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14. August 2012

Kanzlerin fürchtet Schlappe bei NPD-Verbot

Von Günther Lachmann und Kristian Frigelj, erschienen auf Welt Online. Opposition und Länder erhöhen beim Thema NPD-Verbot den Druck auf die Bundesregierung. Kanzlerin Merkel reagierte bislang zurückhaltend: Sie will die Ergebnisse der Arbeitsgruppe abwarten.

In der Politik wächst die Zustimmung für ein Verbot der NPD. Damit gerät die Bundesregierung in Zugzwang. „Die NPD gehört verboten“, sagte der schleswig-holsteinische Ministerpräsident Torsten Albig gegenüber Welt Online.

Sie sei eine „antidemokratische Partei“. „Sie verachtet die Werte, auf die unsere Gesellschaft aufbaut. Wir müssen deutlich machen, dass wir keinen Zentimeter unserer demokratischen Ordnung aufgeben. Eine wehrhafte Demokratie muss alles tun, um ihre Feinde in die Schranken zu verweisen“, so Albig.

Angestoßen hatte die Debatte Bayerns Ministerpräsiden Horst Seehofer in der Welt am Sonntag. Ihm schlossen sich unter anderen Sachsens Regierungschef Stanislaw Tillich und die thüringische Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht an.

Merkel will abwarten

Bundeskanzlerin Angela Merkel hingegen reagierte zurückhaltend. Sie will die Prüfung gesammelter Daten über die rechtsextreme Partei abwarten. „Erst danach sollte man entscheiden, ob man einen neuen Anlauf für ein NPD-Verbot nimmt“, sagte ihr Sprecher Steffen Seibert. Ein Verbotsverfahren müsse „sehr gut begründet sein“ und dürfe nicht ein zweites Mal vor dem Bundesverfassungsgericht scheitern.

Merkel habe immer die Gefahr gesehen, dass ein neues Verfahren scheitern könnte. Dies wäre jedoch für Staat und Demokratie eine Schlappe, die verhindert werden müsse. An der Ablehnung der NPD als verfassungsfeindlicher Partei habe sich nichts geändert, unterstrich der Regierungssprecher.

Nach Bekanntwerden der Mordserie der Neonazi-Terrorzelle NSU hatten die Innenminister im März beschlossen, mit der systematischen Sammlung von Belastungsmaterial gegen die NPD zu beginnen.

Jäger warnt vor übereiltem Vorgehen

Wegen der Affäre um die Aktenvernichtung beim Verfassungsschutz im Zusammenhang mit den NSU-Ermittlungen hatten Koalitionspolitiker allerdings zuletzt Zweifel am Erfolg eines neuen Anlaufs für ein NPD-Verbot geäußert. Im Dezember wollen die Innenminister der Länder über die Ergebnisse befinden.

Vor diesem Hintergrund warnte auch der nordrhein-westfälische Innenminister Ralf Jäger (SPD) vor einem übereilten Vorgehen. „Wir sollten da ergebnisoffen rangehen“, sagte er. Wie die Kanzlerin plädierte auch er dafür, zunächst die Ergebnisse der Arbeitsgruppe der Innenministerkonferenz abzuwarten. „Wenn es die Chance für ein Verbot nach dieser Beurteilung gibt, dann sollten wir sie nutzen.

Wenn sich abzeichnet, dass die aggressiv-kämpferische Haltung nicht nachweisbar ist, dann sollten wir auch von einem Verbotsverfahren Abstand nehmen. Nichts wäre schlimmer, als wenn man diese Partei noch mehr adelt mit einem Scheitern vor dem Bundesverfassungsgericht“, sagte Jäger.

Der erste Anlauf zu einem NPD-Verbot war 2003 wegen der vielen V-Leute des Verfassungsschutzes in den Führungsgremien der Partei gescheitert.

Nahles begrüßt Länderinitiative

Anders als Jäger begrüßte SPD-Generalsekretärin Andrea Nahles die Initiative aus den Ländern. „Wir machen uns als SPD seit langem stark für ein Verbotsverfahren“, sagte sie nach einer Schaltkonferenz des SPD-Präsidiums. Natürlich müssten die Voraussetzungen dafür gegeben sein.

Die Länder hätten aber inzwischen ihre Hausaufgaben gemacht. „Wir fragen uns, warum die Bundesregierung zögert“, sagte Nahles. „Eine weitere Verzögerung ist nicht geboten.“ Und SPD-Fraktionsgeschäftsführer Thomas Oppermann forderte: „Es ist an der Zeit, dass sich Merkel endlich zu einem NPD-Verbotsverfahren bekennt.“

Derweil mahnte die Linken-Angeordnete Petra Pau, wer „wieder und wieder lauthals ein Verbot der NPD fordert, ohne es gerichtsfest zu begründen, hält die NPD nur in aller Munde“. Dies sei „PR-Arbeit im schlechtesten Sinne“.

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September 2026 | Elul-Tischri | « »

Aktuelle Veranstaltungen


Mi. 23.09.2026 | 12. Tischri 5787

Kultur

»Briefe an meinen Vater«. Von und mit Konrad Bernheimer

Beginn 19:00 Uhr:

Moderation: Ellen Presser

Konrad Bernheimer stellt das Schicksal seines Vaters Kurt sehr persönlich in den historischen Kontext dessen Lebenszeit: als Sohn des renommierten Kunsthändlers und Antiquitätensammlers Otto Bernheimer, als Bruder, Student der Kunstgeschichte, Emigranten in den venezolanischen Anden und Familienvater. 1954 kommt Konrad mit Mutter und zwei Schwestern zum Großvater nach München – ohne den Vater. Erst viel später erfährt Konrad Bernheimer, inzwischen selbst ein international erfolgreicher Kunsthändler, was mit seinem Vater einst geschah. Aus überlieferten Dokumenten und Familienerinnerungen entwickelt Bernheimer jr. eine Zwiesprache mit dem abwesenden Vater über Scham und Schuld, Liebe und Prägungen und die Last, die einem die Geschichte auferlegt, denn »Erinnerung bedeutet, dass etwas bleibt – auch wenn so vieles verschwunden ist«.

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Sa. 17.10.2026 | 6. Cheschwan 5787

Kultur

Zum 27. Mal: »Die lange Nacht der Münchner Museen

Beginn 20:30 Uhr:

Beitrag der IKG München und Oberbayern

Auf einen Blick:

Vorträge (je 30 Min.)
20:30 Uhr Dinah Zenker
22:00 Uhr Ellen Presser

Konzerte des Synagogenchors »Schma Kaulenu«
unter Leitung von David Rees
21:15 Uhr und 22:30 Uhr (ca. 30 Min.)

Eine Synagoge, wörtlich Ort der Zusammenkunft (zum Gebet), ist von zentraler Bedeutung für jüdisches Leben. Der Vortrag erläutert, woher der Name »Ohel Jakob kommt, ferner architektonische Besonderheiten und die Rolle der Musik.

Musikalische Begleitung: Luisa Pertsovska

Veranstaltungsort: Synagoge »Ohel Jakob«, St.-Jakobs-Platz 18, 80331 München

Das Restaurant Einstein im Jüdischen Gemeindezentrum bietet koschere Köstlichkeiten.

Das Ticket kostet 20 Euro und berechtigt zum Eintritt in über 100 beteiligte Häuser.

Weitere Informationen unter www.muenchner.de und www.ikg-m.de

So. 18.10.2026 | 7. Cheschwan 5787

Kultur

»Shvayg Mayn Harts«. Jiddische Lieder aus der goldenen Ära des New Yorker Yiddish Theatre

Beginn 17:00 Uhr:

Sasha Lurje & Roman Grinberg – Gesang
Shvayg Mayn Harts Orchestra
Dirigent: Michael Alexander Willens

Mit „Shvayg Mayn Harts“ erfüllt sich Michael Alexander Willens einen lang gehegten persönlichen Traum: die Musik seiner beiden Großväter Alexander Olshanetsky und
Herman Yablokoff wieder auf die Bühne zu bringen. Beide gehörten zu den prägenden Persönlichkeiten des jiddischen Theaters in New York.
Als Komponisten, Sänger und Bühnenstars schufen sie Lieder, die weit über die jüdische Gemeinschaft hinaus bekannt wurden und bis heute zum Schatz des jiddischen Musiktheaters zählen. Werke wie „Papirosn“, „Mayn Shtetele Belz“, „Hopkele“ oder „Ikh hob dikh tsufil lib“ erzählen von Liebe und Sehnsucht, von Heimweh und Hoffnung, von den Erinnerungen an die alte Heimat und vom Traum eines neuen Lebens in Amerika.
Gemeinsam mit dem eigens gegründeten „Shvayg Mayn Harts Orchestra“ lässt Michael Alexander Willens diese musikalische Welt neu aufleben. Mit Sasha Lurje und Roman Grinberg, der auch für die Orchesterarrangements verantwortlich zeichnet, stehen zwei der führenden Stimmen der internationalen jiddischen Musikszene auf der Bühne. Sie führen durch ein Programm voller Emotionen, Humor und Lebensfreude und schlagen eine Brücke von den Anfängen des jiddischen Theaters in Osteuropa bis zu seiner Blütezeit in New York.

Voranmeldung erforderlich möglichst bis 7. Oktober unter: festkonzert@ikg-m.de

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