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29. Januar 2013
Neu: Deutschsprachiges Internetangebot von Yad Vashem
Direkter Zugang zur Arbeit von Yad Vashem: deutscher Internetauftritt der Jerusalemer Holocaust-Gedenkstätte. Erschienen auf Jüdische Allgemeine Online, 28.01.2013. Ester Goldstein wurde 1926 in der Joachimstraße in Berlin geboren. Das jüdische Mädchen begann mit elf Jahren, ein Poesiealbum zu führen, in dem Familienmitglieder, Lehrer und Freunde Widmungen hinterließen. Ihre Schulfreundin Sonja Strenger, die 1943 nach Auschwitz deportiert wurde und deren weiteres Schicksal unbekannt ist, schrieb ihr noch in »goldener Schulzeit« im Jahr 1937 in das kleine Büchlein: »Vergiss-mein-nicht«. 1937 der erste Eintrag, 1942 der letzte. In dem Jahr wurde Ester Goldstein nach Riga deportiert, wo sie ums Leben kam.
Dieses Poesiealbum ist jetzt erstmals im Internet zu sehen, es ist unter dem Titel »Vergiss-mein-nicht« eines der Dokumente der neuen deutschsprachigen Webseite von Yad Vashem. Das Internetangebot der Jerusalemer Holocaust-Gedenkstätte entstand mit Unterstützung der Friede Springer Stiftung und wurde am 28.1.2013 im Axel-Springer-Haus der Öffentlichkeit vorgestellt.
Wissensbildung
Dabei betonte die Vorsitzende des Freundeskreises von Yad Vashem Jerusalem in Deutschland, Hildegard Müller: »Das neue Angebot kann einen wesentlichen Beitrag zur Wissensbildung leisten.« Zugleich gehe es auch um die Verbindung zur jüngeren Generation. »Viele erhalten so, ohne Sprachbarriere, erstmals einen direkten Zugang zur Arbeit von Yad Vashem«, so Müller. Israels Botschafter Yakov Hadas-Handelsman nannte die deutschsprachige Internetseite ein »Werkzeug der Erinnerung und des Lernens«.
Seit 1999 ist Yad Vashem bereits online, hat jährlich rund zehn Millionen Besucher auf der Webseite, die erst in hebräischer und englischer Sprache erschien, dann auch in Arabisch, Farsi, Spanisch und Russisch. »Dass wir das Angebot nach einjähriger Vorbereitungszeit nun auch in deutscher Sprache haben werden, ist für uns von besonderer Bedeutung«, sagte Dana Porath, Content-Managerin von Yad Vashem.
Informationen
Die Internetseite bietet unter anderem historische Informationen, Videovorträge, dokumentarisches Filmmaterial, Zeitzeugenaussagen und Unterrichtsmaterialien über den Holocaust. Ein virtueller Rundgang über das Gedenkstättengelände in Jerusalem ist möglich. In der Zentralen Datenbank sind zudem die Namen von 4,2 Millionen Holocaustopfern und Informationen zu 500 Deportationstransporten zu finden.
Dieter Graumann, Präsident des Zentralrats der Juden, begrüßt das Projekt. Er hofft, dass es vor allem im schulischen Unterricht genutzt wird: »Gerade anhand der dortigen Informationen, anhand der über vier Millionen aufgeführten Namen der Opfer, holt man diese aus ihrer Anonymität zurück und erinnert daher nicht nur an abstrakte Zahlen, sondern an die Menschen, die auf so brutale Weise erst zu Opfern gemacht wurden.« Wissen und Aufklärung über die Schoa sind und bleiben unsere Verantwortung, die wir aus der Vergangenheit ziehen und in die Zukunft tragen, so Graumann weiter. »Yad Vashem öffnet unsere Herzen, um mitfühlen zu können, was wir niemals verstehen werden. Dass das nun endlich auch auf Deutsch geschieht, ist von unschätzbarem Wert.«
Ernst Cramer
Im Rahmen der Präsentation wurde Publizist Erst Cramer gewürdigt, der an diesem Tag 100 Jahre alt geworden wäre. Er war Journalist, Wegbegleiter Axel Springers sowie langjähriger Vorstandsvorsitzender der Axel Springer Stiftung. Mathias Döpfner erinnerte an den Mann, »der das Haus über fünf Jahrzehnte geprägt hat«. Dem Überlebenden des KZ Buchenwald und späteren US-Soldat sei es ein besonderes Anliegen gewesen, die deutsch-israelische Freundschaft in die nächste Generation zu tragen. »Die Funktion als Brückenbauer konnte er aus tiefstem Herzen wahrnehmen«, sagte der Springer-Vorstandsvorsitzende Döpfner. Insofern sei es ein schönes Symbol, die Erinnerung an Ernst Cramer mit der Präsentation der deutschsprachigen Internetseite von Yad Vashem zu verbinden.
Zur deutschsprachigen Yad-Vashem-Internetseite: www1.yadvashem.org
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Do. 05.03.2026 | 16. Adar 5786
Kultur
»Wie rettet man das Tote Meer?«
Vorstellung eines Dokumentarfilmprojekts und Vortrag im Rahmen der 17. Jüdischen Filmtage
Initiatoren: Florentinfilm, Herzliya / Israel
Das Tote Meer stirbt. Es verliert anderthalb Meter pro Jahr. Der Wasserspiegel sinkt, die Strände verschwinden, Erdfälle öffnen sich. Wenn das so weitergeht, ist es in 30 Jahren verschwunden.
Der in Entstehung befindliche Film will die Geschichte dieses Binnenmeeres aus der Perspektive von drei Personen erzählen: Mosche Bernstein, einem orthodoxen jungen Mann, der statt in der Jeschiwa zu lernen, mit seiner Kamera die Salzschichten, Rückzugslinien, sich ändernden Farben, dokumentiert; Oded Rahav, Umweltaktivist , Extremsportler und Gründer der Initiative Dead Sea Guardians; Jackie ben Zaken, ehem. Marine-Soldat, der dort seine innere Ruhe wiederfand und nun Bewußtseins-Touren leitet, mit Blick auf die sich ändernden Landschaften und seltene geologische Phänomene, die das zurückweichende Wasser freigibt.
Präsentation des Film-Teasers zur in Vorbereitung befindlichen Film-Dokumentation mit den Filmemachern Harel Yana und Mordechai Malka
»Last chance to save the Dead Sea«
Vortrag des Umweltaktivisten Oded Rahav
in engl. Sprache mit Powerpoint-Präsentation
Moderation: Emanuel Rotstein
Eintritt frei.
Anmeldung erbeten unter karten@ikg-m.de oder (089) 202 400 4i91
Veranstalter: Kulturzentrum der IKG München & Oberbayern mit freundlicher Unterstützung von florentinfilm
Veranstaltungsort: Jüdisches Gemeindezentrum, St.-Jakobs-Platz 18
Di. 10.03.2026 | 21. Adar 5786
Kultur
„Lieber Gott als nochmals Jesus“ – eine humoristische Beichte mit Ilja Richter
Beginn 19:00Buchpräsentation
Dienstag, 10. März 2026, 19 Uhr
Teil der Woche der Brüderlichkeit
Ilja Richter nimmt seine Zuhörerschaft mit auf (s)eine Suche nach religiöser Heimat und Zugehörigkeit. Dabei umkreist er das Thema Judentum / Christentum in bitter-komischen Geschichten, pointierten Glossen, mit Fakten und Zitaten – und Musik. Damit eröffnet er seinen ganz eigenen, ungewöhnlichen Blick in die Welt des Glaubens.
Ilja Richter, 1952 in Ost-Berlin geboren, ist das Kind einer jüdischen Mutter und eines nichtjüdischen Vaters, der als Kommunist 9 ½ Jahre in Zuchthaus und KZ verbrachte. Er gehört zu den vielseitigsten Künstlern in jeder nur denkbaren Sparte: als Schauspieler, Synchron- und Hörfunksprecher, Sänger, Autor, Theater- und Musical-Regisseur und -Darsteller. Frühe Berühmtheit erlangte er als jüngster TV-Moderator mit der Sendung »Disco« im ZDF. Weiterlesen »
Do. 12.03.2026 | 23. Adar 5786
Kultur
Ephraim Kishon. Ein Leben für den Humor
Beginn 19:00Ein Abend mit der Biographin Silja Behre
Donnerstag, 12. März 2026, 19 Uhr
Teil der Woche der Brüderlichkeit
Seit den 1960er-Jahren führten Ephraim Kishons Bücher immer wieder die Bestseller-Listen an, wurden teilweise auch verfilm, inklusive zwei Oscar-Nominierungen. Wie kam es dazu, dass der aus Budapest stammende Israeli Ephraim Kishon (1924-2005) mit seinen Humoresken gerade beim deutschen Publikum seinen größten Erfolg hatte? Ausgehend von Kishons eigenen Aufzeichnungen, Erinnerungen von Zeitzeugen und Weggefährten sowie Presseberichten und Archivmaterial beschreibt die Biographin Silja Behre seine Erfolgsgeschichte im Spannungsfeld von Literatur, Humor und Politik. Weiterlesen »
Israelitische Kultusgemeinde
München und Oberbayern K.d.ö.R.
St.-Jakobs-Platz 18
80331 München
Tel: +49 (0)89 20 24 00 -100
Fax: +49 (0)89 20 24 00 -170
E-Mail: empfang@ikg-m.de
