.
Sa. 17.10.2026 | 6. Cheschwan 5787
Kultur
Zum 27. Mal: »Die lange Nacht der Münchner Museen
Beginn 20:30 Uhr:Beitrag der IKG München und Oberbayern
Auf einen Blick:
Vorträge (je 30 Min.)
20:30 Uhr Dinah Zenker
22:00 Uhr Ellen Presser
Konzerte des Synagogenchors »Schma Kaulenu«
unter Leitung von David Rees
21:15 Uhr und 22:30 Uhr (ca. 30 Min.)
Eine Synagoge, wörtlich Ort der Zusammenkunft (zum Gebet), ist von zentraler Bedeutung für jüdisches Leben. Der Vortrag erläutert, woher der Name »Ohel Jakob kommt, ferner architektonische Besonderheiten und die Rolle der Musik.
Musikalische Begleitung: Luisa Pertsovska
Veranstaltungsort: Synagoge »Ohel Jakob«, St.-Jakobs-Platz 18, 80331 München
Das Restaurant Einstein im Jüdischen Gemeindezentrum bietet koschere Köstlichkeiten.
Das Ticket kostet 20 Euro und berechtigt zum Eintritt in über 100 beteiligte Häuser.
Weitere Informationen unter www.muenchner.de und www.ikg-m.de
So. 18.10.2026 | 7. Cheschwan 5787
Kultur
»Shvayg Mayn Harts«. Jiddische Lieder aus der goldenen Ära des New Yorker Yiddish Theatre
Beginn 17:00 Uhr:
Sasha Lurje & Roman Grinberg – Gesang
Shvayg Mayn Harts Orchestra
Dirigent: Michael Alexander Willens
Mit „Shvayg Mayn Harts“ erfüllt sich Michael Alexander Willens einen lang gehegten persönlichen Traum: die Musik seiner beiden Großväter Alexander Olshanetsky und
Herman Yablokoff wieder auf die Bühne zu bringen. Beide gehörten zu den prägenden Persönlichkeiten des jiddischen Theaters in New York.
Als Komponisten, Sänger und Bühnenstars schufen sie Lieder, die weit über die jüdische Gemeinschaft hinaus bekannt wurden und bis heute zum Schatz des jiddischen Musiktheaters zählen. Werke wie „Papirosn“, „Mayn Shtetele Belz“, „Hopkele“ oder „Ikh hob dikh tsufil lib“ erzählen von Liebe und Sehnsucht, von Heimweh und Hoffnung, von den Erinnerungen an die alte Heimat und vom Traum eines neuen Lebens in Amerika.
Gemeinsam mit dem eigens gegründeten „Shvayg Mayn Harts Orchestra“ lässt Michael Alexander Willens diese musikalische Welt neu aufleben. Mit Sasha Lurje und Roman Grinberg, der auch für die Orchesterarrangements verantwortlich zeichnet, stehen zwei der führenden Stimmen der internationalen jiddischen Musikszene auf der Bühne. Sie führen durch ein Programm voller Emotionen, Humor und Lebensfreude und schlagen eine Brücke von den Anfängen des jiddischen Theaters in Osteuropa bis zu seiner Blütezeit in New York.
Voranmeldung erforderlich möglichst bis 7. Oktober unter: festkonzert@ikg-m.de
Israelitische Kultusgemeinde
München und Oberbayern K.d.ö.R.
St.-Jakobs-Platz 18
80331 München
Tel: +49 (0)89 20 24 00 -100
Fax: +49 (0)89 20 24 00 -170
E-Mail: empfang@ikg-m.de
