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15. Oktober 2012
EU zieht Sanktionsschlinge um Iran zu
Erschienen auf Die Welt Online, 15.10.2012. Neue Nadelstiche gegen Teheran und Damaskus: Mit einer weiteren Runde schmerzhafter Sanktionen will die Europäische Union den Widerstand der iranischen und syrischen Staatsführung brechen. Erstmals verhängten die EU-Außenminister am Montag ein europaweites Landeverbot für die staatliche Fluggesellschaft Syrian Arab Airlines, um Präsident Baschar Assad zur Beendigung des blutigen Kriegs gegen die eigene Bevölkerung zu zwingen. Zudem wurde die „Schwarze Liste“ der Unterstützer seines Regimes erneut erweitert. Auch um den Iran zieht sich die Schlinge weiter zu.
Insgesamt setzten die Außenminister bei ihrem Treffen in Luxemburg weitere 28 Personen und zwei Unternehmen aus dem Umfeld des Assad-Clans auf die seit Monaten wachsende Liste der Geächteten. Für die nunmehr über 180 betroffenen Personen und mehr als 50 Firmen bedeutet dies Einreise- und Geschäftsverbote sowie Kontensperren.
Die geplante Ausweitung der Sanktionen gegen den Iran begründete Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP) mit dem mangelnden Kooperationswillen der Führung in Teheran. „Weil die Gespräche bislang nicht ausreichende substanzielle Fortschritte gebracht haben, werden wir die Sanktionen verschärfen müssen“, sagte er in Luxemburg. „Iran hat selbstverständlich das Recht, Atomkraft für zivile Energiegewinnung zu nutzen“, ergänzte Westerwelle. „Aber Iran hat selbstverständlich auch die Pflicht, auf jede Form einer atomaren Bewaffnung zu verzichten.“
Israel und der Westen verdächtigen Teheran seit langem, unter dem Deckmantel ziviler Forschung heimlich an Kernwaffen zu arbeiten. Die iranische Führung bestreitet dies hartnäckig. Wegen des Programms zur Urananreicherung sollten am Montag weitere Sanktionen im Bereich Handel und Transport sowie für den iranischen Energie- und Finanzsektor verhängt werden. „Wir werden den Druck aufrechterhalten“, sagte EU-Chefdiplomatin Catherine Ashton. „Und das ist auch wichtig, weil er eindeutig Wirkung zeigt.“
EU-Intervention in Mali nimmt Formen an
Die Zahlen scheinen das zu belegen: Die Landeswährung Rial hat seit Anfang 2011 dramatisch an Wert verloren, wegen der rapide steigenden Preise begehrt die Bevölkerung zunehmend auf. Zudem fehlen der Regierung in Teheran wegen des Boykotts von Ölimporten durch die EU wichtige Deviseneinnahmen, die Reserven schwinden. Auch ist das Land vom internationalen Bankverkehr abgeschnitten, notwendige Güter können teilweise nicht mehr importiert werden.
Im Falle Syriens können sich die aus ihrer zerrütteten Heimat vertriebenen Menschen offenbar Hoffnung auf Zuflucht in Deutschland machen. „Natürlich sind wir auch bereit, sofern die Lage dies ergibt, Flüchtlinge bei uns aufzunehmen, zum Beispiel zur medizinischen Behandlung – und das wird auch geschehen“, sagte Westerwelle. Dies werde aber nur in Koordination mit den europäischen Partnern und Vereinten Nationen geschehen. Priorität habe außerdem die Versorgung der Flüchtlinge vor Ort.
Gleichzeitig äußerte Westerwelle seine „größte Sorge über die jüngsten Zuspitzungen an der türkisch-syrischen Grenze“ und die Gefahr eines Stellvertreterkrieges in der Region. „Mehr und mehr müssten eigentlich alle Beteiligten erkennen, dass die Gefahr eines Flächenbrandes wächst, und daran kann niemand – auch Russland – ein Interesse haben.“ Bei einem Abendessen mit dem russischen Außenminister Sergej Lawrow am Sonntagabend hatten die EU-Ressortchefs erneut versucht, Moskau darauf einzuschwören, dem Regime in Damaskus die schützende Hand zu entziehen.
Darüber hinaus stand am Montag die Krise im westafrikanischen Mali auf der Tagesordnung in Luxemburg. Den Norden des Vielvölkerstaats kontrollieren seit einem Putsch im März Extremisten. Erwogen wird eine militärische Intervention unter Beteiligung der EU-Staaten, wobei die Bundesregierung zu einer Ausbildungs- und Trainingsmission tendiert. Truppenstärke, Finanzierung und Teilnahme einzelner Staaten an der Mission seien noch offen, hieß es aus Diplomatenkreisen. Anvisiert werde eine Führungsrolle einheimischer Einsatzkräfte: „Das Ganze muss ein afrikanisches Gesicht haben.“
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Aktuelle Veranstaltungen
Do. 05.03.2026 | 16. Adar 5786
Kultur
»Wie rettet man das Tote Meer?«
Vorstellung eines Dokumentarfilmprojekts und Vortrag im Rahmen der 17. Jüdischen Filmtage
Initiatoren: Florentinfilm, Herzliya / Israel
Das Tote Meer stirbt. Es verliert anderthalb Meter pro Jahr. Der Wasserspiegel sinkt, die Strände verschwinden, Erdfälle öffnen sich. Wenn das so weitergeht, ist es in 30 Jahren verschwunden.
Der in Entstehung befindliche Film will die Geschichte dieses Binnenmeeres aus der Perspektive von drei Personen erzählen: Mosche Bernstein, einem orthodoxen jungen Mann, der statt in der Jeschiwa zu lernen, mit seiner Kamera die Salzschichten, Rückzugslinien, sich ändernden Farben, dokumentiert; Oded Rahav, Umweltaktivist , Extremsportler und Gründer der Initiative Dead Sea Guardians; Jackie ben Zaken, ehem. Marine-Soldat, der dort seine innere Ruhe wiederfand und nun Bewußtseins-Touren leitet, mit Blick auf die sich ändernden Landschaften und seltene geologische Phänomene, die das zurückweichende Wasser freigibt.
Präsentation des Film-Teasers zur in Vorbereitung befindlichen Film-Dokumentation mit den Filmemachern Harel Yana und Mordechai Malka
»Last chance to save the Dead Sea«
Vortrag des Umweltaktivisten Oded Rahav
in engl. Sprache mit Powerpoint-Präsentation
Moderation: Emanuel Rotstein
Eintritt frei.
Anmeldung erbeten unter karten@ikg-m.de oder (089) 202 400 4i91
Veranstalter: Kulturzentrum der IKG München & Oberbayern mit freundlicher Unterstützung von florentinfilm
Veranstaltungsort: Jüdisches Gemeindezentrum, St.-Jakobs-Platz 18
Di. 10.03.2026 | 21. Adar 5786
Kultur
„Lieber Gott als nochmals Jesus“ – eine humoristische Beichte mit Ilja Richter
Beginn 19:00Buchpräsentation
Dienstag, 10. März 2026, 19 Uhr
Teil der Woche der Brüderlichkeit
Ilja Richter nimmt seine Zuhörerschaft mit auf (s)eine Suche nach religiöser Heimat und Zugehörigkeit. Dabei umkreist er das Thema Judentum / Christentum in bitter-komischen Geschichten, pointierten Glossen, mit Fakten und Zitaten – und Musik. Damit eröffnet er seinen ganz eigenen, ungewöhnlichen Blick in die Welt des Glaubens.
Ilja Richter, 1952 in Ost-Berlin geboren, ist das Kind einer jüdischen Mutter und eines nichtjüdischen Vaters, der als Kommunist 9 ½ Jahre in Zuchthaus und KZ verbrachte. Er gehört zu den vielseitigsten Künstlern in jeder nur denkbaren Sparte: als Schauspieler, Synchron- und Hörfunksprecher, Sänger, Autor, Theater- und Musical-Regisseur und -Darsteller. Frühe Berühmtheit erlangte er als jüngster TV-Moderator mit der Sendung »Disco« im ZDF. Weiterlesen »
Do. 12.03.2026 | 23. Adar 5786
Kultur
Ephraim Kishon. Ein Leben für den Humor
Beginn 19:00Ein Abend mit der Biographin Silja Behre
Donnerstag, 12. März 2026, 19 Uhr
Teil der Woche der Brüderlichkeit
Seit den 1960er-Jahren führten Ephraim Kishons Bücher immer wieder die Bestseller-Listen an, wurden teilweise auch verfilm, inklusive zwei Oscar-Nominierungen. Wie kam es dazu, dass der aus Budapest stammende Israeli Ephraim Kishon (1924-2005) mit seinen Humoresken gerade beim deutschen Publikum seinen größten Erfolg hatte? Ausgehend von Kishons eigenen Aufzeichnungen, Erinnerungen von Zeitzeugen und Weggefährten sowie Presseberichten und Archivmaterial beschreibt die Biographin Silja Behre seine Erfolgsgeschichte im Spannungsfeld von Literatur, Humor und Politik. Weiterlesen »
Israelitische Kultusgemeinde
München und Oberbayern K.d.ö.R.
St.-Jakobs-Platz 18
80331 München
Tel: +49 (0)89 20 24 00 -100
Fax: +49 (0)89 20 24 00 -170
E-Mail: empfang@ikg-m.de
