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8. August 2012
Innenminister stoppt Pläne: Kein Demokratiebekenntnis für Sportler
Erschienen auf Frankfurter Allgemeine Zeitung Online. Hans-Peter Friedrich hat die umstrittenen Pläne für ein Demokratiebekenntnis von Spitzensportlern begraben. „Gesinnungsschnüffelei“ solle es nicht geben, heißt es im Bundesinnenministerium.
Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) hat umstrittene Pläne in seinem Haus zur Einführung eines Demokratiebekenntnisses für Spitzensportler gestoppt. Solche Überlegungen auf Arbeitsebene des Ministeriums würden nicht weiter verfolgt, sagte ein Sprecher am Mittwoch. Die Pläne hatten für erhebliche Kritik gesorgt. „Es soll keine Gesinnungsschnüffelei im Umfeld von Sportlern geben“, sagte der Sprecher.
Die Überlegungen waren nach dem Wirbel um die Ruderin Nadja Drygalla bekannt geworden, die wegen ihrer Beziehung zu einem früheren NPD-Funktionär die Olympischen Spiele verlassen hatte. Mit dem Fall Drygalla habe das alles aber nichts zu tun, hieß es im Innenministerium. Das Ministerium wies auch darauf hin, dass in der Satzung des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) ein Bekenntnis gegen Rassismus, Verfassungs- und Fremdenfeindlichkeit enthalten sei.
Michael Vesper begrüßte die Entscheidung des Ministeriums. „Selbstverständlich kämpfen wir gegen Rechtsextremismus und Rassismus, und das ist in unseren Satzungen auch festgeschrieben. Von daher wäre eine solche Klausel aus meiner Sicht überflüssig“, sagte der Chef de Mission des deutschen Olympia-Teams. Die Bundeswehr bestätigte unterdessen, dass Drygalla vor den Olympischen Spielen zur Aufnahme in die Sportförderung vorgesehen war, dieser Antrag aber am 2. August vom Deutschen Ruderverband (DRV) zurückgezogen wurde. Weiter hieß es, Drygalla werde damit nicht zum freiwilligen Wehrdienst eingezogen.
Das könne sich aber auch wieder ändern. „Dies ist ausschließlich Sache der Sportverbände und von Frau Drygalla.“ Die Bundeswehrkreise bestätigten auch einen Bericht der „Welt“, wonach die 23-jährige Ruderin am 17. Juli bereits vom Kreiswehrersatzamt in Schwerin gemustert worden war. Die Musterung fand in Lüneburg statt. Daraufhin sei der „Heranziehungsbescheid“ zum Antritt des Wehrdienstes am 1. September ergangen.
Kritik von Cohn-Bendit
Drygalla war während der Spiele nach einem Gespräch mit der deutschen Teamleitung freiwillig von den Sommerspielen in London abgereist. Am Sonntag hatte sie sich öffentlich deutlich von der rechten Szene distanziert. Der Verband werde weitere Erkenntnisse der Sicherheitsorgane sammeln, hatte der DRV-Vorsitzende Siegfried Kaidel angekündigt.
Der Grünen-Politiker und Europaabgeordnete Daniel Cohn-Bendit hat die öffentliche Debatte im Fall Drygalla kritisiert. „Ich finde, die Frau kann eine Beziehung haben, mit wem sie will, wenn sie selbst – und dafür gibt es ja keine Hinweise – nicht mit rechten oder faschistoiden Sprüchen an die Öffentlichkeit gegangen ist“, sagte Cohn-Bendit der Wochenzeitung „Zeit“ und warnte vor „Gesinnungsschnüffelei“.
Cohn-Bendit forderte zudem die deutschen Sportverbände auf, sich stärker mit ihrer Vergangenheit auseinanderzusetzen. „Faschistische Traditionen hat es in der deutschen Leichtathletik wie im Deutschen Turnerbund gegeben. Da vermisse ich bis heute die Auseinandersetzung der Sportverbände“, sagte der Grünen-Politiker.
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Do. 05.03.2026 | 16. Adar 5786
Kultur
»Wie rettet man das Tote Meer?«
Vorstellung eines Dokumentarfilmprojekts und Vortrag im Rahmen der 17. Jüdischen Filmtage
Initiatoren: Florentinfilm, Herzliya / Israel
Das Tote Meer stirbt. Es verliert anderthalb Meter pro Jahr. Der Wasserspiegel sinkt, die Strände verschwinden, Erdfälle öffnen sich. Wenn das so weitergeht, ist es in 30 Jahren verschwunden.
Der in Entstehung befindliche Film will die Geschichte dieses Binnenmeeres aus der Perspektive von drei Personen erzählen: Mosche Bernstein, einem orthodoxen jungen Mann, der statt in der Jeschiwa zu lernen, mit seiner Kamera die Salzschichten, Rückzugslinien, sich ändernden Farben, dokumentiert; Oded Rahav, Umweltaktivist , Extremsportler und Gründer der Initiative Dead Sea Guardians; Jackie ben Zaken, ehem. Marine-Soldat, der dort seine innere Ruhe wiederfand und nun Bewußtseins-Touren leitet, mit Blick auf die sich ändernden Landschaften und seltene geologische Phänomene, die das zurückweichende Wasser freigibt.
Präsentation des Film-Teasers zur in Vorbereitung befindlichen Film-Dokumentation mit den Filmemachern Harel Yana und Mordechai Malka
»Last chance to save the Dead Sea«
Vortrag des Umweltaktivisten Oded Rahav
in engl. Sprache mit Powerpoint-Präsentation
Moderation: Emanuel Rotstein
Eintritt frei.
Anmeldung erbeten unter karten@ikg-m.de oder (089) 202 400 4i91
Veranstalter: Kulturzentrum der IKG München & Oberbayern mit freundlicher Unterstützung von florentinfilm
Veranstaltungsort: Jüdisches Gemeindezentrum, St.-Jakobs-Platz 18
Di. 10.03.2026 | 21. Adar 5786
Kultur
„Lieber Gott als nochmals Jesus“ – eine humoristische Beichte mit Ilja Richter
Beginn 19:00Buchpräsentation
Dienstag, 10. März 2026, 19 Uhr
Teil der Woche der Brüderlichkeit
Ilja Richter nimmt seine Zuhörerschaft mit auf (s)eine Suche nach religiöser Heimat und Zugehörigkeit. Dabei umkreist er das Thema Judentum / Christentum in bitter-komischen Geschichten, pointierten Glossen, mit Fakten und Zitaten – und Musik. Damit eröffnet er seinen ganz eigenen, ungewöhnlichen Blick in die Welt des Glaubens.
Ilja Richter, 1952 in Ost-Berlin geboren, ist das Kind einer jüdischen Mutter und eines nichtjüdischen Vaters, der als Kommunist 9 ½ Jahre in Zuchthaus und KZ verbrachte. Er gehört zu den vielseitigsten Künstlern in jeder nur denkbaren Sparte: als Schauspieler, Synchron- und Hörfunksprecher, Sänger, Autor, Theater- und Musical-Regisseur und -Darsteller. Frühe Berühmtheit erlangte er als jüngster TV-Moderator mit der Sendung »Disco« im ZDF. Weiterlesen »
Do. 12.03.2026 | 23. Adar 5786
Kultur
Ephraim Kishon. Ein Leben für den Humor
Beginn 19:00Ein Abend mit der Biographin Silja Behre
Donnerstag, 12. März 2026, 19 Uhr
Teil der Woche der Brüderlichkeit
Seit den 1960er-Jahren führten Ephraim Kishons Bücher immer wieder die Bestseller-Listen an, wurden teilweise auch verfilm, inklusive zwei Oscar-Nominierungen. Wie kam es dazu, dass der aus Budapest stammende Israeli Ephraim Kishon (1924-2005) mit seinen Humoresken gerade beim deutschen Publikum seinen größten Erfolg hatte? Ausgehend von Kishons eigenen Aufzeichnungen, Erinnerungen von Zeitzeugen und Weggefährten sowie Presseberichten und Archivmaterial beschreibt die Biographin Silja Behre seine Erfolgsgeschichte im Spannungsfeld von Literatur, Humor und Politik. Weiterlesen »
Israelitische Kultusgemeinde
München und Oberbayern K.d.ö.R.
St.-Jakobs-Platz 18
80331 München
Tel: +49 (0)89 20 24 00 -100
Fax: +49 (0)89 20 24 00 -170
E-Mail: empfang@ikg-m.de
