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26. Juli 2012
Witwe von München bittet Zuschauer um eigene Schweigeminute bei Olympia-Eröffnung
Times of Israel, 25.07.12. Da das Internationale Olympische Komitee sich weigert, den israelischen Sportlern, die während der Spiele in München ermordet wurden, eine Schweigeminute einzuräumen, sollten die Zuschauer der Eröffnungsveranstaltung allein aufstehen, bat die Witwe eines getöteten Sportlers.
„Wenn Ihr glaubt, der 11 ermordeten Sportler sollte gedacht werden, steht spontan für eine Minute auf, wenn der IOC-Präsident mit seiner Rede beginnt.“, bat Ilana Romano, Ehefrau von Yossef Romano, einem Gewichtheber, der beim Attentat getötet wurde.
Die Medien sollten dem Vorbild des NBC-Sportkommentatoren Bob Costas folgen, der versprochen hat, seine eigene Schweigeminute auf Sendung abzuhalten.
„Lasst Eure Mikrofone für eine Minute in Erinnerung an unsere Lieben und zur Verurteilung des Terrors verstummen“, so Romano.
Bei einer Unterschriftenaktion mit der Aufforderung an das IOC, eine Schweigeminute während der Eröffnungszeremonie am Freitag in Gedenken an den 40. Jahrestag des Attentats abzuhalten, wurden 105.000 Unterschriften aus über 100 Ländern gesammelt. Sie wurde von US-Präsident Barack Obama unterstützt.
London 2012: Clinton fordert bei Olympia Schweigeminute für Opfer von 1972
Abendzeitung München Online. US-Außenministerin Hillary Clinton hat für die Eröffnungsfeier eine Schweigeminute in Gedenken an die Opfer der blutigen Geiselnahme 1972 in München gefordert. Clinton hat sich der Initiative zahlreicher Politiker aus der ganzen Welt angeschlossen und bei der Eröffnungsfeier der Olympischen Spiele eine Schweigeminute in Gedenken an die Opfer des Attentat sauf israelische Sportler bei den Olympischen Spielen in München gefordert.
In einem Brief an den Präsidenten des Internationalen Olympischen Komitee (IOC), Jacques Rogge, habe sie um eine „angemessene Gedenkveranstaltung“ gebeten, sagte eine hochrangige Gewährsperson aus dem Außenministerium in Washington am Mittwoch. Das IOC lehnt eine Schweigeminute während der Eröffnungsfeier am 27.7.2012 bislang ab. Bei dem Attentat auf die israelische Olympiamannschaft waren 1972 elf Sportler und Trainer ums Leben gekommen.
Israelische Botschaft in London hält Gedenkzeremonie ab
Israel ha-Yom, 25.07.12. Nachdem das Internationale Olympische Komitee sich geweigert hat, bei der Eröffnung der Olympischen Spiele in London eine Gedenkminute für die Opfer des Terroranschlags bei den Spielen in München 1972 einzulegen, wird die Botschaft des Staates Israel in London am Freitag, dem Tag der Eröffnung der Olympiade, eine Gedenkzeremonie abhalten.
Die Zeremonie im Gedenken an die 11 Ermordeten soll im Haus des israelischen Botschafters Daniel Taub stattfinden. Teilnehmen werden Vertreter zionistischer und jüdischer Organisationen.
Gedenken an das Olympia-Attentat
Spontane Schweigeminute im Olympischen Dorf
br.de, 25.7.2012. Jacques Rogge, Präsident des Internationalen Olympischen Komitees, hat mit einer Schweigeminute überraschend der Opfern des Terroranschlags von München 1972 gedacht. Gegen eine offizielle Schweigeminute hat sich der IOC-Chef bis zuletzt gewehrt.
Die elf israelischen Athleten dürften nicht vergessen werden, sagte Rogge bei der feierlichen Zeremonie zur Eröffnung des Olympischen Dorfes in London. „Sie kamen nach München in der Hoffnung auf Frieden und Solidarität. Wir schulden es den Athleten, diese Hoffnung weiterleben zu lassen“, erklärte der Belgier im Beisein von Olympia-Organisationschef Sebastian Coe, Londons Bürgermeister Boris Johnson und zahlreichen IOC-Spitzenfunktionären.
Das IOC hatte zuvor eine offizielle Schweigeminute während der Eröffnungsfeier am 27.7.2012 mehrmals kategorisch, zuletzt am Samstag, abgelehnt. Der Sport habe zwar die Fähigkeit, Menschen zusammenzubringen, könne aber nicht sämtliche Sorgen der Welt lösen, so das kommunizierte IOC-Credo.
Spontane Schweigeminute
„Der Anschlag vor 40 Jahren erinnert uns daran, dass Sport nicht immun ist und auch nicht alle Probleme der Welt heilen kann“, sagte Rogge, der am Montag zugab, dass die Schweigeminute eine spontane Aktion gewesen: „Das ist tatsächlich das erste Mal, dass es im olympischen Dorf geschehen ist. Ich konnte hier nicht über Frieden und Sport sprechen, ohne daran zu erinnern, was vor 40 Jahren passiert ist.“
Bei dem Überfall eines palästinensischen Terrorkommandos auf die israelische Olympia-Delegation waren am 5. September 1972 elf Mannschaftsmitglieder und ein deutscher Polizist ums Leben gekommen. Das IOC wird in Abstimmung mit dem Nationalen Olympischen Komitee (NOK) Israels am 6. August in Londons Guildhall eine Gedenkfeier abhalten.
Aktuelle Spiegel-Titelgeschichte
Olympia-Attentat 1972: Behörden vertuschten das Ausmaß ihres Versagens
Dem aktuellen Spiegel zufolge haben die Bundesregierung und die bayerische Landesregierung haben das Ausmaß ihres Versagens im Zusammenhang mit dem Attentat auf israelische Sportler bei den Olympischen Spielen in München geschönt und vertuscht. Das belegen bislang geheime Vermerke und Berichte der Ermittlungsbehörden, Botschaftsdepeschen und Kabinettsprotokolle, die das Kanzleramt, das Bundesamt für Verfassungsschutz, das Bayerische Landesamt für Verfassungsschutz sowie das Auswärtige Amt auf Antrag des SPIEGEL freigegeben haben.
Bei dem Überfall durch palästinensische Terroristen am 5. September 1972 waren elf Mitglieder der israelischen Olympiadelegation und ein deutscher Polizist ermordet worden. Von den acht Terroristen überlebten nur drei einen misslungenen Befreiungsversuch durch Polizisten auf dem Militärflughafen Fürstenfeldbruck. Bereits am 7. September, einen Tag nach der Trauerfeier für die Opfer im Münchner Olympiastadion, hatte ein Beamter des Auswärtigen Amtes in einer Vorlage für eine Sondersitzung des Bundeskabinetts jene Linie vorgegeben, die fortan offenbar die Maxime der Regierungen in Bonn und München war: „Gegenseitige Beschuldigungen müssen vermieden werden. Auch keine Selbstkritik.“
Wie sehr die Verantwortlichen diesen Rat befolgten, zeigt die offizielle Dokumentation der Bundesregierung und der bayerischen Landesregierung, in der von der „Präzision“ die Rede ist, mit der die Attentäter „ihr Vorhaben ausgeführt“ hätten. Dabei wussten die Behörden, dass es sich bei dem Kommando des „Schwarzen September“ um eine schlecht vorbereitete Dilettantentruppe handelte, die schon Probleme hatte, Hotelzimmer in München zu finden. Am Tag des Anschlags waren die Palästinenser zunächst sogar an den Apartments der Israelis im olympischen Dorf vorbeigelaufen und in einer der oberen Etagen auf Sportler aus Hongkong getroffen. In einer „Analytischen Auswertung“ des Anschlags hielt die Münchner Kripo später sogar explizit fest, die Attentäter hätten „vor dem Angriff keine präzise Erkundung betrieben“.
Doch davon erfuhr die Öffentlichkeit nichts. Auch über die Tatsache, dass die Münchner Staatsanwaltschaft damals gegen den Polizeipräsidenten Manfred Schreiber und seinen Einsatzleiter wegen des Verdachts der fahrlässigen Tötung ermittelte, findet sich in der Dokumentation kein Wort. Ebenfalls unerwähnt bleibt, dass es vor den Spielen Hinweise und Warnungen gab, die so konkret waren, dass kaum nachvollziehbar ist, warum sie ignoriert wurden. So meldete die deutsche Botschaft in Beirut am 14. August 1972, ein Vertrauensmann habe gehört, dass „von palästinensischer Seite während der Olympischen Spiele in München ein Zwischenfall inszeniert wird“. Vier Tag später leitete das Außenministerium die Warnung an den Verfassungsschutz in Bayern weiter, samt der Empfehlung, „alle im Rahmen des Möglichen liegenden Sicherheitsmaßnahmen zu ergreifen“. Die Sicherheitsbehörden registrierten nicht einmal, was in Zeitungen zu lesen war.
Am 2. September, drei Tage vor der Geiselnahme, berichtete die italienische Illu strierte „Gente“, Terroristen des Schwarzen September planten „eine aufsehenerregende Tat bei den Olympischen Spielen“. Zwei Tage nach dem Blutbad in München und Fürstenfeldbruck wurde die Warnung aktenkundig – durch einem Hinweis der Hamburger Kriminalpolizei. Allem Anschein nach haben damals Verantwortliche laut SPIEGEL sogar versucht, Belege ihres Versagens verschwinden zu lassen. Wenige Tage nach der Katastrophe von Fürstenfeldbruck beschlagnahmte ein Kriminaloberkommissar 26 ausgearbeitete Krisenszenarien des Münchner Polizeipsychologen Georg Sieber, die dieser im Rahmen der Vorbereitungen eines Sicherheitskonzepts für die Olympischen Spiele erstellt hatte. Eines der Szenarien: Der Überfall eines palästinensischen Terrorkommandos auf das olympische Dorf. Als das Bayerische Landesamt für Verfassungsschutz nach dem Material fragte, antwortete ein Beamter des Polizeipräsidiums: „Es ist zwar richtig, dass von Herrn Sieber im Rahmen der Vorbereitungsseminare Thesen und Hypothesen aufgezeigt worden sind und auch besprochen wurden. Schriftliche Unterlagen dar – über sind jedoch beim Polizeipräsidium München nicht vorhanden.“ Sie sind bis heute unauffindbar.
Spiegel TV: Geheimakte Olympia – Das Attentat von München: Wie der Staat sein Versagen vertuschte | 4 Filme
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Aktuelle Veranstaltungen
Do. 05.03.2026 | 16. Adar 5786
Kultur
»Wie rettet man das Tote Meer?«
Vorstellung eines Dokumentarfilmprojekts und Vortrag im Rahmen der 17. Jüdischen Filmtage
Initiatoren: Florentinfilm, Herzliya / Israel
Das Tote Meer stirbt. Es verliert anderthalb Meter pro Jahr. Der Wasserspiegel sinkt, die Strände verschwinden, Erdfälle öffnen sich. Wenn das so weitergeht, ist es in 30 Jahren verschwunden.
Der in Entstehung befindliche Film will die Geschichte dieses Binnenmeeres aus der Perspektive von drei Personen erzählen: Mosche Bernstein, einem orthodoxen jungen Mann, der statt in der Jeschiwa zu lernen, mit seiner Kamera die Salzschichten, Rückzugslinien, sich ändernden Farben, dokumentiert; Oded Rahav, Umweltaktivist , Extremsportler und Gründer der Initiative Dead Sea Guardians; Jackie ben Zaken, ehem. Marine-Soldat, der dort seine innere Ruhe wiederfand und nun Bewußtseins-Touren leitet, mit Blick auf die sich ändernden Landschaften und seltene geologische Phänomene, die das zurückweichende Wasser freigibt.
Präsentation des Film-Teasers zur in Vorbereitung befindlichen Film-Dokumentation mit den Filmemachern Harel Yana und Mordechai Malka
»Last chance to save the Dead Sea«
Vortrag des Umweltaktivisten Oded Rahav
in engl. Sprache mit Powerpoint-Präsentation
Moderation: Emanuel Rotstein
Eintritt frei.
Anmeldung erbeten unter karten@ikg-m.de oder (089) 202 400 4i91
Veranstalter: Kulturzentrum der IKG München & Oberbayern mit freundlicher Unterstützung von florentinfilm
Veranstaltungsort: Jüdisches Gemeindezentrum, St.-Jakobs-Platz 18
Di. 10.03.2026 | 21. Adar 5786
Kultur
„Lieber Gott als nochmals Jesus“ – eine humoristische Beichte mit Ilja Richter
Beginn 19:00Buchpräsentation
Dienstag, 10. März 2026, 19 Uhr
Teil der Woche der Brüderlichkeit
Ilja Richter nimmt seine Zuhörerschaft mit auf (s)eine Suche nach religiöser Heimat und Zugehörigkeit. Dabei umkreist er das Thema Judentum / Christentum in bitter-komischen Geschichten, pointierten Glossen, mit Fakten und Zitaten – und Musik. Damit eröffnet er seinen ganz eigenen, ungewöhnlichen Blick in die Welt des Glaubens.
Ilja Richter, 1952 in Ost-Berlin geboren, ist das Kind einer jüdischen Mutter und eines nichtjüdischen Vaters, der als Kommunist 9 ½ Jahre in Zuchthaus und KZ verbrachte. Er gehört zu den vielseitigsten Künstlern in jeder nur denkbaren Sparte: als Schauspieler, Synchron- und Hörfunksprecher, Sänger, Autor, Theater- und Musical-Regisseur und -Darsteller. Frühe Berühmtheit erlangte er als jüngster TV-Moderator mit der Sendung »Disco« im ZDF. Weiterlesen »
Do. 12.03.2026 | 23. Adar 5786
Kultur
Ephraim Kishon. Ein Leben für den Humor
Beginn 19:00Ein Abend mit der Biographin Silja Behre
Donnerstag, 12. März 2026, 19 Uhr
Teil der Woche der Brüderlichkeit
Seit den 1960er-Jahren führten Ephraim Kishons Bücher immer wieder die Bestseller-Listen an, wurden teilweise auch verfilm, inklusive zwei Oscar-Nominierungen. Wie kam es dazu, dass der aus Budapest stammende Israeli Ephraim Kishon (1924-2005) mit seinen Humoresken gerade beim deutschen Publikum seinen größten Erfolg hatte? Ausgehend von Kishons eigenen Aufzeichnungen, Erinnerungen von Zeitzeugen und Weggefährten sowie Presseberichten und Archivmaterial beschreibt die Biographin Silja Behre seine Erfolgsgeschichte im Spannungsfeld von Literatur, Humor und Politik. Weiterlesen »
Israelitische Kultusgemeinde
München und Oberbayern K.d.ö.R.
St.-Jakobs-Platz 18
80331 München
Tel: +49 (0)89 20 24 00 -100
Fax: +49 (0)89 20 24 00 -170
E-Mail: empfang@ikg-m.de



