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24. April 2012
Ägypten stoppt Gaslieferung – Sorge um Friedensabkommen
ikg-wien.at, APA/dpa. Der einseitige Stopp von Gaslieferungen aus Ägypten hat in Israel die Sorge um das Friedensabkommen mit dem arabischen Nachbarland verstärkt. Der israelische Außenminister Avigdor Lieberman sagte am 23.4.2012 die Wahrung der Friedensvereinbarungen von 1979 sei im „nationalen Interesse“ beider Länder. „Die einseitige Aufkündigung des Gasabkommens ist kein gutes Zeichen“, sagte Lieberman dem israelischen Rundfunk. „Wir hoffen, dass dieser Streit wie jeder andere wirtschaftliche Streit gelöst werden wird.“
Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanyahu betonte, man sehe den Lieferungsstopp nicht als Ergebnis politischer Entwicklungen, sondern als „wirtschaftlichen Streit“ zwischen zwei Firmen. Israel verfüge über natürliche Gasvorkommen und sei daher nicht vom Import abhängig.
Nach Angaben des israelischen Energieministeriums lieferte Ägypten 2010 etwa 40 Prozent des in Israel verbrauchten Gases. Erdgas wird in Israel überwiegend zur Stromerzeugung verwendet. Der Vorsitzende der Israelischen Elektrizitätswerke, Yiftach Ron-Tal, rechnet daher nach dem Lieferstopp kurzfristig mit einem weiteren Anstieg der bereits hohen Strompreise. Vor allem im Sommer sei eine ernsthafte Stromknappheit zu erwarten, sagte er dem israelischen Rundfunk.
Ägyptens nationale Gasgesellschaft hatte am Sonntag mitgeteilt, dass sie die Lieferungen an Israel einstellt. Der Vertrag mit der East Mediterranean Gas Company (EMG) sei beendet worden, weil vertragliche Vereinbarungen nicht eingehalten worden seien. Aus dem ägyptischen Ölministerium verlautete indes, die Lieferungen seien auch wegen der häufigen Anschläge auf die Pipeline auf der Sinai-Halbinsel eingestellt worden.
Seit dem Sturz des früheren ägyptischen Präsidenten Hosni Mubarak im Februar 2011 hatte es insgesamt 14 Anschläge von Saboteuren auf die Pipeline gegeben. Darin wird Gas nach Israel und Jordanien transportiert.
Der Export durch EMG – ein israelisch-ägyptisches Gemeinschaftsunternehmen, an dem Mubaraks Freund Hussein Salem beteiligt ist – hatte 2008 begonnen. Israel und Ägypten hatten ein für 15 Jahre gültiges Abkommen über die Gaslieferungen geschlossen. Seit Mubaraks Sturz haben sich die ohnehin unterkühlten Beziehungen zwischen beiden Ländern noch deutlich verschlechtert. Im September stürmte eine wütende Menge die israelische Botschaft in Kairo. Viele Ägypter waren gegen die Gaslieferungen an Israel, weil dieses arabische Gebiete besetzt hält.
Der frühere Botschafter in Ägypten, Zvi Mazel, sagte am Montag, Israel habe klaren Grund zur Sorge. Die Gaslieferungen seien das „zentrale Bindeglied“ im Frieden zwischen beiden Ländern gewesen. „Der Hass auf Israel wächst immer weiter“, sagte er dem israelischen Rundfunk. Die radikalislamischen Salafisten und Muslimbrüder heizten diesen weiter an, um von internen Problemen in Ägypten abzulenken.
Die Aktien der israelisch-US-amerikanischen Firma Ampal, die 12,5 Prozent von EMG besitzt, stürzten am Montag an der israelischen Börse um 25 Prozent. Ampal-Finanzchefin Irit Eluz sagte der israelischen Wirtschaftszeitung “Globes”, man habe wegen der häufigen Unterbrechungen der Gaslieferungen aufgrund der Anschläge bereits juristische Schritte gegen Ägypten eingeleitet. Der Stopp der Gaslieferungen sei offenbar eine „taktische Maßnahme“ Ägyptens als Reaktion darauf.
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Aktuelle Veranstaltungen
Sa. 17.10.2026 | 6. Cheschwan 5787
Kultur
Zum 27. Mal: »Die lange Nacht der Münchner Museen
Beginn 20:30 Uhr:Beitrag der IKG München und Oberbayern
Auf einen Blick:
Vorträge (je 30 Min.)
20:30 Uhr Dinah Zenker
22:00 Uhr Ellen Presser
Konzerte des Synagogenchors »Schma Kaulenu«
unter Leitung von David Rees
21:15 Uhr und 22:30 Uhr (ca. 30 Min.)
Eine Synagoge, wörtlich Ort der Zusammenkunft (zum Gebet), ist von zentraler Bedeutung für jüdisches Leben. Der Vortrag erläutert, woher der Name »Ohel Jakob kommt, ferner architektonische Besonderheiten und die Rolle der Musik.
Musikalische Begleitung: Luisa Pertsovska
Veranstaltungsort: Synagoge »Ohel Jakob«, St.-Jakobs-Platz 18, 80331 München
Das Restaurant Einstein im Jüdischen Gemeindezentrum bietet koschere Köstlichkeiten.
Das Ticket kostet 20 Euro und berechtigt zum Eintritt in über 100 beteiligte Häuser.
Weitere Informationen unter www.muenchner.de und www.ikg-m.de
So. 18.10.2026 | 7. Cheschwan 5787
Kultur
»Shvayg Mayn Harts«. Jiddische Lieder aus der goldenen Ära des New Yorker Yiddish Theatre
Beginn 17:00 Uhr:
Sasha Lurje & Roman Grinberg – Gesang
Shvayg Mayn Harts Orchestra
Dirigent: Michael Alexander Willens
Mit „Shvayg Mayn Harts“ erfüllt sich Michael Alexander Willens einen lang gehegten persönlichen Traum: die Musik seiner beiden Großväter Alexander Olshanetsky und
Herman Yablokoff wieder auf die Bühne zu bringen. Beide gehörten zu den prägenden Persönlichkeiten des jiddischen Theaters in New York.
Als Komponisten, Sänger und Bühnenstars schufen sie Lieder, die weit über die jüdische Gemeinschaft hinaus bekannt wurden und bis heute zum Schatz des jiddischen Musiktheaters zählen. Werke wie „Papirosn“, „Mayn Shtetele Belz“, „Hopkele“ oder „Ikh hob dikh tsufil lib“ erzählen von Liebe und Sehnsucht, von Heimweh und Hoffnung, von den Erinnerungen an die alte Heimat und vom Traum eines neuen Lebens in Amerika.
Gemeinsam mit dem eigens gegründeten „Shvayg Mayn Harts Orchestra“ lässt Michael Alexander Willens diese musikalische Welt neu aufleben. Mit Sasha Lurje und Roman Grinberg, der auch für die Orchesterarrangements verantwortlich zeichnet, stehen zwei der führenden Stimmen der internationalen jiddischen Musikszene auf der Bühne. Sie führen durch ein Programm voller Emotionen, Humor und Lebensfreude und schlagen eine Brücke von den Anfängen des jiddischen Theaters in Osteuropa bis zu seiner Blütezeit in New York.
Voranmeldung erforderlich möglichst bis 7. Oktober unter: festkonzert@ikg-m.de
Mi. 21.10.2026 | 10. Cheschwan 5787
Kultur
Filmvorführung „Noga“
Beginn 19:00Filmvorführung
Mittwoch, 21. Oktober 2026, 19 Uhr
Ein Film von Jono & Benji Bergmann mit Noga Erez und Ori Rousso
Produktion: Babka Film in Koproduktion u.a. mit Sperl Film + Fernsehproduktion
Österreich/ Deutschland/ Israel 2026, 96 Min.
Originalsprache: Hebräisch, Englisch, mit deutschen Untertiteln
Die israelische Musikerin Noga Erez ist mit ihrem kreativen Partner und Lebensgefährten Ori Rousso auf dem Weg zum internationalen Durchbruch. Zwischen ausverkauften Konzertsälen mit provokanten Hits wie »End of the Road«, politischer Zuspitzung und persönlichen Spannungen, kämpft sie darum, weiterhin gehört, vor allem aber verstanden zu werden – in einer Welt, die zunehmend aus den Fugen gerät. Weiterlesen »
Israelitische Kultusgemeinde
München und Oberbayern K.d.ö.R.
St.-Jakobs-Platz 18
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Tel: +49 (0)89 20 24 00 -100
Fax: +49 (0)89 20 24 00 -170
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