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20. Juni 2012
Verbot von Neonazi-Netzwerk – Razzien in Südbrandenburg
Erschienen auf Berliner Morgenpost Online, 19.6.2012. Brandenburgs Innenminister Dietmar Woidke (SPD) hat die rechtsextremistische Vereinigung „Widerstandsbewegung in Südbrandenburg“ verboten. Kurz darauf durchsuchten rund 260 Polizisten laut Ministerium 27 Objekte in Südbrandenburg. Einsatzschwerpunkte waren Cottbus und die Landkreise Spree-Neiße und Dahme-Spreewald.
In Spremberg wurde eine Wohnung in einem Plattenbau durchsucht, auch in Lübbenau (Oberspreewald-Lausitz) gab es eine Razzia. Sie richtete sich gegen einen seit Jahren aktiven Neonationalsozialisten, der nach dem Verfassungsschutzbericht 2011 als zentraler Akteur und Ideengeber der Neonazi-Bewegung gilt.
Woidke: „Massiver Schlag gegen die rechte Szene“
Woidke sprach von einem „massiven Schlag gegen die rechte Szene in Südbrandenburg“. Die verfassungsfeindlichen Aktivitäten der verbotenen Neonazi-Vereinigung seien „für den demokratischen Rechtsstaat nicht länger hinnehmbar“, so der Minister. Sie richteten sich gegen die verfassungsmäßige Ordnung und den Gedanken der Völkerverständigung. Zweck und Tätigkeit des Vereins liefen außerdem den Strafgesetzen zuwider, hieß es in der Verbotsverfügung.
Laut Ministerium ist es das siebente Verbot eines rechtsextremistisches Vereins in Brandenburg. Insgesamt gab es nach Angaben eines Sprechers acht derartige Verbotsverfahren im Land seit 1995. Ein Verbot konnte nicht mehr umgesetzt werden, weil sich die betroffene Vereinigung aufgelöst hatte. Das letzte Verbot gegen Rechtsextremisten richtete sich 2011 gegen die „Freien Kräfte Teltow-Fläming“.
Schwerpunkt in Lübben und Lübbenau
Das neonationalsozialistische Netzwerk „Widerstandsbewegung in Südbrandenburg“ hat seinen Schwerpunkt laut Verfassungsschutz in der Niederlausitz in Lübben und Lübbenau. Zentraler Ideengeber ist demnach ein seit Jahren aktiver Neonazi; ein ehemaliges Mitglied der rechtsextremen NPD. Er setze seine informationstechnischen Kenntnisse gezielt ein. So nutze das Netzwerk für seine Propaganda inzwischen überwiegend das Internet. Laut Innenministerium sind ihm die Internetseiten „Spreelichter“ und „werde-unsterblich“ zuzuordnen.
Vorbild des Netzwerkes ist die „Kühnen-Bewegung“ des 1991 gestorbenen Neonazis Michael Kühnen. Zu seinem 20. Todestag 2011 widmete ihm das Infoportal „Spreelichter“ laut Verfassungsschutzbericht 2011 mehrere Internetseiten. Zielgruppe Nummer eins der Neonazis sind Jugendliche. „Sie sollen mit einer kruden Mischung aus jugendlichem Lebensgefühl, Freizeitrevoluzzertum und Demokratiefeindlichkeit erreicht werden“, so der Verfassungsschutz.
Brandenburger Rechtsextremisten agieren auf Server im Ausland
dapd, 20.6.2012. Die Internetseiten der am 19.6.2912 vom brandenburgischen Innenministerium verbotenen rechtsextremistischen Organisation „Widerstandsbewegung in Südbrandenburg“ können nicht sofort abgeschaltet werden. Die Gruppierung nutzt einen eigenen Server, der im Ausland steht.
Nach Informationen des Brandenburgischen Instituts für Gemeinwesen hatten die Betreiber von spreelichter.info zunächst einen Server bei einer deutschen Firma. Im Jahr 2010 seien sie jedoch ins Rechenzentrum einer kommerziellen Firma in der Schweiz gewechselt. Faktisch habe der Serverumzug einen Zugriff deutscher Behörden und eventuelle Ermittlungsverfahren deutlich erschwert.
Wer konkret hinter den Inhalten der Internetseiten steht, ist nicht öffentlich erkennbar. Es gibt kein Impressum. Zwar seien normalerweise die Verantwortlichen einer Internetseite über öffentliche Datenbanken erkennbar, hieß es. Allerdings böten Firmen auch die Anonymisierung von derartigen Einträgen an. Die Spreelichter hätten ein solches kommerzielles Angebot genutzt. In ihrem Fall erscheine eine Firma in den USA als Inhaber der Domain. Das Unternehmen verwalte aber nur den Namen und habe keinen Bezug zu den Inhalten der Seite.
Den Aufsatz des Instituts ifinden Sie m Internet unter url.dapd.de.
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Aktuelle Veranstaltungen
Sa. 17.10.2026 | 6. Cheschwan 5787
Kultur
Zum 27. Mal: »Die lange Nacht der Münchner Museen
Beginn 20:30 Uhr:Beitrag der IKG München und Oberbayern
Auf einen Blick:
Vorträge (je 30 Min.)
20:30 Uhr Dinah Zenker
22:00 Uhr Ellen Presser
Konzerte des Synagogenchors »Schma Kaulenu«
unter Leitung von David Rees
21:15 Uhr und 22:30 Uhr (ca. 30 Min.)
Eine Synagoge, wörtlich Ort der Zusammenkunft (zum Gebet), ist von zentraler Bedeutung für jüdisches Leben. Der Vortrag erläutert, woher der Name »Ohel Jakob kommt, ferner architektonische Besonderheiten und die Rolle der Musik.
Musikalische Begleitung: Luisa Pertsovska
Veranstaltungsort: Synagoge »Ohel Jakob«, St.-Jakobs-Platz 18, 80331 München
Das Restaurant Einstein im Jüdischen Gemeindezentrum bietet koschere Köstlichkeiten.
Das Ticket kostet 20 Euro und berechtigt zum Eintritt in über 100 beteiligte Häuser.
Weitere Informationen unter www.muenchner.de und www.ikg-m.de
So. 18.10.2026 | 7. Cheschwan 5787
Kultur
»Shvayg Mayn Harts«. Jiddische Lieder aus der goldenen Ära des New Yorker Yiddish Theatre
Beginn 17:00 Uhr:
Sasha Lurje & Roman Grinberg – Gesang
Shvayg Mayn Harts Orchestra
Dirigent: Michael Alexander Willens
Mit „Shvayg Mayn Harts“ erfüllt sich Michael Alexander Willens einen lang gehegten persönlichen Traum: die Musik seiner beiden Großväter Alexander Olshanetsky und
Herman Yablokoff wieder auf die Bühne zu bringen. Beide gehörten zu den prägenden Persönlichkeiten des jiddischen Theaters in New York.
Als Komponisten, Sänger und Bühnenstars schufen sie Lieder, die weit über die jüdische Gemeinschaft hinaus bekannt wurden und bis heute zum Schatz des jiddischen Musiktheaters zählen. Werke wie „Papirosn“, „Mayn Shtetele Belz“, „Hopkele“ oder „Ikh hob dikh tsufil lib“ erzählen von Liebe und Sehnsucht, von Heimweh und Hoffnung, von den Erinnerungen an die alte Heimat und vom Traum eines neuen Lebens in Amerika.
Gemeinsam mit dem eigens gegründeten „Shvayg Mayn Harts Orchestra“ lässt Michael Alexander Willens diese musikalische Welt neu aufleben. Mit Sasha Lurje und Roman Grinberg, der auch für die Orchesterarrangements verantwortlich zeichnet, stehen zwei der führenden Stimmen der internationalen jiddischen Musikszene auf der Bühne. Sie führen durch ein Programm voller Emotionen, Humor und Lebensfreude und schlagen eine Brücke von den Anfängen des jiddischen Theaters in Osteuropa bis zu seiner Blütezeit in New York.
Voranmeldung erforderlich möglichst bis 7. Oktober unter: festkonzert@ikg-m.de
Mi. 21.10.2026 | 10. Cheschwan 5787
Kultur
Filmvorführung „Noga“
Beginn 19:00Filmvorführung
Mittwoch, 21. Oktober 2026, 19 Uhr
Ein Film von Jono & Benji Bergmann mit Noga Erez und Ori Rousso
Produktion: Babka Film in Koproduktion u.a. mit Sperl Film + Fernsehproduktion
Österreich/ Deutschland/ Israel 2026, 96 Min.
Originalsprache: Hebräisch, Englisch, mit deutschen Untertiteln
Die israelische Musikerin Noga Erez ist mit ihrem kreativen Partner und Lebensgefährten Ori Rousso auf dem Weg zum internationalen Durchbruch. Zwischen ausverkauften Konzertsälen mit provokanten Hits wie »End of the Road«, politischer Zuspitzung und persönlichen Spannungen, kämpft sie darum, weiterhin gehört, vor allem aber verstanden zu werden – in einer Welt, die zunehmend aus den Fugen gerät. Weiterlesen »
Israelitische Kultusgemeinde
München und Oberbayern K.d.ö.R.
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