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12. Dezember 2012
Sprengstofftasche in Bonn: Verdächtige Salafisten wieder auf freiem Fuß
Erschienen auf Die Welt Online, 12.12.2012. Die Polizei hat die beiden nach dem Bombenalarm im Bonner Hauptbahnhof in Gewahrsam genommenen Männer wieder auf freien Fuß gesetzt. Ein erster Tatverdacht habe sich nicht erhärtet.
Die beiden nach dem Bombenfund im Bonner Hauptbahnhof in Gewahrsam genommenen Männer sind wieder frei. Ein erster Tatverdacht habe sich nicht erhärten lassen, teilte die Polizei am Dienstagabend mit. Die Männer waren zuvor als mutmaßliche Islamisten ins Visier der Ermittler geraten. Allerdings hätten sie nie als Tatverdächtige gegolten, sagte der Bonner Staatsanwalt Robin Faßbender der Nachrichtenagentur dapd. Sie seien lediglich wegen einer polizeirechtlichen Maßnahme in Gewahrsam genommen worden.
Zeugen hätten angegeben, die beiden Männer in der Nähe des Tatortes gesehen zu haben, hieß es aus Sicherheitskreisen. Beide seien den Sicherheitsbehörden bekannte Islamisten. Anhand von Handy-Daten sollte geprüft werden, ob sich die beiden tatsächlich zur Tatzeit am Bonner Hauptbahnhof aufgehalten haben.
Die Polizei ermittele nach wie vor in alle Richtungen, hieß es in der Mitteilung nach der Freilassung. Es werde weiterhin nach dem Unbekannten gefahndet, der von einem 14-Jährigen als „Ableger“ der Tasche beschrieben wurde. Inzwischen veröffentlichte die Polizei ein Phantombild. Laut Polizei handelt es sich um einen dunkelhäutigen Mann im Alter zwischen 30 und 35 Jahren. Ein 14 Jahre alter Schüler habe den Ermittlern berichtet, dass er die Tasche am Gleis abgestellt habe.
Metallrohr, Wecker, Batterien, Gas und Ammoniumnitrat
Ein Sprecher der Bundesanwaltschaft sagte der Nachrichtenagentur dapd, dass seine Behörde in den Informationsaustausch mit den Landesbehörden eingebunden sei. Eine weitere Stellungnahme wollte er nicht abgeben.
Am Montag war auf einem Bahnsteig in Bonn eine herrenlose Tasche gefunden worden. Der Bahnhof wurde weiträumig gesperrt und das Gepäckstück mit einem Wassergewehr gezielt gesprengt. Darin lagerten nach Angaben der Ermittler Metallbehälter mit „zündfähigem Material“. Nach Angaben von Ermittlerkreisen befanden sich in dem Gepäckstück Butangas, ein Metallrohr, ein Wecker, Batterien sowie Ammoniumnitrat, das für die Herstellung von Sprengstoffen verwendet werden kann. Unklar war noch, ob es sich um eine funktionstüchtige Bombe handelte. Auch einen Tag nach dem Fund waren Spezialisten des Landeskriminalamtes damit beschäftigt, Details zum Inhalt der abgelegten Tasche herauszufinden.
Der Bonner Bombenalarm weckt Erinnerungen an zwei fehlgeschlagene Anschläge im Jahr 2006. Damals deponierten zwei Männer auf dem Kölner Hauptbahnhof zwei Kofferbomben in Regionalzügen nach Hamm und Koblenz, die aber nicht explodierten. Zweieinhalb Jahre später verurteilte das Oberlandesgericht Düsseldorf den 24-jährigen Libanesen Youssef El Hajdib zu lebenslanger Freiheitsstrafe. Der Mittäter Jihad Hamad war zuvor bereits im Libanon zu zwölf Jahren Haft verurteilt worden.
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Mit Friederike Heimann und Anette Daugardt (Rezitation)
Gertrud Kolmar – geboren 1894 in Berlin, 1943 in Auschwitz ermordet – verleiht in ihren dichten, manchmal archaischen und doch oft überraschend modernen Bildwelten immer wieder dem Fremden und Ungekannten, dem Stummen und Sprachlosen, eine Stimme. Dabei durchdringen sich das Weibliche und das Jüdische in ihrer Poetik auf vielfache Weise. Nun seh‘ ich mich seltsam und kann mich nicht kennen / Da ich vor Rom, vor Karthago schon war, heißt es in „Die Jüdin“, die eine Forscherreise rüsten möchte in ihr eigenes uraltes Land.
Durch die Gedichtlesung führt Friederike Heimann, Literaturwissenschaftlerin und Autorin einer Biographie über Gertrud Kolmar» In der Feuerkette der Epoche« (Suhrkamp 2023).. Die Gedichte werden von der Berliner Schauspielerin Anette Daugardt vorgetragen. Weiterlesen »
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