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8. April 2013
Studie: Antisemitische Gewalt stieg 2012 um 30 Prozent
AFP, 7.4.2013. Eine wissenschaftliche Studie mit alarmierenden Zahlen über weltweit zunehmende antisemitische Gewaltakte ist in Tel Aviv veröffentlicht worden. Das auf die globale Beobachtung von Antisemitismus spezialisierte Kantor Center der dortigen Universität registrierte für das vergangene Jahr eine Zahl von 686 Gewaltakten gegen Juden oder jüdische Einrichtungen. Dies bedeute eine Steigerung um 30 Prozent gegenüber 526 antisemitische Vorfälle in 2011.
Im Jahre 2012 seien 273 Angriffe auf Personen jeglichen Alters gemeldet worden, darunter 50 mit Waffengewalt. Zudem wurden 190 Synagogen, Friedhöfe und Gedenkstätten geschändet. Die Tatorte lägen vor allem in Ländern mit vielen jüdischen Einwohnern, also Frankreich, USA, Großbritannien, Kanada und Australien.
Drei Faktoren seien ursächlich für die starke Zunahme der Gewaltakte: Der islamistische Mordanschlag auf Schüler und Lehrer einer Torah-Schule in Toulouse habe in Frankreich die Hemmschwelle bei Antisemiten gesenkt. Infolge der Wirtschaftskrise seien in Ungarn, Griechenland und Ukraine rechtsextremistische Parteien in den Parlamenten gestärkt worden, die öffentlich Hetzreden gegen die Jüdischen Gemeinden hielten. Auch die zugespitzte Lage um den Gazastreifen im November habe zu einem – zeitlich allerdings begrenzten – Anstieg von Angriffen auf Juden und jüdische Institutionen geführt.
Einen langen Passus widmet die Studie den Debatten in Deutschland um ein Gedicht, in dem Günter Grass die Iranpolitik der israelischen Regierung kritisierte, und um die Bezichtigungen des Simon-Wiesenthal-Zentrums in Los Angeles, die Kommentare des Publizisten Jakob Augstein seien antisemitisch. Die Tel Aviver Wissenschaftler beschränken sich allerdings darauf, die unterschiedlichen Positionen bei der exakten Abgrenzung von politischer Israelkritik und Antisemitismus darzustellen.
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Aktuelle Veranstaltungen
So. 30.11.2025 | 10. Kislew 5786
Kultur
„Das Sterben der Demokratie“: Ein Abend mit Richard C. Schneider und Peter R. Neumann
Beginn 18:00Buchpräsentation und Gespräch
Sonntag, 30. November 2025, 18 Uhr
Moderation: Shahrzad Eden Osterer (Bayerischer Rundfunk)
Weltweit gewinnen Rechtspopulisten massiv an Unterstützung und gefährden die liberale Demokratie. Peter R. Neumann, einer der international renommiertesten Extremismus-Experten, und der vielfach ausgezeichnete Journalist und Dokumentarfilmer Richard C. Schneider haben sich unter anderem in Ungarn, Frankreich, den Niederlanden, Italien und den USA umgesehen. Ihre augenöffnende Recherche (Rowohlt Berlin) zeigt wie unter einem Brennglas, welcher Gefahr Deutschland gegenübersteht. Weiterlesen »
Mi. 03.12.2025 | 13. Kislew 5786
Kultur
„Vom Überleben ins Leben“: Eine jüdische Biografie im München der Nachkriegszeit mit Roman Haller
Beginn 19:00Buchpräsentation und Gespräch
Mittwoch, 3. Dezember 2025, 19 Uhr
Vorstellung der Autobiografie von Roman Haller
Moderation: Shahrzad Osterer (BR)
Roman Haller erzählt von seiner Geburt 1944 in einem Waldversteck in Polen, vom Aufwachsen in Deutschland, einem Land, das seine Eltern ermordet hätte, wenn es ihrer in der NS-Zeit habhaft geworden wäre, vom jüdischen Alltag zwischen Schwarzmarkt und Schulbank, Davidstern und Lederhose. Mit Humor schildert er, wie das Leben trotz allem weiterging und wie er seinen Platz im München der Nachkriegszeit fand. Weiterlesen »
Do. 04.12.2025 | 14. Kislew 5786
Kultur
„Schweigend stand sie vor der geschlossenen Tür“ – Zwiesprache mit Zeruya Shalev und Anne Birkenhauer
Beginn 19:00Lesung und Gespräch
Donnerstag, 4. Dezember 2025, 19 Uhr
Die Schriftstellerin Zeruya Shalev und Anne Birkenhauer, ihre Übersetzerin, unterhalten sich auf Hebräisch und Deutsch über Shalevs vorletzten Roman »Schicksal«.
Lesung in hebräischer und deutscher Sprache
Moderation und Übersetzung des Zwiegesprächs: Anne Birkenhauer Weiterlesen »
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