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12. September 2012
Knobloch warnt vor Gefahren durch iranisches Atomprogramm
„Ich wünsche mir ein wenig mehr Empathie für die Menschen in Israel“, sagte Dr. h.c. Charlotte Knobloch, Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern und Vizepräsidentin des Jüdischen Weltkongresses im Gespräch mit der dapd. Das Interview ist erschienen auf Welt Online, 9.9.2012. Charlotte Knobloch, fordert ein konsequentes Vorgehen gegen das iranische Atomprogramm. Knobloch sagte in einem dapd-Interview anlässlich des bevorstehenden Israel-Besuchs von Bundesratspräsident Horst Seehofer (CSU), es müsse unbedingt verhindert werden, dass der Iran in den Besitz von Nuklearwaffen komme. Dies wäre nicht nur eine Bedrohung für Israel, sondern für die gesamte freie Welt.
Knobloch warnte: „Die politischen religiösen Führer im Iran leugnen den Holocaust und sprechen dem jüdischen Staat das Existenzrecht ab.“ Außerdem finanziere der Iran „Organisationen, die den Terror gegen Israel praktizieren und die Vernichtung Israels zum Ziel haben“. Knobloch fügte hinzu: „Ich wünsche mir ein wenig mehr Empathie für die Menschen in Israel.“
Gefühl der Geschlossenheit
Seehofer reiste am Montag, 10.9.2012 zunächst nach Tel Aviv. Knobloch erwartet „einen Besuch, der von dem Gefühl der Geschlossenheit geprägt ist“. Dabei könne durchaus auch kontrovers diskutiert werden. Aber dies werde „zweifelsohne in einem guten und sachlichen Ton passieren“. Seehofer sei mit Israel und der jüdischen Gemeinschaft insbesondere in München „sehr eng und sehr herzlich verbunden“.
Knobloch fügte hinzu: „Deutschland hat eine wichtige Rolle im Nahost-Friedensprozess – insbesondere auch als Vermittler der verschiedenen Lager, die sich innerhalb der Europäischen Union über die letzten Jahre herauskristallisiert haben.“ Sie gehe davon aus, „dass sich die Bundesrepublik stets und unmissverständlich zur Solidarität mit Israel bekennen wird und zu dem Recht der Menschen in Israel, in sicheren Grenzen zu leben“.
Knobloch betont wichtige Rolle Deutschland im Nahost-Friedensprozess
Zur Diskussion um die rituelle Beschneidung von Jungen sagte die Ex-Präsidentin des Zentralrats der Juden in Deutschland, die Politik habe das Problem erkannt und sich mit Hochdruck an dessen Lösung gemacht – „nun warten wir auf den entsprechenden Gesetzentwurf und sind hoffnungsvoll, dass dann das Thema vom Tisch ist“.
Knobloch betonte: „Die Begleiterscheinungen, die unerträgliche öffentliche Diskussion und der religionskritische und zum Teil antisemitische Zeitgeist, der sich im Zuge der Debatte offenbart hat, sollten in Israel keine oder wenn überhaupt nur eine untergeordnete Rolle spielen.“ Denn hierbei handele es sich „nicht um ein politisches Problem, sondern um ein sozialpsychologisches, das weniger auf die außenpolitische als vielmehr auf die innerdeutsche gesellschaftspolitische Agenda gehört“.
Es fogen weitere Meldungen zur Nahost-Reise, die bis Donnerstagabend, 13.9.2012, dauert. Dabei wird Seehofer auch den israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu treffen. Geplant ist außerdem ein Meinungsaustausch mit dem palästinensischen Premierminister Salam Fayyad.
Seehofer verlangt Festhalten an religiöser Beschneidung
Jerusalem (dapd), 10.9.2012. Der CSU-Vorsitzende Horst Seehofer lehnt Einschränkungen oder Auflagen für religiöse Beschneidungen ab. Der bayerische Ministerpräsident sagte am späten Montagabend in Jerusalem bei seinem Israel-Besuch zu Journalisten, das bisherige Vorgehen müsse straffrei bleiben und gesetzlich festgeschrieben werden. Dies sei auch die Haltung des gesamten bayerischen Kabinetts. Für diese Position werde er in Berlin kämpfen.
Seehofer äußerte „sehr viel“ Verständnis für die Empörung, die die Beschneidungsdebatte in Deutschland bei jüdischen Mitbürgern ausgelöst hat. Er stehe deshalb auch in Kontakt mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU).
Das Kölner Landgericht hatte die Beschneidung von Jungen als strafbare Körperverletzung gewertet, selbst wenn die Eltern einwilligen.
Israels Parlamentschef setzt in Beschneidungsdebatte auf Merkel
Jerusalem (dapd), 11.9.2012. Israels Parlamentschef Reuven Rivlin setzt darauf, dass religiöse Beschneidungen in Deutschlands trotz des umstrittenen Urteils des Kölner Landgerichts weiter möglich sein werden. Rivlin sagte am Dienstag nach einem Gespräch mit Seehofer in Jerusalem, er sehe in dieser Frage Einvernehmen auch mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU). Deshalb sei es richtig, jetzt nicht „die Emotionen sprechen zu lassen“. Rivlin fügte hinzu: „Ich will keinem die Gelegenheit geben, zu behaupten, dass Israel auf Deutschland Druck ausübt.“
Seehofer und Peres werben für verstärkte Zusammenarbeit
Jerusalem (dapd), 11.9.2012. Der gegenwärtige Bundesratspräsident Horst Seehofer (CSU) und Israels Staatspräsident Schimon Peres werben für einen Ausbau der deutsch-israelischen Zusammenarbeit. Seehofer sagte am Dienstag, 11.9.2012, bei einem Treffen mit Peres in Jerusalem, Deutschland stehe fest an der Seite Israels, wenn es um dessen Bemühungen um Frieden und sichere Grenzen gehe. Peres betonte, er strebe eine verstärkte deutsch-israelische Kooperation an. Er warnte zugleich, der Iran wolle Israel vernichten. Peres zeigte sich überzeugt, dass die gegenwärtige syrische Regierung abgelöst wird.
Seehofer wirbt für politische Lösung im Atomkonflikt mit Iran
Jerusalem (dapd), 11.9.2012. Seehofer hat bei seinem Israel- Besuch für eine „politische Lösung“ des Konflikts um das iranische Atomprogramm geworben. Dieser Weg sei weiter möglich, sagte Seehofer am Dienstag in Jerusalem. Zuvor hatte er sich mit dem Vorsitzenden des israelischen Parlaments, Reuven Rivlin, getroffen. Seehofer versicherte zugleich, Deutschland stehe „solidarisch an der Seite Israels“. Nuklearwaffen in den Händen des Iran seien „keine Option“. Der CSU-Chef fügte hinzu: „Dafür müssen wir in der internationalen Gemeinschaft zusammenstehen.“
Westerwelle warnt den Iran
Berlin (dapd), 12.9.2012. Außenminister Guido Westerwelle hat den Iran erneut vor einer nuklearen Aufrüstung gewarnt. Eine atomare Bewaffnung des Landes sei „nicht akzeptabel“, sagte der FDP-Politiker am Mittwoch, 12.9.2012, im Bundestag in Berlin. Es dürfe nicht zugelassen werden, dass in der Region ein atomarer Rüstungswettlauf beginne. Iran müsse einlenken, ansonsten seien schärfere Sanktionen nötig.
Mit Blick auf Syrien sagte Westerwelle, die Lage dort sei „unverändert bestürzend“. Es bestehe kein Zweifel, dass die Zeit von Präsident Baschar Assad vorbei sei. Fraglich sei noch, wann sich Assad zurückziehe. Westerwelle rief China und Russland auf, Syrien die schützende Hand zu entziehen. Umso eher dies geschehe, desto eher werde es Frieden geben.
Peres bekommt Franz-Josef-Strauß-Preis
Jerusalem (dapd), 11.9.2012. Israels Staatspräsident Schimon Peres bekommt den Franz Josef Strauß-Preis der CSU-nahen Hanns-Seidel-Stiftung. Peres sagte am Dienstag bei einem Gespräch mit dem bayerischen Ministerpräsidenten Horst Seehofer (CSU) in Jerusalem, er nehme diese Ehrung gerne an. Strauß habe sich frühzeitig für die Sicherheit Israels eingesetzt. Seehofer zufolge soll der Preis im Winter oder spätestens im nächsten Jahr verliehen werden.
Der Preis wurde 1996 von der Hanns-Seidel-Stiftung in Erinnerung an das politische Lebenswerk des CSU-Politikers Strauß ins Leben gerufen. Im vergangenen Jahr erhielt Michail Gorbatschow die Auszeichnung.
Seehofer zeigt sich in Jad Vaschem tief bewegt
Jerusalem (dapd), 11.9.2012. Bayerns Regierungschef Horst Seehofer (CSU) hat in seiner Funktion als Bundesratspräsident die Holocaust-Gedenkstätte Jad Vaschem in Jerusalem besucht. Dort legte er am Dienstag zum Gedenken an die Opfer einen Kranz nieder. Am Abend wollte sich Seehofer mit Überlebenden des Konzentrationslagers Dachau treffen.
Seehofer äußerte sich „schockiert“ über die Eindrücke in der Gedenkstätte. In das Gästebuch schrieb er: „Das unermessliche Leid der Opfer der Shoah bewegt mich zutiefst.“ Er fügte hinzu: „Die Erinnerung an die entrechteten, verschleppten, gequälten und ermordeten Juden muss uns Deutschen und allen Völkern Mahnung sein, die Würde des Menschen zu achten und zu verteidigen.“
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Aktuelle Veranstaltungen
Do. 05.03.2026 | 16. Adar 5786
Kultur
»Wie rettet man das Tote Meer?«
Vorstellung eines Dokumentarfilmprojekts und Vortrag im Rahmen der 17. Jüdischen Filmtage
Initiatoren: Florentinfilm, Herzliya / Israel
Das Tote Meer stirbt. Es verliert anderthalb Meter pro Jahr. Der Wasserspiegel sinkt, die Strände verschwinden, Erdfälle öffnen sich. Wenn das so weitergeht, ist es in 30 Jahren verschwunden.
Der in Entstehung befindliche Film will die Geschichte dieses Binnenmeeres aus der Perspektive von drei Personen erzählen: Mosche Bernstein, einem orthodoxen jungen Mann, der statt in der Jeschiwa zu lernen, mit seiner Kamera die Salzschichten, Rückzugslinien, sich ändernden Farben, dokumentiert; Oded Rahav, Umweltaktivist , Extremsportler und Gründer der Initiative Dead Sea Guardians; Jackie ben Zaken, ehem. Marine-Soldat, der dort seine innere Ruhe wiederfand und nun Bewußtseins-Touren leitet, mit Blick auf die sich ändernden Landschaften und seltene geologische Phänomene, die das zurückweichende Wasser freigibt.
Präsentation des Film-Teasers zur in Vorbereitung befindlichen Film-Dokumentation mit den Filmemachern Harel Yana und Mordechai Malka
»Last chance to save the Dead Sea«
Vortrag des Umweltaktivisten Oded Rahav
in engl. Sprache mit Powerpoint-Präsentation
Moderation: Emanuel Rotstein
Eintritt frei.
Anmeldung erbeten unter karten@ikg-m.de oder (089) 202 400 4i91
Veranstalter: Kulturzentrum der IKG München & Oberbayern mit freundlicher Unterstützung von florentinfilm
Veranstaltungsort: Jüdisches Gemeindezentrum, St.-Jakobs-Platz 18
Di. 10.03.2026 | 21. Adar 5786
Kultur
„Lieber Gott als nochmals Jesus“ – eine humoristische Beichte mit Ilja Richter
Beginn 19:00Buchpräsentation
Dienstag, 10. März 2026, 19 Uhr
Teil der Woche der Brüderlichkeit
Ilja Richter nimmt seine Zuhörerschaft mit auf (s)eine Suche nach religiöser Heimat und Zugehörigkeit. Dabei umkreist er das Thema Judentum / Christentum in bitter-komischen Geschichten, pointierten Glossen, mit Fakten und Zitaten – und Musik. Damit eröffnet er seinen ganz eigenen, ungewöhnlichen Blick in die Welt des Glaubens.
Ilja Richter, 1952 in Ost-Berlin geboren, ist das Kind einer jüdischen Mutter und eines nichtjüdischen Vaters, der als Kommunist 9 ½ Jahre in Zuchthaus und KZ verbrachte. Er gehört zu den vielseitigsten Künstlern in jeder nur denkbaren Sparte: als Schauspieler, Synchron- und Hörfunksprecher, Sänger, Autor, Theater- und Musical-Regisseur und -Darsteller. Frühe Berühmtheit erlangte er als jüngster TV-Moderator mit der Sendung »Disco« im ZDF. Weiterlesen »
Do. 12.03.2026 | 23. Adar 5786
Kultur
Ephraim Kishon. Ein Leben für den Humor
Beginn 19:00Ein Abend mit der Biographin Silja Behre
Donnerstag, 12. März 2026, 19 Uhr
Teil der Woche der Brüderlichkeit
Seit den 1960er-Jahren führten Ephraim Kishons Bücher immer wieder die Bestseller-Listen an, wurden teilweise auch verfilm, inklusive zwei Oscar-Nominierungen. Wie kam es dazu, dass der aus Budapest stammende Israeli Ephraim Kishon (1924-2005) mit seinen Humoresken gerade beim deutschen Publikum seinen größten Erfolg hatte? Ausgehend von Kishons eigenen Aufzeichnungen, Erinnerungen von Zeitzeugen und Weggefährten sowie Presseberichten und Archivmaterial beschreibt die Biographin Silja Behre seine Erfolgsgeschichte im Spannungsfeld von Literatur, Humor und Politik. Weiterlesen »
Israelitische Kultusgemeinde
München und Oberbayern K.d.ö.R.
St.-Jakobs-Platz 18
80331 München
Tel: +49 (0)89 20 24 00 -100
Fax: +49 (0)89 20 24 00 -170
E-Mail: empfang@ikg-m.de
